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Weahs Wahlprogramm gleicht einer langen Wunschliste King George greift nach der Macht

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Fragt sich nur, warum sich einer das antut, der mit seinen 38 Jahren und als mehrfacher Dollarmillionär eigentlich die Beine hochlegen könnte. Weahs Frau und drei Kinder leben bereits seit Jahren in den USA und dürften wenig Verlangen verspüren, in ein Land zurückzukehren, in dem sich Afrika von seiner dunkelsten Seite zeigt: ein langer Bürgerkrieg, Hunger, Krankheit und vor allem unvorstellbare Grausamkeiten. Ein Land, wo die Köpfe der getöteten Feinde entlang der Straßen auf Pfähle gespießt und die Seile der Straßensperren mitunter aus menschlichen Därmen geflochten waren. Ein Land, in dem die meisten Häuser noch immer dunkelgraue, feuchte Bauruinen ohne Fensterrahmen und Türen sind, wo es seit 1990 weder Strom noch fließend Wasser gibt. Wo fast alle Strommasten als Feuerholz verheizt wurden.

Weah selbst sagt, sein politisches Engagement sei der Wunsch Gottes aber auch seines Helden Nelson Mandela, der ihn dazu ermutigt habe. Dennoch: das Programm seines „Kongress für einen demokratischen Wandel“ klingt eher wie eine Wunschliste. Seine Partei will das Land vereinen, das Schul- und Gesundheitswesen aufbauen, die zerfallenen Straßen reparieren,die Korruption bekämpfen und die mehr als 100 000 früheren Kombattanten, darunter zahllose Kindersoldaten, wieder in die Gesellschaft integrieren. Eine wahrlich herkulische Aufgabe, aber für Weah offenbar ganz einfach: „Ich würde mit der internationalen Gemeinschaft einen Vertrag schließen und Transparenz garantieren. Die Menschen kriegen eine Regierung, die sich wirklich um sie kümmert“, verspricht er.

Seine Chancen, Staatschef zu werden, stehen gar nicht schlecht. Beobachter betrachten ihn als einen der drei aussichtsreichsten Kandidaten; schärfster Konkurrent ist mit Ellen Johnson Sirleaf eine Frau. Neben einem hohen Bekanntheitsgrad verfügt Weah über genug Geld – und mit einer nach seiner Frau Clar benannten Fernsehstation sowie zwei Radiosendern auch die nötige Propagandamaschinerie. Die Versuche seiner Gegner, ihn als Hohlkopf abzutun, weil er erst die Schule und dann eine Ausbildung als Telefonist schmiss, waren wenig erfolgreich.

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