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Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Mit Gänsehaut am Anstoßkreis

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Mehr Frauen „würden uns nur gut tun“

Auch im Oberhaus hat sich Steinhaus höchste Anerkennung verschafft. Nach ihrer Premiere beim Spiel Hertha BSC - Werder Bremen lobte Berlins Torjäger Vedad Ibisevic: „Großer Respekt! Ich hätte nichts dagegen, wenn es in der Liga mehr Frauen als Schiedsrichter gäbe.“ Mehr Frauen in leitenden Positionen „würden uns nur gut tun“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich auf das Steinhaus-Debüt angesprochen und schlug verbal gleich eine ganz weite Flanke: „Die Geschichte sagt uns, dass es meistens nicht so gut war, wenn zu viele Männer am Regieren sind.“

Der DFB hatte die inzwischen dreimalige „Weltschiedsrichterin des Jahres“ lange zappeln lassen mit einer Beförderung in die höchste Liga. Dennoch hält sich Steinhaus raus aus der Kritik an den inzwischen entmachteten Schiedsrichter-Bossen Hellmut Krug und Herbert Fandel. Diesen hatte FIFA-Referee Manuel Gräfe öffentlich Vetternwirtschaft vorgeworfen. „In diesen Diskussionen ist so viel gesagt worden. Ich möchte öffentlich da wirklich keine Position beziehen“, sagt Steinhaus. Ob es eine grundsätzliche Änderung in der Führungsstruktur geben müsse? „Wenn dem so sein sollte, wird das sicherlich intern besprochen.“

Auch wenn Steinhaus bei ihren Bundesliga-Einsätzen im Fokus der Kameras steht, die wahre Arbeit verrichtet sie oft alleine – und die heißt: Training, Training, Training. Bei den Leistungstests muss die erste Schiedsrichterin der Bundesliga-Historie die gleichen Anforderungen erfüllen wie ihre männlichen Kollegen. Zum Beispiel sechs mal 40 Meter in jeweils sechs Sekunden sprinten, mit nur einer Minuten Pause zwischen den Distanzen.

„Ich trainiere inzwischen sehr viel effektiver als früher. Ich mache ganz viele Sprinteinheiten, Intervalltraining, natürlich auch Kraft- und Ausdauertraining“, erklärt sie. „Ja, bei mir gelten die gleichen Maßstäbe – was aber eigentlich nur fair meinen Kollegen gegenüber ist: Wir wollen ja die gleichen Spiele leiten.“

Daran haben sich inzwischen auch Profis wie Kerem Demirbay gewöhnt: Der heutige Nationalspieler hatte zu seiner Düsseldorfer Zeit 2015 nach einem Platzverweis durch Steinhaus sinngemäß gesagt: „Ich finde, Frauen haben im Männerfußball nichts zu suchen.“ Beim Spiel seines Clubs 1899 Hoffenheim gegen VfB Stuttgart ließ er sich nun ganz brav von Steinhaus das Abseits erklären, als bei seinem Pass nur noch ein Stuttgarter zwischen Ball und Tor war und sagte später: „Ich wusste in dem Moment die Regel nicht.“

  • dpa
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