Supercup Wölfe zeigen vom Punkt mehr Biss

Nach den Supercup-Pleiten 2013 und 2014 gegen Dortmund wollten die Bayern unbedingt den ersten offiziellen Titel der neuen Saison holen. Doch dies klappte wieder nicht. Nach dem Elfmeterschießen jubelte erstmals der VfL.
Kommentieren
Matchwinner Bendtner jubelt mit Kevin De Bruyne. Wolfsburg holt den Supercup – und zeigt, dass mit den „Wölfen“ auch beim Kampf um die Meisterschaft zu rechnen sein dürfte. Quelle: dpa/picture-alliance
Wolfsburg holt den Supercup

Matchwinner Bendtner jubelt mit Kevin De Bruyne. Wolfsburg holt den Supercup – und zeigt, dass mit den „Wölfen“ auch beim Kampf um die Meisterschaft zu rechnen sein dürfte.

(Foto: dpa/picture-alliance)

WolfsburgAuch im dritten Anlauf hat Pep Guardiola den ersten Supercup-Sieg verpasst. Der spanische Trainer verlor am Samstag mit dem deutschen Meister FC Bayern München nach einem Fußball-Krimi im Elfmeterschießen mit 4:5 bei Pokalsieger VfL Wolfsburg. Nur wenige Minuten fehlten Guardiolas Mannschaft nach den beiden Niederlagen gegen Borussia Dortmund in den Vorjahren. Doch dann glich der eingewechselte Nicklas Bendter (89. Minute) zum 1:1 (0:0) aus, nachdem Arjen Robben (49.) die Bayern in Führung gebracht hatte.

Im Elfmeterschießen setzten sich die Wolfsburger nach einer Parade von Koen Casteels gegen Xabi Alonso durch und feierten den ersten Titel der Saison. Den letzten Strafstoß für den VfL verwandelte Bendtner, der damit zum Matchwinner wurde. Eine Verlängerung gab es nicht, nach der regulären Spielzeit ging es direkt ins Elfmeterschießen.

Vor 30.000 Zuschauern erwischten die Bayern, die nach dem Tod von Franz Beckenbauers Sohn Stephan mit Trauerflor aufliefen, den besseren Start. Mit viel Ballbesitz und variabler Raumaufteilung dominierten sie die Anfangsviertelstunde, in der Abwehrchef Jerome Boateng (8. Minute) nach einer Ecke von Xabi Alonso den Querbalken traf.

Danach unterliefen den Bayern aber zu viele Fehler, wenn sie das Tempo erhöhen wollten. Die anfangs nervös wirkende Defensive der Wolfsburger wurde hingegen immer sicherer - und die Offensive kreierte sich gute Chancen. Doch sowohl Vieirinha per Fernschuss (13.) als auch Ivan Perisic per Kopfball (24.) zielten knapp vorbei, ehe Kevin De Bruyne (42.) seinen ersten großen Auftritt hatte.

Der vor dem Spiel als Fußballer des Jahres ausgezeichnete Belgier überlupfte den ungestüm herauslaufenden Bayern-Keeper Manuel Neuer und hatte das leere Tor vor sich. Doch De Bruyne verzog um wenige Zentimeter. „Es ist ein sehr gutes Spiel“, sagte VfL-Manager Klaus Allofs zur Halbzeit am Sky-Mikrofon. Der Belgier Koen Casteels, der für den wegen Rückenproblemen fehlenden Stammkeeper Diego Benaglio im Tor stand, wurde bis zur Pause nicht ernsthaft geprüft.

Dies änderte sich direkt nach Wiederanpfiff - und Casteels sah dabei nicht gut aus. Eine Flanke von Douglas Costa brachte der Keeper nicht aus der Gefahrenzone. Robben rauschte heran und sorgte aus kurzer Distanz für das 1:0.

Seinem Trainer war beim Jubel am Spielfeldrand anzusehen, wie wichtig ihm nach den Supercup-Pleiten gegen Dortmund 2013 und 2014 die Partie war. Der Spanier gestikulierte während des gesamten Spiels wild an der Außenlinie.

Bayern München wieder das Nonplusultra?
„Der Underdog“
1 von 8

Die Weltmeisterliga wird wieder boomen. Die Bayern werden nach Meinung der Experten abermals das Nonplusultra sein. Das „Hawk Eye“ kommt - und ein Neuling: Zweitligameister FC Ingolstadt ist in der Geschichte der Bundesliga seit 1963 der 54. Verein in der Beletage des deutschen Fußballs. Trainer Ralph Hasenhüttl bezeichnet seinen Club als „absoluten Underdog“, will mit dem FCI aber „eine Bereicherung sein“.

