Ordner, Polizei & Co. Das kostet die Sicherheit in der Bundesliga

Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen kosten den Staat jährlich Millionen. Kritiker meinen, die Vereine sollten die Kosten selbst tragen, die der Fußball verursacht. Doch dabei übersehen sie einen entscheidenden Faktor.
Update: 16.04.2014 - 09:00 Uhr Kommentieren
Die Fans des Schalke 04 werden am Hauptbahnhof in Dortmund von der Polizei zur U-Bahn Richtung Stadion geführt. Quelle: dpa

Die Fans des Schalke 04 werden am Hauptbahnhof in Dortmund von der Polizei zur U-Bahn Richtung Stadion geführt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfStreifenwagen reiht sich an Streifenwagen, die Reiterstaffel steht nur wenige Meter entfernt, bewaffnete Polizisten besprechen sich in kleinen Gruppen. Das Szenario könnte sich am Rande einer Demonstration zutragen. Tatsächlich aber sah so die Realität in Dortmund am Signal-Iduna-Park aus – vor dem brisanten Derby gegen den Revierrivalen Schalke 04 am 27. Spieltag.

Polizisten am Stadioneingang, das ist in Fußballdeutschland längst keine Ausnahme mehr. Im Gegenteil: Es ist die Regel. An jedem Spieltag in der ersten und zweiten Bundesliga sind Tausende Polizisten in ganz Deutschland im Einsatz – auf Kosten von Steuerzahlern und Unternehmen.

In der Sicherheitskette, die die erste Bundesliga umgibt, zählen die Bundes-  und die Landespolizei zu den wichtigsten Gliedern. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) erhebt jedes Jahr, wie viele Arbeitsstunden der Fußball pro Saison kostet.

In der vergangenen Saison arbeiteten Bundes- und Landespolizisten insgesamt fast 1,8 Millionen Stunden nur wegen Fußballspielen. Rechnet man diese Arbeitsstunden auf einen einzelnen Beamten um, würden 1351 Polizisten – 371 vom Bund, 980 von den Ländern – jährlich ausschließlich in Fußballeinsätzen arbeiten.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren während der Saison 2012/13 etwa 111.000 Bundespolizisten im Einsatz, pro Spieltag etwa 2000. Die Personalkosten lagen bei 27,8 Millionen Euro. Führungs- und Einsatzmittel schlugen zusätzlich mit einem Betrag von 10,2 Millionen Euro zu Buche.

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