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Spielbericht HSV siegt hoch verdient gegen schwache Kölner

Der Treffer kam spät in der Kölner Begegnung am Sonntagabend: In der 88. Minute konnte Paolo Guerrero vom Hamburger SV seine Mannschaft schließlich doch noch für ihr weitgehend dominantes Spiel belohnen.
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Mehr Engagement: Hamburgs Robert Tesche (r) ist den kleinen Tick näher am Ball als Kölns Odise Roshi. Quelle: dpa

Mehr Engagement: Hamburgs Robert Tesche (r) ist den kleinen Tick näher am Ball als Kölns Odise Roshi.

(Foto: dpa)

Köln Der Hamburger SV hat seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt: Dem Peruaner Paolo Guerrero gelang am Sonntagabend beim hochverdienten 1:0 (0:0) des HSV beim schwachen 1. FC Köln in der 88. Minute mit seinem sechsten Saisontor der entscheidende Treffer. Die Hanseaten, seit dem 10. September des vergangenen Jahres in der Fremde ungeschlagen, ziehen nach ihrem vierten Auswärtssieg am enttäuschenden FC vorbei und setzen sich als Tabellenzehnter erstmal im Mittelfeld der Liga fest.

„Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir haben gefightet bis zum Schluss. Wir wollen uns weiter nach oben kämpfen“, analysierte HSV-Coach Thorsten Fink erleichtert. „wir sind zum ersten Mal in dieser Saison auf Platz zehn und haben jetzt acht Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz.“ In den drei Spielen nach der 1:5-Klatsche zuhause gegen Meister Dortmund holte der HSV sieben Punkte, darunter zwei Auswärtssiege. „Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte HSV-Mittelfeldmann David Jarolim. Kölns Martin Lanig fand, sein Team habe sehr gut gespielt, hatte diese Meinung aber praktisch exklusiv.

Die 46.500 Zuschauer im Kölner RheinEnergieStadion sahen über weite Strecken geballte Harmlosigkeit - das Bemerkenswerteste an der letzten Begegnung des 21. Spieltags war die Aufregung davor. Mit einem Frust-Interview zur Unzeit hatte der verletzte Podolski den Sonntag eingeleitet - und Clubführung und Fans mächtig verstimmt.

Der Nationalspieler warf seinem Arbeitgeber in der „Bild am Sonntag“ in überraschend scharfem Tom Konzeptlosigkeit, nicht eingehaltene Versprechen und fehlende Perspektive vor. FC-Geschäftsführer Claus Horstmann zeigte dafür wenig Verständnis: „Wir werden das sanktionieren.“ Podolski droht zumindest eine saftige Geldstrafe. Horstmann wollte allerdings nicht bestätigen, dass die Kölner Identifikationsfigur mit der öffentlichen Abrechnung den eigenen Abschied vorbereiten will. Podolskis Vertrag läuft 2013 aus.

Frierend verfolgte der Publikumsliebling die richtungsweisende Partie auf der Tribüne mit - und schien zunächst ähnlich überrascht wie seine Kollegen über den mutigen Auftritt des HSV. Wesentlich präsenter, versuchten die Hamburger das Spiel an sich zu reißen. Der Ballbesitzfußball bis zum Strafraum und die Disziplin, über die Außenpositionen die kompakten Kölner aus der Deckung zu locken, waren ganz ansehnlich, wirklich gefährlich wurde es im ersten Durchgang allerdings nicht.

Die Kölner setzten ihrerseits auf die „Safety First“-Variante und zwei Viererketten. Eigeninitiative Fehlanzeige, spielerische Fantasie ebenfalls. Die beiden einzigen Offensivaktionen der Gastgeber vor dem Wechsel waren alles andere als Hochkaräter. Der Pole Slawomir Peszko (14.) hämmerte den Ball drüber, Milivoje Novakovic (21.) blieb in aussichtsreicher Position mit einem Schussversuch hängen. Der 1. FC hatte in den ersten 45 Minuten weniger als 30 Prozent Ballbesitz - so wenig wie seit sieben Jahren bei einem Heimspiel nicht mehr.

Dabei wollten sich die Kölner angemessen auf ihre traditionelle Karnevalssitzung an diesem Montag einstimmen. Es blieb beim Vorhaben. Der HSV war auch in den zweiten 45 Minuten die aktivere und gefährlichere Mannschaft und hätte bei etwas mehr Konsequenz im Abschluss, schon früher den sechsten Saisonsieg klar machen können. Petric versemmelte nach einem schönen Doppelpass mit Guerrero (73.) in aussichtsreicher Position - Dennis Aogo vergab sieben Minuten vor dem Ende sogar frei vor FC-Keeper Michael Rensing. Guerrero erlöste schließlich die mitgereisten HSV-Fans - die Kölner Anhänger pfiffen ihre Lieblinge dagegen enttäuscht aus.

  • dpa
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