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Sieg im Windsor-Park Weltmeister lösen Russland-Ticket

Schon ein Punkt hätte für das WM-Ticket gereicht - doch die DFB-Elf baute auch gegen Nordirlands Defensivspezialisten ihre makellose Bilanz aus. Der Weltmeister sicherte sich seine Teilnahme an der WM in Russland.
05.10.2017 Update: 05.10.2017 - 23:27 Uhr Kommentieren
Torschütze Joshua Kimmich in Aktion bei der WM-Qualifikation in Belfast: Nordirland - Deutschland. Quelle: dpa
WM-Qualifikation

Torschütze Joshua Kimmich in Aktion bei der WM-Qualifikation in Belfast: Nordirland - Deutschland.

(Foto: dpa)

Belfast Bundestrainer Joachim Löw klatschte jeden seiner Spieler ab und bedankte sich für das gelöste WM-Ticket. Mit weltmeisterlicher Souveränität hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihren Siegeszug fortgesetzt und die Qualifikation für Russland 2018 perfekt gemacht. Im von Löw zum „Finale“ ausgerufenen Duell wurden Nordirlands Defensivexperten beim 3:1 (2:0) am Donnerstagabend schnell entzaubert.

„Das Spiel haben wir so kontrolliert, wie wir es wollten. Wir haben wenig Chancen zugelassen. Es war wichtig, dass wir früh in Führung gegangen sind und das zweite Tor schnell nachgelegt haben“, sagte Löw im TV-Sender RTL. Sebastian Rudy mit seinem Premierentreffer (2. Minute) und der herausragende Sandro Wagner (21.) sorgten vor 18 104 Zuschauern im ausverkauften Windsor Park von Belfast schnell für klare Verhältnisse. Joshua Kimmich komplettierte mit seinem Volley-Tor (86.) den neunten Sieg im neunten Spiel der WM-Quali.

Josh Magennis (90.+2) gelang nur noch der Ehrentreffer für Nordirland. „Wir waren direkt da und hellwach“, sagte Kimmich. Im letzten Spiel in der Gruppe C am Sonntag in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan kann die DFB-Auswahl erstmals seit 36 Jahren eine makellose WM-Qualifikation perfekt machen. Mit 27 Punkten liegt sie schon jetzt uneinholbar vor den letztlich überforderten Briten, die sich in den Playoffs aber auch noch den WM-Traum erfüllen können. Löw kann schon jetzt mit den Feinplanungen für den Angriff auf den nächsten Titel im kommenden Sommer beginnen. „Wir wollen natürlich den Titel verteidigen, wir wollen da was reißen“, sagte Rudy.

Jogi Löw: „Gewinnen steht nicht an erster Stelle“

Trotz der Ausfälle von einem halben Dutzend Stammkräfte wie Torwart Manuel Neuer, Mesut Özil, Sami Khedira, Jonas Hector, Mario Gomez oder Timo Werner dominierten Kapitän Thomas Müller und Co. die Nordiren. Etwas überraschend hatte Löw den Hoffenheimer Wagner in die Startelf befördert - was sich als perfekter Schachzug erwies.

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    „Er hat sich gut bewegt, engagiert gespielt und die Gegner beschäftigt“, lobte Löw. Der Wucht des 1,94 Meter großen Angreifers hatten die Nordiren nur wenig entgegenzusetzen. Nach dem frühen Traumtor durch Wagners früheren Hoffenheimer Teamkollegen und jetzigen Bayern-Profi Rudy nach nur 77 Sekunden sorgte Wagner immer wieder für Gefahr. Zunächst rettete Schlussmann Michael McGovern reaktionsschnell (5.), dann traf Wagner per Kopfball nach Flanke von Kimmich nur den Pfosten (17.).

    Vier Minuten später jedoch war McGovern erneut ohne Chance. Nach Zuspiel von Kapitän Thomas Müller drehte sich Wagner geschickt um die eigene Achse und traf mit dem linken Fuß unhaltbar zum 2:0 für die DFB-Elf. Damit kassierten die Nordiren in den ersten 20 Minuten gegen den Weltmeister so viele Gegentore wie in der gesamten bisherigen WM-Qualifikation (beim 0:2 gegen Deutschland vor einem Jahr in Hannover). Mit einem souveränen Auftritt von der ersten Minute an verschafften sich die Deutschen Respekt und sorgten im schmucken Windsor-Park von Belfast für einen Stimmungsdämpfer bei den Fans.

    Löw verfolgte das erstaunlich einseitige Geschehen entspannt mit den Händen in den Hosentaschen am Spielfeldrand. So hatte er sich den Abend nur wünschen können. Im von ihm als „Finale“ bezeichneten Spiel sah er einen Klassenunterschied zwischen dem 1. und 2. der Gruppe C.

    Die Hintermannschaft mit Jérôme Boateng, der sein erstes Länderspiel seit einem Jahr bestritt, und seinem Bayern-Kollegen Mats Hummels, der im Zentrum als unumstrittener Abwehrchef die Kommandos gab, stand sicher. Nur einmal kamen die Nordiren in der ersten Hälfte gefährlich vor das Tor von Marc-André ter Stegen. Der Barcelona-Keeper vertrat den erneut verletzten Manuel Neuer und rettete in der 40. Minute per Fußabwehr gegen Corry Evans, nachdem Kimmich ausgerutscht war.

