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Über Talente im Fußball Der verhinderte Weltmeister

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Welche Vorwürfe sich Evljuskin gefallen lassen muss
Ein „Auge“ für die Bezirksliga
Klassentreffen der„Unschlagbaren“
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Die Weltmeister von 1990 stehen auch 25 Jahre nach ihrem Triumph für eine große Zeit im deutschen Fußball. Zum Jubiläum trafen sich die Helden von Rom am Kalterer See, um am 8. Juli 2015 gemeinsam mit dem damaligen Trainerstab um Franz Beckenbauer das 25-Jahr-Jubiläum zu feiern. Was ist aus den zwölf Profis, die in der magischen Final-Nacht gegen Argentinien zum Einsatz kamen, geworden?

Klaus Augenthaler
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„Auge“ feierte den Abschied, den sich jeder wünscht. Sein letztes Länderspiel war mit dem Finale gleichzeitig der Karrierehöhepunkt. Danach folgten Trainerstationen vom FC Bayern bis zur SpVgg Unterhaching. In der Talkshow von Markus Lanz brachte er sich im Februar ins Gespräch - bislang erfolglos. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2007, als Augenthaler den VfL Wolfsburg trainierte.

Weltmeister von 1990 feiern 25-jähriges
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Jetzt steht Augenthaler angeblich vor einem Engagement beim Bezirksligisten SV Donaustauf. „Ich bitte um Verständnis, jetzt kann ich dazu leider noch nichts sagen“, sagte der 58-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Einem Bericht der „Mittelbayerischen Zeitung“ zufolge wird Augenthaler neuer Trainer beim Oberpfälzer Siebtligisten. Augenthaler wäre für den ambitionierten SV Donaustauf ein echter Coup. Derzeit ist der Verein aus der Nähe von Regensburg Erster in der Bezirksliga Oberpfalz-Süd.

Thomas Häßler
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„Andere Aussichten hatte ich nicht. Wichtig ist für mich, dass ich endlich wieder auf dem Platz stehe und etwas tun kann“, sagte der 101-malige Nationalspieler am Montag bei der Vorstellung als neuer Coach beim Berliner Fußball-Bezirksligisten Club Italia.

Häßler bei Club Italia
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Seinen Job als Achtliga-Coach vom Sommer an sieht Häßler nicht als Abstieg, sondern als persönliche Chance. Sein letztes Engagement als Technischer Direktor beim iranischen Club Padideh Maschad war schon im Mai vergangenen Jahres unschön zu Ende gegangen. Der 49-Jährige wartet noch heute auf seine Bezahlung. „Es war eine gute Erfahrung. Aber ich musste auch viele negative Dinge erleben“, berichtete Häßler. Auch die Spieler bekamen sieben Monate lang kein Geld.

Die Helden feiern
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„Ich versuche das Positive mitzunehmen“, betonte Häßler (vorn), der als einer der besten Techniker in der deutschen Fußball-Historie gilt. 1990 in Italien gewann er mit dem DFB-Team die WM, sechs Jahre später in England die EM. Am Montag durfte „Icke“ seinen Ruhm und seine noch immer große Popularität bei der Vorstellung wieder ein wenig genießen.

Bodo Illgner
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Die unumstrittene Nummer 1 bei der WM feierte 1997 und 2001 mit Real Madrid die spanische Meisterschaft, dazwischen wurde Illgner Champions-League- und Weltpokal-Sieger. Zudem war er Buch-Autor und ist TV-Experte. Hier ein Foto aus dem 1990er-Halbfinale gegen England.

Beim VfL Wolfsburg waren just zu dieser Zeit Talente aus der eigenen Jugend nicht gefragt. Martin Winterkorn öffnete als neuer Chef des Volkswagen-Konzerns die Schatulle für teure Stars und der neue Trainer Felix Magath konnte sich keine Experimente mit jungen Kickern leisten.

So ging es danieder für Sergej Evljuskin. Er wurde in die zweite Mannschaft abgeschoben und bekam auch dort kein Bein an den Boden. Dann ging es in die dritte Liga, wo er sich aber auch nicht als Stammspieler durchsetzen konnte.

Spannend ist, was nicht gesagt wird: Welche Rolle spielte sein Berater? Er kommt praktisch gar nicht vor, dabei wäre ein guter Berater für den jungen Mann Gold wert gewesen. Gute Arbeit kann er nicht gemacht haben, aber Evljuskin verschwendet kein Wort über das Thema. Heute spielt er in der vierten Liga und bereitet sich mit einem Fernstudium der BWL auf die Zeit nach der aktiven Karriere vor. Er verdient genug Geld zum Leben und spart so viel er kann.

Eins vermisst man in diesem Buch: ein wenig mehr Selbstkritik. „Ich konnte nichts dafür“ schreibt Evljuskin an einer Stelle und meint damit den Umstand, dass es nicht für eine Karriere in einer der drei Bundesligen gereicht hat. Doch es war ja eben keine höhere Gewalt – zum Beispiel Verletzungspech – das dies verhinderte. Es war ein Mangel an Durchsetzungsfähigkeit. Evljuskin gesteht ein, dass es ihm an Ellbogenmentalität gefehlt habe, so sei er nun mal. Das kann man sich nun mal nicht leisten in der Branche, die von allen den härtesten Verdrängungswettbewerb hat.

Bibliografie:
Sergej Evljuskin mit Christof Dörr
Eigentlich wäre ich jetzt Weltmeister
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2016, 236 Seiten

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