Sponsoring à la Westfalia Herne Das Vorname-Nachname-Stadion

Weil der Oberligist Westfalia Herne von Großsponsoren nur träumen kann, verlost er die Namensrechte an seinem Stadion. Mitmachen kann jeder, erlaubt ist fast alles.
  • Christian Spiller
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Das Stadion am Schloss Strünkede in Herne: Bald bekommt es einen neuen Namen. Quelle: Stahlkocher/Wikimedia Commons Quelle: Stahlkocher/Wikimedia Commons

Das Stadion am Schloss Strünkede in Herne: Bald bekommt es einen neuen Namen. Quelle: Stahlkocher/Wikimedia Commons

HERNE/HAMBURG. Eigentlich können sie in Herne nur verlieren. "Ja, klar, der Name hört sich schon gut an", sagt Ingo Finkenstein, Manager von Westfalia Herne. Er redet über einen Stadionnamen, wie es ihn im deutschen Fußball wohl kein zweites Mal gibt. "Stadion am Schloss Strünkede" - das klingt würdevoll, fast majestätisch, nach edlen Rittern, fairem Wettstreit und Burgfräuleins.

Das ist Vergangenheit. Bald könnte das Stadion von Westfalia Herne Großmutter-Erna-Stadion heißen, oder Hasimausi-Arena, oder Tischlerei-Hegerfeld-Kampfbahn, sollte das örtliche Handwerk den Oberliga-Fußball für sich entdecken. Der Fünftligist aus Nordrhein-Westfalen sucht einen neuen Stadionnamen, und geht den bisher wohl ungewöhnlichsten Weg: Er verlost ihn.

Westfalia Herne ist das, was man einen Traditionsverein nennt. Bis in die sechziger Jahre spielte der Club auf Augenhöhe mit den großen Nachbarn aus Dortmund und Gelsenkirchen, mehrfach sogar um die Deutsche Meisterschaft. Häufig kamen mehr als 30 000 Zuschauer ins "Stadion am Schloss Strünkede", der Heimat von Hans Tilkowski, dem Torwart, der das Wembley-Tor kassierte. Oder der von Werner Lorant, einem ebenso bärbeißigen Verteidiger wie späteren Trainer.

Dass die bekanntesten jüngeren ehemaligen Westfalia-Kicker keine Profi-Fußballer, sondern Medienschaffende sind - Sönke Wortmann, der das deutsche Sommermärchen verfilmte und Michael Steinbrecher, der es als ZDF-Moderator erklärte -, zeigt, dass die unmittelbare Vergangenheit sportlich weniger erfolgreich war. Der Verein pendelte in den vergangenen Jahrzehnten in den Amateurligen Nordrhein-Westfalens. In der vergangenen Saison konnten die Herner eine drohende Insolvenz abwenden, meist kamen nicht mehr als 600 Zuschauer.

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