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TV-Rechte in der Bundesliga DFL plant Montagsspiele und kürzere Sportschau

Die Bundesliga pokert um mehr Geld für Übertragungsrechte in TV und Internet. Die DFL will daher Montagsspiele einführen. Zudem soll es weniger freie Berichte in der ARD-Sportschau geben. Das Kartellamt prüft dies.
Update: 04.07.2015 - 08:00 Uhr Kommentieren
Quelle: SID
Die Bundesliga hält sich noch zurück
(Foto: SID)

Frankfurt/Main Der Milliardenpoker um die TV-Rechte in der Bundesliga geht los. Ziel dabei ist: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will so viel wie möglich aus den Fernsehanstalten und Internetanbietern herausholen, um im Konkurrenzkampf mit der englischen Premier League nicht weiter an Boden zu verlieren.

Die bestmögliche Vermarktung des Premiumprodukts Bundesliga wird daher von der Liga generalstabsmäßig vorbereitet. Seit Monaten wird intern und auf Fachkongressen um Konzepte gerungen. Nun ist ein Papier auf dem Tisch, das bereits an das Kartellamt weitergeleitet worden ist. Wenn es bei den Wettbewerbshütern durchgeht, kann das Spiel mit Sky, ARD, ZDF und weiteren Interessenten so richtig losgehen.

Wichtige, geplante Neuerungen hat am Freitagabend das Fachmagazin „Sponsors” veröffentlicht. Die Informationen des führenden deutschsprachigen Anbieters von Informationen im Sportbusiness kommentierte die DFL dem Magazin gegenüber. Auch den Agenturen dpa und sid bestätigte die DFL die Vorschläge, die nun beim Kartellamt liegen.

Im Kern geht es um folgendes: Die Liga will ab der Saison 2017/18 zwei neue Anstoßzeiten einführen. Der erste Vorschlag für die Vergabe der milliardenschweren Medienrechte sieht nun fünf Montagsspiele um 20.15 Uhr und fünf zusätzliche Partien am Sonntag um 13.30 Uhr vor. Damit würde der gesamte Sonntagnachmittag bis ca. 20 Uhr mit Profi-Fußball abgedeckt.

Rund die Hälfte der Spiele, circa 158 von 306 Spielen, sollen weiterhin samstags um 15.30 Uhr stattfinden. Bislang sind es 158 bis 184 von 306 Spielen. Auch wenn der Samstagnachmittag damit als Kernspieltag beibehalten werden soll, dürfte die angedachte Verlegung von maximal zehn Begegnungen pro Saison für heiße Debatten an den Stammtischen sorgen.

Vor sechs Jahren hatten bereits viele Fans gegen die Einführung des zweiten Sonntagsspiels um 15.30 Uhr protestiert. Laut DFL dienen die neuen Anstoßzeiten der Entlastung der in der Europa League vertretenen Clubs, die im internationalen Wettbewerb jeweils donnerstags ran müssen.

Stirbt die ARD-Sportschau?

Auf die TV-Zuschauer könnten einige Neuerungen zukommen, wenn die Rechte im April 2016 vergeben werden. Statt bisher sechs sollen künftig acht Live-Pakete angeboten werden. Viel interessanter für die breite Masse der Fans ist jedoch, dass es für die zeitversetzte Highlight-Berichterstattung im Free-TV zwei Szenarien gibt.

In einem davon sind einige Beschränkungen vorgesehen, die auch die ARD-Sportschau betreffen könnten. Demnach gibt es im Szenario „Free Kompakt” die Überlegung, den Zeitraum der Berichterstattung auf 45 Minuten zu halbieren - und zwar von 19.15 Uhr bis 20.00 Uhr. Bisher beginnt die ARD gegen 18.30 Uhr mit der Bundesliga.

Das Recht zur Live-Übertragung im allgemein verfügbaren Fernsehen soll weiterhin für das Saisoneröffnungsspiel und das Rückrundeneröffnungsspiel in der Bundesliga sowie die Relegationsspiele und den Supercup gelten.

Wie die TV- und sonstigen Medienrechte vergeben werden könnten, ist noch offen. Im laufenden Vierjahreszyklus hat die Bundesliga durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Saison erlöst. Einige Bundesligamanager haben als Ziel bereits eine Milliarde Euro pro Saison ausgegeben. Doch auch dies wäre vergleichsweise wenig im Vergleich zur englischen Premier League.

Künftig könnte es weiter die Möglichkeit geben, dass ein Unternehmen die kompletten Rechte erwirbt. Seit 2013 ist der Bezahlsender Sky im Besitz aller Live-Pakete. Das Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) soll ab der Spielzeit 2017/18 an 29 Spieltagen ausgetragen werden. Bislang variierte die Anzahl zwischen 23 und 32. Die Vereine sollen statt bislang sechsmal in Zukunft maximal achtmal beteiligt sein dürfen.

Die offiziellen Unterlagen für die Ausschreibung sollen im Januar 2016 an interessierte Bieter verschickt werden. Die Rechtevergabe erfolgt im April des kommenden Jahres. „Gemäß der gängigen Praxis führt das Bundeskartellamt, wie uns bekannt, derzeit eine Marktbefragung durch. Im Anschluss an diese Prüfung werden wir in enger Abstimmung mit dem Bundeskartellamt das finale Ausschreibungsmodell erstellen”, teilte die DFL am Freitag auf dpa-Anfrage mit.

 

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