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Unternehmen üben sich im Statuskampf Herr der Ränge

Draußen La Ola, drinnen Haute Cuisine: Die Plätze in den Stadionlogen sind die schönsten Orte der Welt, um die Fußball-WM zu sehen.
  • Steffi Augter
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Blick in eine VIP-Loge in der AWD-Arena in Hannover. Foto: dpa Quelle: dpa

Blick in eine VIP-Loge in der AWD-Arena in Hannover. Foto: dpa

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Wahrer Sportsgeist zeigt sich nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Loge. Das dachte Bernhard Godelmann, Inhaber des bayrischen Betonwerks Godelmann. Für seine Mitarbeiter und Kunden ließ er in der Ostkurve der Allianz-Arena eine Loge bauen, die mehr ist als ein attraktives Separee für 14 Gäste. Die grüne Zelle huldigt dem Fußball, sie ist von oben bis unten aufs Kicken eingestellt. Ein Paravent aus Kunstrasen trennt die Garderobe von der Loge. Die weißen Rahmen auf der Graswand wirken wie Rasenmarkierungen, dahinter verstecken sich eine Minibar und ein Gerät zum Warmhalten der Speisen. Ein Monitor fährt aus der Wand, auf dem die Zuschauer die Wiederholung umstrittener Strafraumszenen verfolgen können.

Mit Witz und Ironie gestalteten die Münchner Architekten vom Büro Hild und K diese 41 Quadratmeter Fußballhimmel. Die Loge von Godelmann ist einer der schönsten Orte der Welt, um die WM zu sehen.

Etwa 120 000 Euro im Jahr kostet der Fußballluxus inklusive Catering, fünf Jahre läuft der Vertrag. Das gilt allerdings nur für die Spiele des FC Bayern und von 1860 München - und nicht für den Ausnahmezustand Weltmeisterschaft. Für fünf WM-Spiele in München hätte der Mittelständler 170 000 Euro zusätzlich zahlen müssen. "Das kann ich mir nicht leisten", sagt Godelmann. Deshalb räumt er seine Loge für zahlungskräftigere Kundschaft.



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Wer bei der WM auf seinen Panton-Stühlen sitzen wird, weiß Godelmann nicht. Seine Loge gehört wie 550 andere der Agentur iSe-Hospitality. Der Exklusivpartner der Fifa gibt seine Kunden nicht preis, schließlich ist neben Geschäftsfreunden auch das Finanzamt an den Logenplätzen interessiert - wenn auch nicht aus sportlichen Gründen. Für das VIP-Programm der WM hat iSe-Chef George Taylor 350 000 der besten Plätze aller zwölf Stadien gekauft - für alle 64 Spiele zwischen dem 9. Juni und 9. Juli. 170 Millionen Euro musste er dafür zahlen. Nun vermarktet der Herr der Ränge die Tickets als "Hospitality-Paket". Inhalt: ein separater Stadionzugang, reservierte Parkplätze und hübsche Hostessen, die die Gäste in Logen führen. Dort tischt Feinkost Käfer auf: Thunfisch im Limonenbett, Tafelspitzsülze, Wachtelbrust auf Gemüsestroh, Lobster und Champagnersuppe. Auf Wunsch auch profane Currywürste, Hamburger und Rheinische Mettbrötchen. "Fußball ist schließlich rustikal und bodenständig", sagt Küchenchef Alexej Oberoi. "Die Gäste sollen nicht vergessen, dass sie im Stadion sitzen."

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