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Rekordmeister in Bedrängnis Anleihe kommt ManU sehr teuer zu stehen

Der englische Fußball-Rekordmeister hat seine Emission über 500 Millionen Pfund zwar zu günstigen Zinsen auf den Markt gebracht, musste dafür aber hohe Gebühren zahlen.
  • Ingmar Höhmann
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Beim ManU-Heimspiel gegen Hull City kam es zu lautstarken Protesten: „Liebe United, hasse Glazer“, schallte es durch das Stadion Old Trafford. Quelle: ap

Beim ManU-Heimspiel gegen Hull City kam es zu lautstarken Protesten: „Liebe United, hasse Glazer“, schallte es durch das Stadion Old Trafford.

(Foto: ap)

KÖLN. Der englische Fußball bangt um sein Aushängeschild: Hohe Schulden bringen Rekordmeister Manchester United in Bedrängnis. Eine Emission von Anleihen über 500 Mio. Pfund sollte dem klammen Klub letzte Woche etwas Luft verschaffen – doch nun offenbart sich der hohe Preis des Manövers: Nicht nur wird die Anleihe, die in zwei Tranchen in Dollar und Pfund auf den Markt kam, die Klubfinanzen jährlich mit Zinszahlungen in Höhe von rund neun Prozent belasten. Offenbar hat die Emission auch 54 Mio. Pfund Gebühren gekostet – mehr als der Etat eines mittelmäßigen Bundesligaklubs.

Im Zentrum der Kritik steht der amerikanische Eigentümer Malcolm Glazer. Er kaufte Manchester United 2005 für rund 790 Mio. Pfund und bürdete die dafür aufgenommenen Schulden dem Verein auf. Beim Heimspiel am Samstag gegen Hull City kam es zu lautstarken Protesten: „Liebe United, hasse Glazer“, schallte es durch das Stadion Old Trafford. Der Unmut der Anhänger entlädt sich auch, weil Glazer offen von einem Verkauf der Arena spricht, sollte sich kein Ausweg aus der Finanzmisere bieten – für viele Fans käme das einem Sakrileg gleich.

Bonds gelten als unattraktiv

Von Schuldentilgung kann keine Rede sein: Vergangene Saison stiegen die Verbindlichkeiten um 17 Mio. auf rund 716 Mio. Pfund. Die Zeitung „Guardian“ nannte Manchester United in Anlehnung an die insolvente US-Investmentbank „fußballspielende Lehman Brothers“: Eine giftige Kombination von hohen Schulden und wilden und unverantwortlichen Annahmen ber zukünftigen Erfolg bringe den Klub ins Schwanken.

Mit der Anleihenemission hat Manchester United zu einer Notlösung gegriffen, weil sich für die Refinanzierung auslaufender Kredite kein Geldgeber fand. Trotz der hohen Zinsen kommt der Verein noch gut weg. So nannte Jim O'Neill, Chef-Volkswirt der Investmentbank Goldman Sachs, die Bonds „unattraktiv“, die Schulden des Vereins seien zu hoch. „Das ist keine gute Sache. Ich kaufe die Anleihe nicht.“ Ähnlich äußerte sich Jonathan Moore, Analyst bei Evolution Securities in London: „Der Zins ist dem Risiko nicht angemessen. Es scheint, als ob viele Fonds in Europa ähnliche Bedenken haben.“

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