Schalke 04 Die wirtschaftliche Wiedergeburt der Knappen

Schalke 04 saniert sich durch Spielerverkäufe schneller als erwartet. Die Schulden sinken stark, das negative Eigenkapital ist bald weg, die Investitionen steigen. Wirtschaftlich steht Königsblau vor goldenen Zeiten.
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Auf SchalkeEs gab Zeiten, da schien Schalke 04 unter seinem Schuldenberg von 250 Millionen Euro die Luft auszugehen. Davon kann 2017 längst keine Rede mehr sein. Sportlich lief es in den vergangenen Jahren gut – und wirtschaftlich sogar ausgezeichnet. Nicht nur Rekordumsatz und Rekordergebnis im Geschäftsjahr 2016 sind ein Beleg dafür.

Entscheidend für die hervorragenden Zahlen in den vergangenen Jahren sind zwei herausragende Spielerverkäufe aus der vereinseigenen Knappenschmiede: Zunächst wechselte Weltmeister Julian Draxler zum VfL Wolfsburg, und dann ging Supertalent Leroy Sané zum Scheichklub Manchester City, wo mit Pep Guardiola einer der besten Trainer der Welt derzeit aktiv ist.

Finanziell lohnte sich dies über alle Maßen. In der Bilanz führte dies nach Steuern zu Gewinnen von 25,5 und 29,1 Millionen Euro in den Geschäftsjahren 2015 und 2016. Diese komfortable Lage ermöglichte nicht nur wie geplant, die Schulden abzubauen, sondern auch weiter in die Infrastruktur rund um das Stadion zu investieren.

Überdies ist das negative Eigenkapital drastisch gefallen. Mit minus 20,5 Millionen Euro liegt es nun auf einem Niveau, das angesichts der stillen Reserven in Bauten, Rechten und Spielern völlig unproblematisch ist. Ab 2018 beginnt wahrscheinlich sogar eine neue Zeitrechnung auf Schalke: Der Verein kann Eigenkapital aufbauen – so wie der FC Bayern dies seit Jahrzehnten macht.

Schalke-Finanzvorstand Peter Peters neigt dennoch nicht zur Euphorie. Gewohnt nüchtern kommentierte er vor Journalisten: „Mit den Zahlen können wir zufrieden sein.“ Er sprach von einer „enormen Stabilität“, die sich in der Bilanz widerspiegele, vor allem, weil die fixen Erlöse enorm gesteigert worden seien.

Dafür muss man wissen: Schalke hat keine Rechte verkauft, um schnelles Geld für den Profikader zu schöpfen. „Wir glauben, dass es am besten ist, wenn Schalke 04 sich selbst trägt“, formulierte Peters diese Vereinsphilosophie, die der Klub seit mehr als 20 Jahren verfolgt. Zentraler Punkt darin war der Bau der neuen Schalke-Arena, deren Bankschulden 2019 abbezahlt sein werden.

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