Torlinientechnik Die Entscheidung trifft nun das Falkenauge

Lange wurde diskutiert, doch letztlich waren sich alle einig: Die Torlinientechnik in der Fußball-Bundesliga ist längst überfällig. Mit Beginn der neuen Saison werden die Schiedsrichter nun durch das Hawk-Eye entlastet.
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Sieben Kameras pro Tor sind in den deutschen Bundesliga-Stadien vor dem Start der neuen Saison installiert worden. Wenn der Ball die Torlinie überschritten hat, sendet das System verschiedene Signale an den Schiedsrichter. Quelle: dpa
Torlinientechnologie „Hawk-Eye“

Sieben Kameras pro Tor sind in den deutschen Bundesliga-Stadien vor dem Start der neuen Saison installiert worden. Wenn der Ball die Torlinie überschritten hat, sendet das System verschiedene Signale an den Schiedsrichter.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainTor oder nicht Tor – diese Frage gehört in der Fußball-Bundesliga ab sofort der Vergangenheit an. Mit Beginn der Saison an diesem Freitag hält in den 18 Stadien der deutschen Eliteliga die Technik Einzug. Das britische Unternehmen Hawk-Eye (Falkenauge) überwacht künftig mit seinen Kameras die Torlinien von Hamburg bis München und soll im Streitfall für Klarheit sorgen

In jedem Bundesligastadion wurden 14 Kameras installiert - sieben für jedes Tor. Dabei handelt es sich auf jeder Seite um sechs Messkameras und jeweils eine Hochgeschwindigkeitskamera. Die Kosten für die Installation, Wartung und Betreuung der Technik durch geschultes Personal belaufen sich auf 8000 Euro je Heimspiel. Pro Saison muss ein Bundesligist also 136.000 Euro berappen.

Wie ist die Form? Welches Team hat Sorgen?
FC Bayern München
1 von 18

Wie ist die Form? Schwer zu sagen. Die Pokal-Leistung bei Fünftligist Nöttingen war mau.

Was bereitet Sorgen? Dass es wieder nicht für das Champions-League-Finale reicht.

Zahl der Saison? 4 – viermal in Serie deutscher Meister war noch keine Mannschaft

Spruch der Vorbereitung? „Der FC Bayern München wird auch ohne Pep Guardiola weiteratmen“ (Sportvorstand Matthias Sammer).

Ziel der Saison? Mailand. (28. Mai 2016, Endspiel der Champions League). Neuzugang Arturo Vidal soll dazu beitragen.

Am Ende wird es: In der Bundesliga Platz eins.

VfL Wolfsburg
2 von 18

Form? Gut, auch weil Neuzugang Max Kruse bereits gut integriert scheint.

Sorgen? Kevin de Bruyne könnte doch noch den Verlockungen des Geldes erliegen und den Verein verlassen.

Zahl? 99,9 - so hoch beziffert Klaus Allofs seit Wochen die Prozentzahl, mit der de Bruyne beim VfL bleibt. Ob es bis zur 100 reicht, werden die kommenden Wochen zeigen.

Spruch? „Für Tage wie heute arbeiten wir als Fußballer“ (Trainer Dieter Hecking nach dem Sieg im Supercup gegen die Bayern).

Ziel? Bereit sein, wenn die Bayern schwächeln, ist das offizielle Motto. Spannend wird zu sehen sein, wie die Wolfsburger die Spiele in der Champions League verkraften.

Prognose? Platz zwei – hinter den Bayern.

Borussia Mönchengladbach
3 von 18

Form? In der Vorbereitung ungeschlagen. Im Pokal bei St. Pauli erst am Ende stark.

Sorgen? Die Champions League könnte Fans, Verein und Spielern den Kopf verdrehen.

Zahl? 37 – nach so vielen Jahren spielt Gladbach wieder in Europas Beletage.

Spruch? „Natürlich kann er die Bayern trainieren, er kann jeden Verein auf einem Top-Niveau trainieren“ (Sportdirektor Max Eberl über Lucien Favre).

Ziel? Offiziell ein einstelliger Platz, Europa sollte es aber wohl schon werden.

