Real Madrid Deutsche bauen den „Königlichen“ ein neues Bernabéu

Luxushotel, Schiebedach und Einkaufszentrum: Das Stadion von Real Madrid soll das „wichtigste der neuen Generation“ werden. Eines der bekanntesten deutschen Architekturbüros setzt den 400 Millionen Euro teuren Bau um.
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Die Galaktischen bekommen ein Ufo
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Nur eineinhalb Wochen nachdem die Erzrivalen aus Barcelona bekanntgegeben haben, ihr Camp-Nou-Stadion im großen Stile umbauen zu lassen, ziehen die Königlichen nach. Real-Präsident Florentino Perez stellte der Öffentlichkeit die Pläne für das neue Bernabéu-Stadion vor. Der Mega-Umbau soll 400 Millionen Euro kosten und laut Perez in der kommenden Saison beginnen.

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2017 sollen die Arbeiten fertig sein. Und wenn alles gut gegangen ist, sollte das Bernabéu dann so aussehen. Der Gang knapp unter dem Stadiondach gewährt einen Blick über Spaniens Hauptstadt. Die Videowand-Fassade lässt die schönsten Momente in der Vereinsgeschichte der Königlichen noch einmal Revue passieren. Hier kann man Zinédine Zidane gerade dabei zuschauen, wie er Bayer Leverkusen das Finale der Champions League 2001/02 versaut.

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Zur Finanzierung sucht Real noch einen Sponsor, der für die Hälfte der Kosten aufkommen soll. Im Gegenzug darf dieser neben dem früheren Real-Präsidenten Santiago Bernabéu den Namen geben. Im Gespräch sind Coca-Cola und Microsoft. Die andere Hälfte der Kosten will der hoch verschuldete Verein durch Mitgliederanleihen finanzieren.

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Auffällig sind die geschwungenen Formen des neuen Bernabéus. Ein architektonischer Kniff, der Agilität und Geschwindigkeit wiederspiegeln soll.

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Neu ist auch die die vollständige Überdachung der Arena. Innerhalb von 15 Minuten soll sich das Verdeck über dem Spielfeld öffnen können.

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Zusätzliche Einnahmen sollen ein an den Stadionkomplex angeschlossenes Luxushotel sowie ein Einkaufs- und ein Vergnügungszentrum in die Kassen spülen. Perez hofft auf eine Steigerung der Erträge von mehr als 30 Prozent.

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Macht auch bei Nacht eine gute Figur: Das neue Bernabéu mit strahlender Fassade. Die Pläne stammen von einem Hamburger Architektenbüro, das sich in einem internationalen Wettbewerb gegen drei andere Mitbewerber durchsetzen musste.

MadridFlorentino Pérez ist ein Freund der Superlative. So ist es nur folgerichtig, dass der Klub des Bauunternehmers, für den er teure Stars wie Cristiano Ronaldo und Gareth Bale einkaufte, nun ein neues Mega-Stadion erhalten soll. Das schon 67 Jahre alte Santiago Bernabéu-Stadion in Madrid wird nach einem Entwurf des Hamburger Architektenbüros gmp aufwendig umgebaut und um ein Luxushotel und ein Einkaufszentrum ergänzt.

„Wir wollen, dass es das beste Stadion der Welt mit der größtmöglichen Bequemlichkeit wird, eine Ikone der vanguardistischen Architektur“, verkündete Klubpräsident Pérez vollmundig bei der Präsentation des neuen Entwurfs. „Das beste Stadion an einem einzigartigen Platz wird ein internationales Symbol werden.“

Perez ist bekannt für seine großen Versprechen, wie die FAZ erinnert: „Wir werden das beste Stadion des 21. Jahrhunderts haben“, sagte Pérez 2004, als er sich im Sommer als Präsident wiedergewählt werden wollte. Gewonnen hatte der Klub unter seiner Führung allerdings keinen Titel. „Wenn ich gewinne, beginnen die Arbeiten am Tag nach der Wahl“, sagte er damals. Doch er hielt nicht Wort. Die Arbeiten begannen nicht.