Das Starensemble
2 von 8

Auch ohne den zu Manchester United gewechselten Bastian Schweinsteiger gilt Pep Guardiolas Münchner Starensemble als Top-Meisterschaftsfavorit. Sollten die Bayern auch am 14. Mai 2016 ganz oben stehen, wären sie der erste Verein, der das zum vierten Mal nacheinander schafft. Das ist das Ziel, „ein gutes“, wie Guardiola befindet. „Diese Spieler können das zum ersten Mal schaffen“, sagt der Spanier mit Blick auf den historischen Rekord.

Gefahr für die Bayern
3 von 8

Auch ohne den zu Manchester United gewechselten Bastian Schweinsteiger gilt Pep Guardiolas Münchener Starensemble als Top-Meisterschaftsfavorit. Sollten die Bayern auch am 14. Mai 2016 ganz oben stehen, wären sie der erste Verein, der das zum vierten Mal nacheinander schafft. Das ist das Ziel, „ein gutes“, wie Guardiola befindet. „Diese Spieler können das zum ersten Mal schaffen“, sagt der Spanier mit Blick auf den historischen Rekord.

Der Dino
4 von 8

Eine erste Antwort, ob Guardiola und Co. tatsächlich so stark sein werden, wie die Konkurrenz es erwartet, wird es beim Eröffnungsspiel am 14. August (20.30 Uhr) zwischen den Bayern und „Dino“ Hamburger SV geben. Überraschungs-Rückkehrer Darmstadt 98 trifft am ersten Spieltag auf Hannover 96, Ingolstadt feiert seine Liga-Premiere beim FSV Mainz 05. Tuchel und dem BVB steht zum Auftakt mit dem Duell gegen Champions-League-Teilnehmer Mönchengladbach gleich ein sportlicher Höhepunkt bevor.

Keine Zuschauerrekorde
5 von 8

Einen Zuschauerrekord wird es kaum geben angesichts der kleinen Stadien der Aufsteiger Ingolstadt und Darmstadt (im Bild). In der zurückliegenden Spielzeit kamen insgesamt 13,061 Millionen Besucher zu den 306 Spielen. Das entsprach einem Durchschnitt von 42 685. Noch höher war dieser Wert nur 2011/2012 mit 44 293.

Torlinientechnologie „Hawk-Eye“
6 von 8

Neu wird „Hawk Eye“ sein. Mit der Einführung der Torlinientechnologie soll die Frage „Tor oder nicht“ der Vergangenheit angehören. Eine „richtige und überfällige Entscheidung“, meint Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei 1899 Hoffenheim - der Verein, der im Oktober 2013 das Phantomtor von Leverkusens Stefan Kießling kassiert hatte.

Vorstellung der Torlinientechnik Hawk Eye
7 von 8

Im Dezember 2014 votierten die Erstliga-Mitglieder der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit 15:3 Stimmen für die Einführung der neuen Technik. „Es gibt nichts Besseres“, erklärte Herbert Fandel, Chef der DFB-Schiedsrichterkommission, zum „Hawk Eye“, das bereits im DFB-Pokalfinale zwischen Wolfsburg und Dortmund (3:1) eingesetzt worden war.

Zwei Wochen vor dem Bundesligastart hinterließ Douglas Costa, der im Gegensatz zu Arturo Vidal in der Startelf stand, nicht nur wegen der Vorarbeit zum Führungstor einen guten Eindruck. Der Brasilianer überzeugte mit seiner Schnelligkeit und stellte VfL-Rechtsverteidiger Vieirinha ständig vor Probleme. Zudem arbeitete der für rund 30 Millionen Euro von Schachtjor Donezk gekommene Flügelflitzer viel in der Defensive mit.

Erst ab der 74. Minute durfte dann auch 37-Millionen-Mann Vidal mithelfen, den Sieg zu sichern. Der Chilene, von den Bayern-Fans freudig begrüßt, begann seinen ersten Einsatz für den Meister mit mehreren Fouls und sah acht Minuten nach seiner Einwechslung Gelb. Die Bayern fühlten sich zu diesem zeitpunkt schon wie die sicheren Sieger nach regulärer Spielzeit, ehe Bendtner eine Vorarbeit von De Bruyne zum Ausgleich einschob.

  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "Supercup: Wölfe zeigen vom Punkt mehr Biss"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%