Spanien in der Krise „Nationalelf ist kaputt“

Nach Niederlagen gegen Frankreich und Deutschland verliert Europameister Spanien auch in den Niederlanden. Das zuletzt arg gebeutelte Oranje-Team schöpft hingegen neue Hoffnung für die EM-Qualifikation.
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In Spanien ging die Presse mit der Selección hart ins Gericht. „Die Nationalelf ist kaputt“, beklagte die Zeitung „El Mundo“. Quelle: ap
Vicente del Bosque

In Spanien ging die Presse mit der Selección hart ins Gericht. „Die Nationalelf ist kaputt“, beklagte die Zeitung „El Mundo“.

(Foto: ap)

Amsterdam/MadridNicht einmal gegen die schwächelnden Niederländer kann Spanien gewinnen. Im Gegenteil: Der Fußballeuropameister ging gegen ein stark verjüngtes Oranje-Team schon nach einer Viertelstunde k.o. Dabei hatten die Spanier im Länderspiel in Amsterdam Revanche nehmen wollen für das 1:5-Debakel gegen die Niederlande bei der Weltmeisterschaft in Brasilien.

Aber dann lagen sie bereits nach 15 Minuten durch Tore von Stefan de Vrij (13.) und Davy Klaassen (15.) mit 0:2 zurück. Trainer Vicente del Bosque befürchtete, wie er nach der Partie einräumte, gar ein weiteres Fiasko. Ganz so schlimm kam es zwar nicht, allerdings gelang der ersatzgeschwächten „La Roja“ kein Treffer - es blieb beim 0:2.

Spanien kann gegen Teams der europäischen Spitze nicht mehr gewinnen. Nach der WM setzte es Niederlagen gegen Frankreich, die Slowakei, Deutschland und die Niederlande. Nur gegen Mazedonien, Luxemburg, Weißrussland und die Ukraine reichte es zu Siegen. „Das zeigt, wo Spanien steht“, zog die Zeitung „El País“ eine ernüchternde Bilanz. „Das Prestige ist aufgebraucht.“

Bei den Niederländern verschaffte der Erfolg Trainer Guus Hiddink nach den Blamagen in der EM-Qualifikation etwas Luft. „Dieser Fußball tut den Augen weh“, hatte der frühere Weltklassefußballer Johan Cruyff über das Spiel des Oranje-Teams gelästert. Nach dem Sieg am Dienstagabend über Spanien ging ein Seufzer der Erleichterung durch das geplagte Fußball-Land. „Durch diesen Sieg sitzt jeder wieder fester im Sattel“, meinte Mannschaftskapitän Wesley Sneijder erleichtert. „Das ist gut fürs Selbstvertrauen.“

Diese Fußballer verdienen am meisten
Platz 20: Mario Götze
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Mario Götze hat es gerade noch so in die Top 20 der Kohle-Könige in Europa geschafft. Insgesamt verdient der Schütze des goldenen Tores im WM-Finale 2014 16,9 Millionen Euro im Jahr.

Quelle: France Football

Platz 19: Karim Benzema
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Insgesamt kassiert der französische Nationalspieler Karim Benzema durch sein Gehalt bei Real Madrid und Werbeeinnahmen 17 Millionen Euro im Jahr.

Platz 18: David Luiz
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Nach seinem Wechsel von Chelsea London nach Paris kassiert der Brasilianer David Luiz nun insgesamt 17,2 Millionen Euro pro Jahr.

Platz 16: David Silva
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Knapp davor liegt der Spanier David Silva. Der Mittelfeldspieler kassiert insgesamt 17,3 Millionen Euro im Jahr.

Platz 16: Cesc Fabregas
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David Silva teilt sich Platz 16 mit seinem spanischen Landsmann Cesc Fabregas. Nach seinem Wechsel zu Chelsea verdient der Spielmacher ebenfalls 17,3 Millionen Euro im Jahr.

Platz 15: Iker Casillas
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Iker Casillas ist bei Real Madrid längst nicht mehr unumstritten, dennoch zählt er europaweit nach wie vor zu den Top-Verdienern. Der Spanier kassiert pro Jahr 17,8 Millionen Euro.

Platz 13: Angel Di Maria
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Der Argentinier Di Maria ist bei seinem neuen Klub Manchester United alles andere als glücklich. Angeblich plant er bereits seinen nächsten Wechsel. Zumindest finanziell hat sich sein Gastspiel gelohnt: Er verdient insgesamt 18,5 Millionen Euro pro Jahr.

Hiddink selbst gab sich nach wie vor unberührt von dem Sturm der Kritik der vergangenen Tage. „Nein, von meiner Schulter ist keine Last gefallen“, behauptete der Bondscoach trotzig, räumte aber ein: „Das ist ein guter Start mit Blick auf das nächste Qualifikationsspiel.“

In Spanien ging die Presse mit der Selección hart ins Gericht. „Die Nationalelf ist kaputt“, beklagte die Zeitung „El Mundo“. „Sie erinnert nicht mehr im Geringsten an das, was sie mal war. Gegen ein zweitklassiges Holland irrt eine spanische Elf ohne Klasse, ohne Ordnung und ohne Spannung über den Platz.“

Del Bosque musste sich vorhalten lassen, planlos Ersatzspielern zu einem Länderspieleinsatz verholfen zu haben. „Wir suchen nach einer neuen Nationalelf und sollten keine Ausflüge für die Selección veranstalten“, lästerte die Sportzeitung „As“. Das Konkurrenzblatt „Marca“ forderte gar: „Man sollte Freundschaftsspiele des spanischen Nationalteams für die nächsten 100 oder 200 Jahre verbieten. Sie sind reine Zeitverschwendung.“

Del Bosque nahm dagegen seine Mannschaft in Schutz. „Wir haben das Spiel dominiert und viele Chancen herausgespielt“, betonte der Trainer. „Das Einzige, was uns fehlte, waren die Tore. Aber alle großen Fußballer haben mal klein angefangen.“


  • dpa
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  • Das gleiche Phänomen wie bei den Engländern: Wer auf den relevanten Positionen im Sturm und Mittelfeld nur mit "Ausländern" spielt, kann zwar jeden Uefa-Wettbewerb gewinnen aber eben nicht mit der Nationalmannschaft. Ist ja nur gut für uns!

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