Im Februar 2006 trat Perez zurück und kehrte drei Jahre später zurück. Um zehn Jahre nach seinem ersten Versprechen ein neues zu geben.

Wahrmachen sollen es diesmal Deutsche. Der für den siegreichen Entwurf verantwortliche Architekt Volkwin Marg aus Hamburg hat bei der Ausschreibung internationale Größen wie Norman Foster oder Herzog & De Meuron ausgestochen. Für den Hamburger Entwurf sprach, dass sich Marg bereits als Spezialist für Fußballstadien einen Namen gemacht hat.

Der 77-Jährige Mitbegründer und Partner von gmp baute unter anderem im südafrikanischen Durban ein Stadion für die Fußballweltmeisterschaft 2010, und war auch für den Umbau des historischen Berliner Olympiastadions verantwortlich. gmp ist eines der bekanntesten Architekturbüros Deutschlands, hat etwa den Berliner Hauptbahnhof realisiert, den Flughafen Tegel und zahlreiche Fußballstadien im WM-Land Brasilien.

„Wir haben die Ehre, am Bau von mehr als 20 Stadien beteiligt gewesen zu sein, aber dieses ist das wichtigste Projekt unserer Karriere. Wir präsentieren Ihnen das wichtigste Stadion der neuen Generation“, erklärte der weißhaarige Deutsche bei der Präsentation seines Entwurfs in Madrid.

Das von ihm ersonnene Bernabéu wird seine Kapazität auf fast 90.000 Zuschauern erhöhen, über mehr Restaurants und VIP-Logen als bisher verfügen und vor allem ein Dach haben, das sich innerhalb von 15 Minuten öffnen und schließen lässt.

Die bisher recht hässliche Betonstruktur an der Madrider Prachtallee Paseo de la Castellana wird von einer geschwungenen Titanhülle umhüllt, deren vordere, zur Castellana zeigende Seite mit Leuchtdioden durchzogen ist und so zu einer gigantischen Leinwand werden kann. „In speziellen Momenten wird die Leinwand benutzt, um das was im Inneren stattfindet nach außen zu projektieren“, erklärt Marg.

Umbau beginnt Ende des Jahres
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6 Kommentare zu "Real Madrid : Deutsche bauen den „Königlichen“ ein neues Bernabéu"

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  • Das Büro gmp hat nie einen eigenen Stil entwickelt.

    Das unterscheidet es von der Ersten Garde dann doch erheblich.

    Dieser Umbau ist zwar schnieke, aber das war's auch schon.

  • Mit deutschen Bau-Großprojekten sind die Risiken derzeit eher sehr groß.BER - Hamburg -Stuttgart lassen grüßen.Und dann noch ein Hamburger Architekt - Mahlzeit,die Spanier beweisen Mut!

  • Erinnert mich sehr an Rom. Je schlechter es wirtschaftlich läuft, desto größer das Stadion um abzulenken! Brot und Spiele!

  • LOL!
    Besser als BER, denn GMP waren Generalplaner von dem Teil.

  • Die spannende Frage dabei: Wie wurde dies finanziert? Die spanischen Banken wurden und werden ja mit Hilfe des EFSF und des ESM mit erheblichen Mitteln gestützt, haben noch einen unbekannten Abschreibungs- und Rekapitalisierungsbedarf und möchten eine europäische Bankenunion. Zahlreiche spanische und italienische Fußballvereine haben eine gewaltige Schuldenlast zu tragen, Spielereinkäufe erfolgen trotzdem mit gigantischen Summen.

    Offenbar hat man in Spanien bezüglich der Immobilien kaum etwas dazu gelernt, kein Problem, dafür hat man ja den Euro und die Rettungsfonds, im Notfall hilft die EZB aus.

  • Arbeitstitel des Projekts: Die Bettpfanne !

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