Schalke-Torjäger Vielflieger Huntelaar will schnell ankommen

Rekordeinkauf Klaas-Jan Huntelaar soll Schalke 04 mit seinen Toren zum lang ersehnten Titel führen. Aber auch kurzfristig ruhen große Hoffnungen auf dem Rekordeinkauf, so heute Abend beim Champions-League-Start in Lyon. Dabei ist der Vizeweltmeister noch gar nicht richtig angekommen bei den Königsblauen.
Auf ihm ruhen die Schalker Hoffnungen: Klaas-Jan Huntelaar. Foto: SID Images/Firo Quelle: SID

Auf ihm ruhen die Schalker Hoffnungen: Klaas-Jan Huntelaar. Foto: SID Images/Firo

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Klaas-Jan Huntelaar ist viel unterwegs in diesen Tagen. Von Amsterdam nach Gelsenkirchen, Bundesliga-Debüt in Sinsheim, Abstecher nach Mailand, zurück nach Deutschland, weiter nach Lyon - der neue Stürmerstar von Schalke 04 hat zuletzt mehr Zeit im Flugzeug und im Auto als auf dem Fußballplatz verbracht. "Ich habe ein paar Meilen gesammelt", sagte der Niederländer schmunzelnd.

Sein Last-Minute-Transfer vom AC Mailand zu den Königsblauen hat Hektik ins Leben des 27-Jährigen gebracht. Von der Nationalmannschaft ging es nach den ersten EM-Qualifikationsspielen sofort zum neuen Arbeitgeber - offizielle Vorstellung, ein Training, erstes Spiel. Im Schnellvorlauf erlebte der Torjäger seinen Wechsel in die Bundesliga.

Dabei blieb einiges auf der Strecke. "Er ist ja nur mit einer Hose und einer Zahnbürste gekommen", berichtete Trainer Felix Magath, der dem 14-Millionen-Mann nach zwei Einheiten schon wieder trainingsfrei gab - damit er aus Mailand die wichtigsten Dinge des Lebens in seine neue Wahlheimat bringen konnte. "Ich hatte eine Menge Gepäck", sagte Huntelaar, als er pünktlich am Düsseldorfer Flughafen zum Abflug zum Champions-League-Spiel bei Olympique Lyon auftauchte.

Magath rechnet mit schneller Integration

Wann der Vizeweltmeister richtig auf Schalke angekommen sein wird, werden die nächsten Spiele zeigen. Viel Zeit, zur Ruhe zu kommen und die neuen Kollegen kennenzulernen, hat der Stürmer nicht. Braucht er auch nicht, glaubt Magath: "Bei Top-Leuten ist die Integration in eine neue Mannschaft nicht so schwierig. Er weiß, wo das Tor steht."

Diese Ortskenntnis hat der teuerste Einkauf in der Schalker Vereinsgeschichte schon oft eindrucksvoll bewiesen. In seiner niederländischen Heimat, wo er in 107 Spielen in der Ehrendivision schier unglaubliche 93 Tore erzielte, ebenso wie in der Nationalmannschaft - erst jüngst wieder mit seinen fünf Treffern gegen San Marino (5:0) und Finnland (2:1).

Nur auf dem allerhöchsten Niveau fällt seine Bilanz bislang bescheidener aus: Bei Real Madrid und dem AC Mailand war er nur zweite Wahl, in der Champions League stand vor dem Spiel am Dienstagabend nur ein Treffer in fünf Spielen zu Buche, bei der WM in Südafrika wurde er lediglich viermal eingewechselt, traf einmal.

Huntelaar kritisiert Schalker Spielweise

"Natürlich sind Tore immer gut", sagt Huntelaar, der bei seinem Bundesliga-Debüt bei 1899 Hoffenheim beinahe sein erstes Tor für Schalke erzielt hätte. "Aber viel wichtiger ist es zu gewinnen." Dass ihm das mit den Königsblauen nicht auf Anhieb gelang, ärgerte ihn - so sehr, dass er gleich die Spielweise seiner neuen Kollegen öffentlich kritisierte. "Wir haben zu viele lange Bälle nach vorne geschlagen", sagte er: "Wenn wir dagegen kombinierten, waren wir gleich gefährlich, hatten Chancen. Wir müssen mehr und besser spielen."

Huntelaars Tore werden in dieser Saison auf Schalke besonders benötigt. Denn nach dem Radikalumbau durch Magath ist die Abwehrstärke der vergangenen Jahre dahin, vor allem in die Offensive wurde beim Großeinkauf investiert. "Einer wie er hat bei uns zuletzt gefehlt", sagte der Trainer-Manager, der den Niederländer vor allem als Partner für Spaniens Stürmerlegende Raul holte. Das Zusammenspiel der beiden habe schon gut geklappt, meinte Magath nach dem 0:2 gegen Hoffenheim. Auch Huntelaar fühlte sich neben seinem ehemaligen Real-Teamkollegen schon ganz wohl, "wir passen gut zusammen".

Doch Zählbares fehlt noch. "Wir brauchen ein gutes Resultat, dann läuft es auch", sagte der Niederländer, der in seiner Heimat "The Hunter", der Jäger, genannt wird. Den Fehlstart in die Bundesliga hält er deshalb nur für eine Momentaufnahme: "Ich denke, wir werden eine gute Saison spielen." Schließlich ist er mit einem ganz klaren Ziel nach Deutschland gekommen: "Ich möchte Titel gewinnen."

© SID

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