Prognose? Rang fünf bis sieben – für die Champions League reicht es nicht.

Bayer Leverkusen
4 von 18

Form? Bayer hat noch deutlich Luft nach oben, im DFB-Pokal reichte eine Durchschnittsleistung in Lotte.

Sorgen? Die Verletzung von Innenverteidiger Ömer Toprak.

Zahl? 12 – so viele Millionen Euro kostete der chilenische Neuzugang Charles Aránguiz)

Spruch? „Hauptsache keiner ist verletzt“ (Geschäftsführer Michael Schade).

Ziel? Champions-League-Teilnahme.

Prognose? Platz vier.

FC Augsburg
5 von 18

Form? Gut, aber ausbaufähig.

Sorgen? Die Dreifachbelastung – der FC Augsburg spielt erstmals Europa League.

Zahl? 30 – so viele Millionen könnte der Transfer von Abdul Rahman Baba zum FC Chelsea am Ende Wert sein.

Spruch? „Mein Weg hier ist noch nicht zu Ende“ (Der von anderen Klubs umworbene Trainer Markus Weinzierl).

Ziel? Nicht absteigen.

Prognose? Rang zehn bis zwölf.

FC Schalke 04
6 von 18

Form? Das 5:0 gegen Duisburg im Pokal ließ aufhorchen. Der Neustart unter Offensiv-Verfechter André Breitenreiter könnte glücken.

Sorgen? Zwei Niederlagen in Folge, und alles wird mal wieder infrage gestellt.

Zahl? 30 – so viele Millionen forderte Schalke von Juventus Turin für Julian Draxler. Und bekam sie nicht.

Spruch? „Ich verspreche 1,69 Meter Arbeit, 1,69 Meter Einsatz, 1,69 Meter Leidenschaft, zusammengefasst: 1,69 Meter Schalke“ (Horst Heldt in Anspielung auf das gegen ihn gerichtete Fan-Plakat „169 cm Inkompetenz“).

Ziel? Ruhe, Ruhe, Ruhe. Und vielleicht zurück in die Königsklasse.

Prognose? Schalke lebt wieder: Platz fünf.

Borussia Dortmund
7 von 18

Form? Der BVB gewann alle drei Pflichtspiele, hat aber unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel noch Luft nach oben.

Sorgen? Dass Dortmund ohne Jürgen Klopp nur noch ein ganz normaler Verein ist.

Zahl? 55.000 – so viele Dauerkarten verkaufte der BVB, erneut Liga-Höchstwert. Drei davon erhielt Klopp als Geschenk.

Spruch? „Bei Bayern kannst du nicht so viel falsch machen. Meister werden die sowieso“ (Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke).

Ziel? Es sagt zwar niemand, aber: Champions League.

Prognose? Platz zwei oder drei.

Befindet sich der Ball in Tornähe, wird er von allen Kameras erfasst. Eine Software errechnet in Echtzeit aus verschiedenen Winkeln die exakte Ballposition – selbst wenn nur ein kleiner Teil des Spielgerätes zu sehen ist.
Hat der Ball die Torlinie mit vollem Umfang überschritten, sendet das System sofort Signale. In der nächsten Sekunde piept es im Ohr des Schiedsrichters und seine Armbanduhr vibriert. Auf dem Uhren-Display wird zusätzlich die Information „Goal“ angezeigt. Der Unparteiische sollte daraufhin sofort auf Tor entscheiden. Bleiben die Signale aus, besteht für die angreifende Mannschaft kein Grund zum Jubel. Dann war der Ball nicht drin.

Um die Entscheidungen der Unparteiischen für die Zuschauer transparent zu machen, wird innerhalb kurzer Zeit ein Replay-Film erstellt und auf dem Stadionmonitor sowie den TV-Bildschirmen gezeigt.

Das System hat sich in der Praxis bereits bewährt. Seit der Saison 2013/14 kommt es in der englischen Premier-League zum Einsatz und feierte im Mai 2015 beim DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund gegen VfL Wolfsburg auch in Deutschland Premiere.

  • dpa
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