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Umstrittenes Maßnahmenpaket Fußballklubs verabschieden Sicherheitskonzept

Die 36 Vereine der Bundesliga haben den umstrittenen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit in den Stadien verabschiedet. Der DFB muss die Richtlinien noch absegnen. Sie sehen unter anderem strengere Einlasskontrollen vor.
Update: 12.12.2012 - 16:56 Uhr 10 Kommentare
Hertha-Fans zünden beim Fußball-Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Berlin im Mai Bengalos. Quelle: dpa

Hertha-Fans zünden beim Fußball-Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf gegen Berlin im Mai Bengalos.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Main Die 36 Proficlubs haben ein neues Sicherheitskonzept im deutschen Fußball mehrheitlich verabschiedet. Das sagte Karl-Heinz Rummenigge am Rande der Ligaversammlung am Mittwoch in Frankfurt/Main. „Wir haben uns von den Fans nicht entfernt, es scheint nur in der Kommunikation etwas schiefgelaufen zu sein“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München.

Die Vertreter der Vereine einigten sich in der nichtöffentlichen Sitzung auf das besonders bei Fanvertretern umstrittene Maßnahmenpaket.

Die Anträge, die die Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) betreffen, müssen vom DFB-Präsidium bei seiner Sitzung am 25. Januar noch abgesegnet werden. Dabei könne es aber nur „unwesentliche inhaltliche Anpassungen“ geben, so die Deutsche Fußball Liga.

Innenminister von Bund und Ländern hatten DFL und DFB sowie die Vereine aufgefordert, nach vermehrten Ausschreitungen in den Arenen zu einer Entscheidung zu kommen.

Mehrere hundert Fans hatten sich trotz bitterer Kälte vor dem Frankfurter Hotel versammelt, ein Polizeiaufgebot riegelte die Tagungsstätte ab. An den vergangenen drei Spieltagen hatten die Anhänger in den Bundesliga-Stadien mit ihrer Schweige-Aktion über 12 Minuten und 12 Sekunden lautlos, aber eindrucksvoll protestiert.

 

Die Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin und FC St. Pauli haben nicht zugestimmt. Das bestätigten beide Clubs nach der Ligaversammlung am Mittwoch in Frankfurt/Main. In keiner der geplanten Änderungen sei ein wirklicher Sinneswandel zum Beispiel im Hinblick auf die statuarische Verankerung eines Fandialoges erkennbar, bemerkte Union in einer Mitteilung zu seiner Ablehnung. Insgesamt ist das neue Sicherheitskonzept im deutschen Fußball von den 36 Proficlubs mehrheitlich verabschiedet worden.

St. Paulis Sprecher Christian Bönig bestätigte, dass der Verein nicht von seiner auf der Mitgliederversammlung beschlossenen Linie der Ablehnung abgewichen ist. Keinem der Anträge wurde zugestimmt.

Auch der 1. FC Union lehnte alle 16 Anträge ab. Es würde sich bei den Maßnahmen größtenteils um Selbstverständlichkeiten handeln, die bei den Spielen von Union und vieler anderer Vereine seit Jahren gelebte Praxis seien. „Es gibt keinerlei Veranlassung, sich einem wodurch auch immer motivierten politischen Druck zu beugen und zum jetzigen Zeitpunkt symbolisch eine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, die überhaupt nie infrage stand“, erklärte Union-Präsident Dirk Zingler: „Für ein solches Handeln steht der 1. FC Union Berlin nicht zur Verfügung.“

Bundesligist Hannover 96 dagegen hat die Verabschiedung des Sicherheitskonzeptes grundsätzlich begrüßt. Die Niedersachsen stimmten den meisten der insgesamt 16 umstrittenen Anträge zu, enthielten sich jedoch bei drei Punkten. „Die mehrheitliche Zustimmung ist eine Entscheidung der Vernunft“, sagte Clubchef Martin Kind in einer ersten Reaktion.

