Rekordmeister Bayern soll kein Stimmungskiller sein

Die Meisterfrage scheint schon vor dem ersten Anpfiff geklärt. Langeweile? Diese Frage weisen die Liga-Macher aber zurück. Der Vorfreude auf die Bundesliga-Saison tut die Dominanz des FC Bayern keinen Abbruch.
Update: 12.08.2015 - 11:35 Uhr Kommentieren
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David Alaba (Mitte) grüßt in die Kamera. Quelle: Reuters
Bayernspieler in Schanghai

David Alaba (Mitte) grüßt in die Kamera.

(Foto: Reuters)

FrankfurtAuch der FC Bayern hat noch einen Traum - und er dürfte nach aller Fußball-Logik Realität werden. Vor dem Anpfiff der 53. Bundesliga-Saison am Freitag (20.30 Uhr/ARD/Sky) mit dem Nostalgie-Klassiker gegen den Hamburger SV ist der mögliche vierte Meistertitel in Serie nicht nur in München ein heiß diskutiertes Thema. Die Liga debattiert mit Verve die Übermacht des Rekordchampions. Ein probates Mittel gegen die Bayern-Dominanz will zumindest vor dem Auftakt aber niemandem einfallen.

„Die Frage, wer in der kommenden Saison Meister wird, kann eingestellt werden. Mit den Bayern wird es zum ersten Mal einen Verein geben, der zum vierten Mal in Serie deutscher Meister wird. Und im übernächsten Jahr wahrscheinlich erstmalig zum fünften Mal“, sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der BVB selbst steht nach dem Trainerwechsel von Jürgen Klopp zu Thomas Tuchel vor einer richtungsweisenden Spielzeit.

Auch vom VfL Wolfsburg, der die Dortmunder im Ensemble der Bayern-Jäger als erster Kandidat und Vize-Meister abgelöst hat, gibt es keine provokante Kampfansage: „Im Normalfall ist der FC Bayern München auch in dieser Saison das Maß aller Dinge“, sagte Trainer Dieter Hecking.

„Durch die Zugänge Arturo Vidal und Douglas Costa sind sie noch flexibler geworden, Pep Guardiola verfügt über einen Kader mit fast beispielloser Qualität. Das heißt aber nicht, dass der Titel bereits vergeben ist“, sagte Bundestrainer Joachim Löw aber über die Bayern und den Meisterschaftskampf in einem Interview, das der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch auf seiner Homepage veröffentlichte.

Und der Weltmeister-Macher rechnet auch nicht nur mit den Wolfsburgern als Bayern-Herausforderer. „Auch andere Mannschaften haben das Potenzial, die Meisterschaft ausgeglichener zu gestalten“, sagte Löw.

In München nehmen sie all das sicherlich zur Kenntnis. „Es ist nicht einfach, aber das ist ein gutes Ziel für uns. Diese Spieler können das zum ersten Mal schaffen“, sagte Trainer Pep Guardiola vor seiner dritten - und vielleicht letzten - Saison in der Bundesliga.

Vielleicht ist die Fokussierung auf die nationalen Ehren aber auch ein bajuwarisches Ablenkungsmanöver. Denn ein eventuelles, erneutes (zu frühes) Scheitern in der Champions League könnte mit der nationalen Rekordmarke übertüncht werden.

Dauerpatienten auf dem Weg zum Comeback
Alexander Baumjohan (Hertha BSC)
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Sie haben alle eins gemeinsam: Sie gehören zu den Dauerpatienten der alten Bundesliga-Saison. Nun steht so mancher Langzeitverletzter vor der Rückkehr, andere müssen sich noch gedulden. So auch Alexander Baumjohann: Ein Fußball, ein Herz, zwei betende Hände. So übermittelte Baumjohann seine Freude, wieder spielen zu können. Der zweite Kreuzbandriss nacheinander hatte die Berliner vor einem knappen Jahr geschockt. Der Spielgestalter verpasste die gesamte Saison, in zwei Hertha-Jahren kommt er nur auf neun Bundesliga-Einsätze...

Verletzung: Zweiter Kreuzbandriss. Ausfallzeit: Fast zwei Jahre.
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Nun würde Baumjohann (M.) am liebsten gleich wieder loslegen. Für die Offensive wird er dringend gebraucht. Doch Pal Dardai sieht ihn vorerst maximal als Teilzeitkraft: „Dass er 90 Minuten spielt, das wird noch ein bisschen dauern.“

Niklas Süle (1899 Hoffenheim)
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Der 19-Jährige war bei Hoffenheim gesetzt, bis er sich verletzt verabschieden musste. Der Innenverteidiger verpasste die Rückrunde und die U21-EM in Tschechien. Nun soll sein Weg weitergehen und ihn in Zukunft auch in Joachim Löws Nationalteam katapultieren...

Verletzung: Kreuzbandriss. Ausfallzeit: Seit Dezember.
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Als „echtes Juwel“ mit „großartiger Mentalität“, lobte ihn Sportdirektor Alexander Rosen. Süles Vertrag wurde gerade bis 2019 verlängert. Er dürfte zum Liga-Auftakt und im DFB-Pokal von Anfang an spielen.

Franck Ribéry (FC Bayern München)
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Seit quälenden fünf Monaten macht der Franzose eine seiner schwersten Zeiten in acht Bayern-Jahren durch. Und noch ist unklar, wann er diese Phase hinter sich lassen kann. „Er wird zurückkommen, aber ich weiß nicht wann“, sagte Pep Guardiola mal. „Die erste Idee war vier, fünf Tage. Jetzt ist er immer noch verletzt.“

Verletzung: Sprunggelenksblessur. Ausfallzeit: Seit März.
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Zum Trainingsbeginn humpelte Ribéry noch mit Krücken und in Gips herum (hier mit Sportdirektor Matthias Sammer). Beides braucht er inzwischen nicht mehr. Zum Saisonstart fehlt er trotzdem sicher.

Alexander Meier (Eintracht Frankfurt)
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Am 14. März jubelte Meier zum bisher letzten Mal über ein Tor, bester Bundesliga-Torschütze war er am Ende dennoch. Trainer Armin Veh baut auf seinen Torjäger und ließ ihn das auch im Krankenstand spüren: Er ernannte ihn zum Kapitän...

Einer von Guardiolas Vorgängern - Jürgen Klinsmann - fasst die Stimmungslage zur Meisterfrage zusammen: „Wenn sich der amtierende Meister noch einmal mit internationalen Topspielern verstärkt - wie es die Bayern getan haben - ist sicher nicht davon auszugehen, dass der Abstand geringer wird“, sagte der 51-Jährige der „Stuttgarter Zeitung“

Langeweile also in der Liga? Dies ist für DFL-Boss Christian Seifert nicht die adäquate Frage. „Die Diskussion um die Langeweile in der Bundesliga ist langweilig. Sie ist komplett überflüssig, weil sie nichts mit der Realität zu tun hat“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). 40 Millionen Fußball-Fans gebe es in Deutschland und „15 Millionen Menschen, die die Bundesliga jede Woche am Bildschirm verfolgen. Das sportliche Abschneiden des Lieblingsvereins ist die Motivation dafür. Und nicht, wer Meister wird“.

„Ja wir schießen mit Kanonen auf Spatzen“
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