    Ansonsten zählte Kimmich auf der rechten Außenbahn zu den stärksten Akteuren. Der 22-Jährige war einer von fünf Bayern-Profis in Löws Startelf. Sollten die Münchner in der Krise sein - Kimmich steckte an diesem Abend nicht in selbiger. Und auch die anderen vier Bayern (Boateng, Hummels, Rudy, Müller) spielten souverän-solide, nur Müller hatte zu Beginn mit ein paar Schludrigkeiten im Abspiel zu kämpfen.

    So funktioniert der Confed Cup
    Die Teilnehmer
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    Seit die FIFA 1997 die Organisation des Turniers übernahm, wird mit acht Teams gespielt. Startberechtigt sind neben dem Gastgeber (Russland) und dem amtierenden Weltmeister (Deutschland) die sechs Gewinner der Kontinentalturniere der sechs FIFA-Konföderationen, für Europa also diesmal der amtierende Europameister Portugal, Chile für Südamerika, Mexiko für Nord- und Mittelamerika, Kamerun für Afrika, Australien für Asien und Neuseeland für Ozeanien.

    (Foto: dpa)
    Der Ursprung
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    Der ehemalige FIFA-Boss Joseph Blatter nannte den Confed Cup gerne das Turnier der Champions. Zuvor hatte 1992 und 1995 zwei Mal der sogenannter König Fahd-Pokal in Saudi-Arabien stattgefunden. Seit der Auflage 2005 in Deutschland wird der Confed Cup im Vierjahresrhythmus ausgetragen - immer im Gastgeberland der folgenden WM.

    (Foto: Reuters)
    Der Modus
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    Nach dem vieldiskutierten EM-Wirrwarr mit 24 Teilnehmern bringt der Confed Cup eine Erleichterung für alle Fußball-Romantiker, die es leicht und übersichtlich mögen. Die acht Teams spielen in zwei Gruppen mit je vier Teams jeder geben jeden. Die ersten und zweiten jeder Gruppe kommen ins Halbfinale und spielen über Kreuz die Endspielteilnehmer aus. Maßgeblich für die Platzierung ist bei Punktgleichheit zunächst das Torverhältnis und nicht der direkte Vergleich. Die Sieger der Halbfinals bestreiten das Finale am 2. Juli in St. Petersburg. Die Verlierer ermitteln am gleichen Tag zuvor in Moskau den Drittplatzierten.

    (Foto: dpa)
    Die Spielorte
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    Vier von elf russischen WM-Spielorten wurden für den Confed Cup ausgewählt. Im Gegensatz zur WM ist diesmal nicht Moskau sondern St. Petersburg das Herzstück, da in der Hauptstadt das Luschnikistadion noch nicht fertig renoviert ist. In der Krestowski Arena im Norden der ehemaligen Zarenstadt finden unter anderem Eröffnungsspiel und Finale statt. Außerdem ist Wladimir Putin St. Petersburger.

    (Foto: dpa)
    Die Spielorte
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    In Moskau wird nun in der kleineren Spartak-Arena gespielt. Die weiteren Partien finden in Kasan und Sotschi statt. Dort gibt es durch den Spitzenclub Rubin Kasan und die Winterspiele von 2014 schon adäquate Infrastruktur.

    (Foto: AP)
    Der Fluch
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    Es mutet paradox an, aber noch nie konnte ein amtierender Confed-Cup-Sieger auch die folgende WM gewinnen. Gleich vier Mal erwischte dieses Schicksal Rekordsieger Brasilien, der 1997, 2005, 2009 und 2013 das Konföderationen-Turnier gewann, ein Jahr später aber immer scheiterte.

    (Foto: dpa)
    Der Fluch
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    Bundestrainer Joachim Löw glaubt aber nicht an ein schlechtes Omen: „Sehen Sie, das wäre doch auch noch mal eine schöne Herausforderung.“, sagte er im Spaß über den Turniersieg 2017 und 2018 als Zielsetzung.

    (Foto: dpa)

    Die Unruhen in der Heimat nach der Trennung von Trainer Carlo Ancelotti und den jüngsten Meldungen über eine bevorstehende Rückkehr von Jupp Heynckes schienen die Münchner nicht zu beeinträchtigen.

    Erst nach dem Wechsel wurden die Gastgeber etwas mutiger und aktiver in der Offensive. Conor McLaughlin versuchte es über rechts, seine Hereingabe landete aber genau in den Armen des sicheren ter Stegen (54.). Vom von Löw befürchteten „alles oder nichts“ oder der „knackigen Aufgabe“, die Hummels erwartete, war aber (zu) wenig zu sehen. Insgesamt war die Löw-Auswahl auch in der etwas verhalteneren zweiten Halbzeit eine Nummer zu groß für die Briten.

    Müller hätte nach feiner Wagner-Flanke mit dem 3:0 alles klar machen können, doch McGovern lenkte den Kopfball noch mit einem Klasse-Reflex um den Pfosten (51.). Einen brenzligen Moment überstanden die Gäste in der 77. Minute: Josh Magennis spielte Hummels und Boateng aus, der eingewechselte Conor Washington traf nur die Latte. Trotz dieser kleinen Nachlässigkeit verteidigten die Deutschen ihren Vorsprung aber professionell. Der für Julian Draxler gekommene Leroy Sané schoss knapp drüber (81.), Kimmich setzte schließlich mit einem sehenswerten Volleyschuss ins kurze Eck das I-Tüpfelchen auf seine sehr gute Leistung.

    • dpa
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