Studie Gesundes Wachstum bei deutschen Profiligen

Die vier bedeutendsten deutschen Profiligen nach der Fußball-Bundesliga haben laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft "Deloitte" ihren Wachstumskurs in der Saison 2007/2008 fortgesetzt. Doch die Zukunftsaussichten für die 2. Fußball-Bundesliga, die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) sowie die Handball- und Basketball-Bundesliga sind angesichts der sich verschärfenden Wirtschaftskrise unsicher.

dpa HAMBURG. Dagegen bekommt die Fußball-Bundesliga in der laufenden Spielzeit den wirtschaftlichen Abschwung noch nicht zu spüren. Die Eliteklasse ist im Vergleich zu den anderen Topligen in England, Italien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden in Sachen Trikotsponsoring spitze. Nach Angaben des Kölner Marktforschungs-Instituts "Sport und Markt" erlösten die 18 Vereine 102,9 Mio. Euro für die Werbung auf der Spielkleidung und übertrafen erstmals die Grenze von 100 Mio. Euro.

Europas Vereins-Krösus in diesem Bereich ist laut den Ergebnissen des "European Jersey Report 2008/09" der FC Bayern München mit 20 Mio. Euro. Die meisten Trikotsponsoren in den europäischen Ligen kommen mit 80,7 Mio. Euro trotz der weltweiten Geldkrise aus der Finanz- und Versicherungsbranche. "Der Finanzsektor investiert 30 Mio. Euro mehr als jede andere Branche in Trikotsponsoring", meinte "Sport und Markt"-Vorstand Helmut Zastrow am Dienstag. "Die Sponsoringverträge haben eine längere Laufzeit, so dass die Finanzkrise noch nicht berührt." Zastrow rechnet auch für die kommenden Jahre kaum mit Auswirkungen auf den Fußball. "Fußball bleibt eine Topplattform."

Stefan Ludwig, Senior Manager der Sportbusiness Gruppe von Deloitte in Deutschland, sieht indes negative Folgen durch die Wirtschaftskrise für die Clubs aus den Ligen wie der 2. Fußball- Bundesliga, der DEL, der Handball- oder der Basketball-Bundesliga. "Wenn es dazu kommt, dass sich nicht nur Großunternehmen, sondern auch der Mittelstand zurückziehen könnte, hätten insbesondere die kleinen Ligen Probleme", sagte er am Dienstag. Die Vereine und ihre Sponsoren seien eher regional geprägt. "Es wird eine Herausforderung sein, das Niveau zu halten."

In der Saison 2007/2008 blieben die Clubs von wirtschaftlichen Problemen noch verschont. Laut der Deloitte-Studie, die am Dienstag in Frankfurt/Main vorgestellt wurde, erwirtschafteten die vier untersuchten Spielklassen einen Gesamtumsatz von 500 Mio. Euro. Dies war eine Steigerung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Die wirtschaftliche Entwicklung der vier Profiligen in Deutschland ist ausgesprochen positiv - stetig wachsende Umsatzzahlen und das, obwohl die Ligen mit Ausnahme der 2. Fußball-Bundesliga nicht an die lukrativen TV-Töpfe herankommen. Alle verzeichneten zudem in der abgelaufenen Saison einen Zuschauerrekord", meinte Ludwig. Basis der Studie waren die Finanzzahlen der Ligen sowie weitere Informationen von den nationalen Sportverbänden.

Am umsatzstärksten war die 2. Fußball-Bundesliga trotz eines Rückgangs um ein Prozent auf 271,6 Mio. Euro. Den größten Einnahmesprung machte die Handball-Bundesliga von 54,8 Mio. auf 74,6 Mio. Euro - eine Folge des wachsenden Interesses nach dem Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft bei der WM im eigenen Land. Auch die DEL (von 81,3 auf 89 Millionen) und die Basketball- Bundesliga (von 43,1 auf 46,7 Millionen) steigerten ihre Umsätze.

Stärkste Einnahmequellen der vier Ligen sind das Sponsoring und das Merchandising mit einem Anteil von 42 Prozent. An zweiter Stelle kommen die Spieltagerlöse. Eine Ausnahme bildet die 2. Fußball- Bundesliga: Hier stellen die TV-Gelder den größten Anteil der Erträge. Ob auch in Zukunft die Einnahmen aus der Fernseh-Vermarktung so sprudeln, ist wegen des noch nicht abgeschlossenen neuen TV- Vertrags nicht sicher. Größter Ausgabenposten in allen Ligen sind die Personalaufwendungen. Diese stiegen insbesondere in der Handball- Bundesliga mit 30 Prozent am stärksten an.

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