Pro Fortuna Warum Düsseldorf aufsteigen muss

Viel Tradition, ein bemerkenswerter Leidensweg, die beste Musikauswahl im deutschen Fußball, tolle Fans und ein menschliches Duracell-Häschen - Düsseldorf muss aufsteigen, findet Handelsblatt-Autor Patrick Kleinmann.
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Jubel über den Führungstreffer im Spiel gegen den MSV Duisburg: Die Fortuna will auch in der Relegation feiern. Quelle: dpa

Jubel über den Führungstreffer im Spiel gegen den MSV Duisburg: Die Fortuna will auch in der Relegation feiern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer absolute Tiefpunkt ist erst neun Jahre her: Am 25. Mai 2003 beendete Fortuna Düsseldorf in der damals viertklassigen Oberliga Nordrhein das letzte Saisonspiel gegen Aufsteiger Wuppertaler SV mit einer Niederlage und die Saison mit einem negativen Torverhältnis auf Platz acht – zwischen dem 1. FC Bocholt und GFC Düren. Der letzte Akt einer denkwürdigen Tragödie, die den deutschen Meister von 1933 innerhalb von sechs Jahren aus der Bundesliga in die rheinische Fußball-Provinz befördert hatte.

Patrick Kleinmann

Handelsblatt-Autor Patrick Kleinmann

Inzwischen ist nach Jahren des Missmanagements und selbstherrlicher Präsidenten Ruhe in den Verein eingekehrt: Die Fortuna ist – ebenso wie die Heimat bietende Landeshauptstadt – wieder schuldenfrei. Und genau wie Düsseldorf steht auch die Fortuna für so viel mehr als pelztragende Millionärsgattinnen oder Werbeschaffende mit einheitlichen Kreativbrillen. So bestimmt im Stadion in „DJ Opa“ seit Jahren eine Düsseldorfer Punkszenen-Ikone die Musik. Statt der Hermes House Band oder David Guetta laufen vor Anpfiff The Clash und die Fehlfarben - oder wenn die Fortuna sich eine der äußerst seltenen Heimniederlagen leistet auch mal „Boys Don’t Cry“ von The Cure.

Fast 32.000 Zuschauer pro Partie sorgten in den 17 Meisterschaftsspielen für den besten Schnitt der Vereinsgeschichte und mehr Besucher als bei den Bundesligisten Leverkusen, Wolfsburg, Augsburg, Hoffenheim oder Freiburg. Die grandiose Stimmung hat sich schon bis nach Berlin herumgesprochen: „Achtung, Hertha! Diese Zuschauer stehen wirklich wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft, feuern sie lautstark an, pfeifen jede gegnerische Mannschaft gnadenlos aus“, warnte die spionierende B.Z. bereits.

Selten zuvor gab es in Düsseldorf eine solch große Fußball-Euphorie: Die Anzahl an Autoaufklebern, Flaggen und Fandevotionalien tragenden Menschen ist selbst mit legendären Europapokalzeiten Ende der 70er Jahre nicht zu vergleichen. Fortuna ist in Düsseldorf wieder in Mode und diesmal scheint es ein langfristiger Trend zu werden: Die Fanszene ist jung - und in großen Teilen auch leid-erfahren genug. Nicht umsonst gab es früher die oft zitierte Weisheit, dass „ein guter Moment der Fortuna immer mit sieben schlechten Momenten bezahlt wird.“ Das scheint Vergangenheit.

Düsseldorf ist reich UND sexy
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7 Kommentare zu "Pro Fortuna: Warum Düsseldorf aufsteigen muss"

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  • Was ist denn das für eine abstruse Theorie? Als Fortuna-Fan hätte man also, nur der Demut wegen, in der zurückliegenden Saison nur vier Strafstöße als maximale Grenze goutieren müssen und die übrigen, u.a. laut Kicker berechtigen Strafstöße, dem Verständnis der Frankfurter und Duisburger Fans opfern sollen? Wie viele berechtigte Strafstöße schenken denn andere Vereine ab? Oder umgekehrt: Wer foult gezielt Stürmer des Gegners im eigenen Strafraum, damit auch andere Mannschaften mehr Elfmeter zugesprochen kommen?

    PS: "Ihr seid so lächerlicher..."

  • Also, mal ehrlich: 14 Elfmeter!!! Und das bei einem Schnitt von nicht mal 4 Elfern bei den anderen Vereinen der 2. Liga. Darüber muss doch selbst ein eingefleischter Fortune mal nachdenken. Man stelle sich einfach vor, Fortuna hätte auch nur 4 Elfmeter bekommen...und selbst bei 9 Elfmetern, wie der "Zweitplatzierte" in dieser Statistik, würde sehr wahrscheinlich ein anderer Verein in der Relegation spielen!
    Ein wenig mehr Bescheidenheit und Demut täte der Fortuna und ihren Fans sehr gut.

  • *GÄHN*
    12 durchschnittliche Zeilen, mit abstrusen
    Ve(h)rschwörungstheorien. Typisch Frankfurter Schule halt, ne ?
    14 Elfer und 12 davon verwandelt. Echt Cool !
    Man muss auch jönne könne ;-)
    Patrick,kommenden Dienstag bitte Artikel komplettieren.

  • *GÄHN*
    Was für ein selbstverliebter Artikel...
    Soll wohl als Hommage für die letzten 9 Jahre durchschnittlichen Fußballs der Landeshauptstädter gelten?
    Naja... Niersbach und Netzer werden das Kind schon schaukeln, ne? Zur Not wird halt nachgeholfen.
    Ob in der ersten Liga allerdings 14 Elfmeter reichen?
    Glaube nicht. BTW: Wer rollt sich eigentlich, schreiend und mit schmerzverzerrtem Gesicht, in der nächsten Saison über den Rasen der Liga? Vorzugsweise im gegnerischem Strafraum, natürlich.
    Als Schauspiel-Ersatz für diesen Komiker im Sturm - wie heißt er noch? - muss ja auch noch wer her.
    Man wird es sehen...

  • Fortuna muss für Düsseldorf gewinnen – insbesondere für die beliebte Kö- und Rheinprominenz! Erst dann kann man zu zukünftigen Spielen auch Handtaschen von Louis Vuitton mit F95-Button in den Fanshops anbieten. Aus Fortuna wird ein nobler Klub für die High Society und die Spieler werden die Püppchen der Saison, denen man Leckerli zuwerfen kann. Hach, wie schön. Allein das neue Outfit rechtfertigt Eintrittspreise in der Esprit-Arena ab 1000 Euro pro Spiel. Alles andere wäre doch viel zu ordinär. Ach, Kinder, ich drücke Fortuna beide Gesäßhäften. Gottchen, ist das heute warm.

  • Na wenn man so wie ich, die Fans aus der Domstadt erlebt hat, sind mir die Düsseldorfer allemal lieber. Und ich meine nicht nur das dreckige Dutzend und die wilde Horde.

  • Heute abend alle Pro Hertha!
    Wenn schon nicht der FC gegen die Elf aus dem Dorf am Niederrhein gewinnen darf, sollen dies doch bitte die Hauptstädter erledigen.
    Die verbotene Stadt in Liga 1, da bekomme ich das kalte Grausen....

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