Hannover 96 stand einigen Aspekten des von der Politik vehement geforderten Sicherheitskonzeptes kritisch gegenüber. „Ich empfand die Diskussion über das Papier zuletzt deutlich überhitzt“, sagte Kind an die Adresse der Politik. Vor allem Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte im Wahlkampf zur Landtagswahl Ende Januar 2013 den Proficlubs zuletzt massiv gedroht, sollte das DFL-Konzept für mehr Sicherheit in den Stadien nicht umgesetzt werden.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Umstrittenes Maßnahmenpaket: Fußballklubs verabschieden Sicherheitskonzept"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ich habe diesem Placebo-Konzept nix an Maßnahmen erkannt, was wirklich "neu" ist. Man muss da den Vertreter von St.Pauli und Union beizupflichten, dass Vereine und Polizei ca. 95% aller vorgeschlagenen Maßnahmen schon heute machen dürfen. Es ist ein politischer PR-Gag mit der Wirkung eines Wahlkampfprogramms, wo ignorante Schreibtischhengste mal so richtig Medien-Wirbel zur Selbstdarstellung veranstalten wollten. Tja, und hängt der Haussegen schief.

  • wo wohnen Sie denn? Landesliga, Bezirksliga, Betrunkene, Randalierer. Ihr Wohnort muss echt soziale Probleme haben. Gehen Sie eigentlich noch vor die Tür, oder schicken Sie Ihre Kinder dort noch in die Schule?

  • genau! diesen unmenschen haben wir es richtig gezeigt...

    Letztens hat mir ein Kollege seine Dauerkarte aufgedrängt. Da er immer so schwärmte schaute ich mir SEINEN Verein mal an. Sitzplatz. Da hätte ich vorher mal fragen sollen. Nichts ist beschissener als Sitzplatz. Links und rechts saßen nur Taubstumme und notorisch nörgelnde Möchtegern-Experten, schön geordnet wie in Legebatterien. Aber genauso möchten es ja alternde VIP-Logen-Funktionäre haben: Demnach wäre es ja am Besten, wenn nur Nordkoreaner im Stadion sitzen, die auf Befehl klatschen.

    Ich stehe lieber bei 200 Ultras im Block wo auch bei einem langweiligen Spiel die Stimmung super ist als mich mit X0000 Sitzplatzzombies zu Tode zu langweilen.

  • immer gerne wiederholter fehler " die ultras" mit chaoten gleichstellen zu müssen. ultras nennen sich mittlerweile die dachverbände der engagierten, zumeist auch friedlichen fans, ohne die die fussballstadien zu riesigen stimmungsfriedhöfen generierten. sollen stattdessen die kleinen fans aus der kitagruppe " nilpferde" die anfeuerungsgesänge anstimmen? - -ach ja, stimmt: anfeuern geht ja auch auf die ohren.

  • Das Konzept mag in mancherlei Hinsicht überzogen sein: Notwendig geworden ist es, weil die sich Hooligans oder Ultras nennenden Oberschwachköpfe jedes vernünftige Maß verloren haben.

    Besonders zu begrüßen ist, dass der Bengalo-Schwachsinn von vornherein erst gar nicht zur Diskussion gestellt worden ist. Wo kämen wir auch hin, wenn ein paar durchgeknallte Alkoholiker tausenden anderen echten Fans ihren kranken Willen aufzwingen dürften.

  • Fakt war und ist, dass man als Familienvater NICHT mit den Kindern ins Stadion gehen kann, ohne angepöbelt, auf Betrunkene und andere Randalierer zu treffen. Ich spreche nicht von den Profiligen, sondern Bezirks- und Landesligen. Ohne mich!

  • Endlich wird den Ultras, die kein Mensch braucht, eine klare
    Kante gezeigt,.an der sie sich die Zähne ausbeißen können.
    Die Vereine gehören nicht den Chaoten und Brandstiftern.
    Die Überwiegende Mehrzahl der Fans hat mit den Vorgenannten
    nichts am Hut.
    Das walte Hugo...

  • Oha, es gibt jetzt ein Konzept! Na dann werden ja alle Hooligans und Ultras vor Ehrfurcht erstarren und sich brav ne Sitzplatzkarte für die Tribüne kaufen. Ich lach mich schlapp, in welcher Realität leben die denn?

  • Dieses Konzept ist ein Witz!!! Es wird keine Ausschreitungen verhindern oder jemanden davon abhalten sich mit Polizisten anzulegen. Die Politik trägt mit Ihrer Familien- und Bildungspolitik die Verantwortung und schiebt es den Vereinen in die Schuhe. Typisch Merkel-Regierung, schön den schwarzen Peter weiter schieben...

  • Liebe Fans: Nicht 12 Minuten schweigen, sondern einfach nicht zum Spiel gehen!

    Dann sehen die Vereine, dass Ihr die Kunden seid, die das Geld bringen.

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