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Pokern, Prassen, Premier League Bundesliga zwischen Geldsegen und Fluch

Der millionenschwere Geldregen aus der Premier League stellt die Bundesliga auf die Probe. Für die kleinen Clubs ist er ein Segen, für die Großen der Branche wird er zum Drahtseilakt. Roberto Firmino war nur der Anfang.
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Wegen hoher Erlöse aus dem Verkauf von TV-Rechten können englische Clubs derzeit Rekordsummen für neue Spieler bieten. Quelle: gms
„Der englische TV-Markt ist explodiert“

Wegen hoher Erlöse aus dem Verkauf von TV-Rechten können englische Clubs derzeit Rekordsummen für neue Spieler bieten.

(Foto: gms)

Wolfsburg/Manchester Die gigantische Finanzkraft der Premier League droht die Bundesliga zu spalten. Ein kleinerer Club wie die TSG Hoffenheim freut sich über 41 Millionen Euro für Roberto Firmino, die Großen der Branche geraten immer stärker unter Druck. Gerade zwei Monate ist der Rekord-Transfer des Brasilianers zum FC Liverpool alt – und der nächste Millionen-Irrsinn bahnt sich bereits an. Bis zu 80 Millionen Euro soll Manchester City für Wolfsburgs Kevin De Bruyne bieten.

„Es ist Wahnsinn, was da passiert“, hatte Bayern Münchens Jérôme Boateng jüngst kommentiert. Doch wer den irrwitzigen Angeboten von der Insel widerstehen will, muss seine Spieler auch mit enormen Gehaltserhöhungen überzeugen.

Jüngstes Beispiel ist Boatengs Teamkollege Thomas Müller. Manchester United soll großes Interesse am Weltmeister haben, die Bayern wollen ihn unbedingt halten. Potenzielle Ablösesummen von bis zu 100 Millionen Euro geisterten in der Vergangenheit durch die Medien. Doch die Bayern blockten ab. Auch weil es zum Selbstverständnis des Rekordmeisters gehört, keine Spieler abzugeben, die man nicht abgeben will. Aber der Poker scheint finanzielle Folgen zu haben. Laut „Sport Bild“ wollen die Münchner nun das Gehalt des 25-Jährigen deutlich aufstocken.

Auch der VfL Wolfsburg hatte lange versucht, im Transfer-Wahnsinn um De Bruyne mitzuhalten. Manager Klaus Allofs war bereit, den eigentlich noch bis 2019 laufenden Vertrag deutlich aufzuwerten, hatte laut Medienberichten aber „nur“ 11,5 Millionen Euro jährlich geboten. Trotzdem will De Bruyne unbedingt weg. In England soll der 24-Jährige jährlich umgerechnet bis zu 20 Millionen Euro verdienen können. Da kann selbst der VW-Club nicht mithalten.

„Der englische Fernsehmarkt ist explodiert, da ist unheimlich viel Geld auf dem Markt“, sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler dem TV-Sender Sky. Die Premier League hatte zu Jahresbeginn einen Fernsehvertrag für die Jahre 2016 bis 2019 abgeschlossen und kassiert dafür mehr als drei Milliarden Euro pro Saison. Bereits in der abgelaufenen Saison strichen die Queens Park Rangers als Tabellenletzter mit 86 Millionen Euro an Fernsehgeldern deutlich mehr ein als der deutsche Meister Bayern München (50,6 Millionen Euro).

Was die Fußballklubs durch Trikotwerbung verdienen
Platz 18: SV Darmstadt 98
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Der Aufsteiger hat den niedrigsten Etat der 1. Liga – und bekommt auch den geringsten Betrag für sein Trikotsponsoring: Die Software AG überweist jährlich 1,5 Millionen Euro an Darmstadt. Der weltweit drittgrößte Anbieter von Integrationssoftware für Unternehmen ist ein treuer Wegbegleiter der „Lilien“. Seit 2008 ziert das Logo die Trikots.

Quelle: Statista

(Foto: dpa)
Platz 17: FC Ingolstadt
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Media Markt versucht sich seit dieser Saison in Sachen Fußball-Sponsoring. Neben Audi und Adidas ist die Elektronikmarktkette einer der drei Hauptsponsoren des FC Ingolstadt 04. Zwei Millionen Euro kassiert der Aufsteiger dafür.

(Foto: Reuters)
Platz 16: FC Augsburg
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Der FC Augsburg vertraut seit dieser Saison auf die Münchener WWK Versicherungsgruppe und bekommt dafür in den kommenden drei Spielzeiten jährlich mehr als drei Millionen Euro. Zudem hat der Konzern zunächst für zehn Jahre die Namensrechte am Augsburger Stadion erworben.

(Foto: dpa)
Platz 15: Hannover 96
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Das Familienunternehmen Heinz von Heiden baut nicht nur Massivhäuser, sondern sponsort seit 2014 auch Hannover 96. Die Zusammenarbeit ist zunächst für drei Jahre vereinbart worden und bringt den Niedersachsen jährlich vier Millionen Euro.

(Foto: AFP)
Platz 14: FSV Mainz 05
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Die profine GmbH hat ihr bisheriges Engagement beim 1. FSV Mainz 05 ausgebaut und ist seit dieser Saison Hauptsponsor der Rhein-Hessen. Eine der Marken, Kömmerling, wird in den kommenden drei Jahren auf dem Trikot der Rheinhessen beworben. Der FSV bekommt dafür 13 Millionen Euro, ergo etwas mehr als 4,3 Millionen jährlich.

(Foto: dpa)
Platz 13: TSG 1899 Hoffenheim
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Die SAP AG, einst von 1899-Mäzen Dietmar Hopp mitgegründet, ist langjähriger Unterstützer der TSG Hoffenheim. 4,5 Millionen Euro zahlt der Softwaregigant an den Verein, um auf dem Trikot werben zu können.

(Foto: AFP)
Platz 12: 1. FC Köln
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Dass sich der 1. FC Köln Spieler wie Yuya Osaka leisten kann, verdankt er auch dem Trikotsponsor Rewe. Der Einzelhandelsgigant überweist fünf Millionen Euro im Jahr.

(Foto: dpa)

Über den englischen Geldregen können sich Manager wie Völler zwar einerseits freuen. Denn der 55-Jährige hätte sich noch vor wenigen Jahren wohl kaum vorstellen können, dass die Tottenham Hotspur für einen Spieler wie Heung Min Son eine in Medienberichten kolportierte Ablöse von rund 30 Millionen Euro zahlen würden. Andererseits: „Die versuchen natürlich, in ganz Europa Spieler zu verpflichten“, sagte Völler. „Wir sind ein Club, der da hin und wieder drunter leiden wird.“

Jüngster Hauptdarsteller in Englands Transfer-Zirkus ist übrigens Neymar. Der brasilianische Superstar ist momentan beim FC Barcelona angestellt, auch an ihm soll Manchester United großes Interesse haben. Mögliche Ablösesumme? Von bis zu 230 Millionen Euro schreiben englische Medien. Das wäre selbst für die Premier League ganz schön viel Geld.

  • dpa
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