WM-Vergabe Belgien könnte Entschädigung von Fifa verlangen

Der Fifa-Krimi geht weiter: Weil die Schweizer Staatsanwaltschaft Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe 2018 festgestellt hat, könnte Belgien nun klagen. Es geht um mehrere Millionen Euro Schadenersatz.
Kommentieren
Um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 durch die Fifa hat die Schweizer Staatsanwaltschaft nach eigener Angabe 53 Verdachtsfälle von Geldwäsche registriert. Quelle: dpa
Korruption bei der Fifa

Um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 durch die Fifa hat die Schweizer Staatsanwaltschaft nach eigener Angabe 53 Verdachtsfälle von Geldwäsche registriert.

(Foto: dpa)

BrüsselWegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe zweier Fußball-Weltmeisterschaften könnte Belgien Entschädigungen von der Fifa verlangen. Das erklärte der Sportminister für die Region Flandern, Philippe Muyters, der belgischen Tageszeitung „Het Nieuwsblad“ (Donnerstag).

Es gehe um mehrere Millionen Euro im Zusammenhang mit der Vergabe der WM-Turniere 2018 und 2022, berichtete das Blatt unter anderem unter Berufung auf Regierungskreise.

Belgien und die Niederlande hatten sich gemeinsam für die WM 2018 als Ausrichter beworben. Auf jedes Land entfielen demnach 4,5 Millionen Euro, je die Hälfte sollte von Sponsoren getragen werden. Den Zuschlag bekamen am Ende Russland für das Jahr 2018 und Katar für das Jahr 2022.

104 Bankverbindungen im Fokus der Ermittlungen zu WM-Vergaben 2018 und 2022

Am Vortag hatte die Schweizer Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass sie rund um die Vergabe der beiden Weltmeisterschaften 53 Verdachtsfälle von Geldwäsche registriert hat. Bisher seien zehn Personen verhört worden. Die Auswertung der Informationen könnte Monate oder Jahre dauern.

„Erst muss Betrug festgestellt werden, damit ein Anspruch erhoben werden kann“, so Muyters. Der belgische Fußballverband äußerte sich ähnlich. „Wenn Betrug nachgewiesen wird, so scheint es mir klar, dass wir Schadensersatz verlangen“, zitiert die Zeitung den Vorsitzenden François De Keersmaecker. „Der Bund hat viel Geld und Mühe in dieses Dossier gesteckt.“

„Game Over“ für „Fifa Nostra“
Spiegel Online
1 von 13

Spiegel Online vergleicht die Fifa mit der Mafia und Joseph Blatter mit deren Paten: „Die kriminelle Organisation – in diesem Fall, so die Fahnder, die Fifa – wird langsam von außen nach innen zerlegt, bis zum Schluss der Pate fällt.“ In diesem Fall trifft es Blatter selbst.

Kicker
2 von 13

Der Onlinedienst des Fußballmagazins Kicker wertet Blatters Rücktritt als „Paukenschlag“: „Die Ära Blatter in der Fifa“ haben nun ein Ende – erst vier Tage nach seiner Wiederwahl im höchsten Amt des Weltfußballverbandes.

Zeit Online
3 von 13

Zeit Online frohlockt in einem Kommentar zum Blatter-Rücktritt „Welch herrlicher Tag!“: „Hurra! Der Fußball ist von dem Mann befreit, der ihn verkauft hat.“ In den vergangenen Tagen habe man letzte Zuckungen des Fifa-Zentralsekretariats beobachten können. Nun „erschallen himmlische Chöre!“

Süddeutsche Zeitung
4 von 13

Der Onlinedienst der Süddeutschen Zeitung wertet Blatters Rücktritt als „strategischen Rückzug“: Der Zeitpunkt spreche für Panik, schreibt die Zeitung. Dennoch: „Er kann jetzt auf dem Zürichberg in aller Ruhe ein paar Dinge in Ordnung bringen.“

Die Presse (Österreich)
5 von 13

Die österreichische Zeitung die Presse mahnt indes: „Eines aber dürfen alle Kritiker nicht vergessen: Blatter hat die Fifa zu dem gemacht, was sie ist; ein Unternehmen mit zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz, ein Weltkonzern. Die Fifa hat unter seiner Leitung den Fußball an den Bestbieter verkauft, ja; aber extrem hochpreisig. Und ausschließlich an dieser Summe wird nun sein Nachfolger gemessen.“

Tagesanzeiger (Schweiz)
6 von 13

Auch die Schweizer Medien lassen an ihrem Landsmann kein gutes Haar: „'Schlangenkopf' oder 'Jesus'? Fast weltweit verehrt, in seiner Heimat verachtet: Der Walliser machte sich während seiner 17-jährigen Amtszeit nicht nur Freunde. Paradoxerweise wurde er als Vertreter Europas ausgerechnet auf seinem Kontinent am meisten kritisiert.“

Neue Zürcher Zeitung (Schweiz)
7 von 13

„Dem Weltfußball dürften turbulente Wochen bevorstehen“, schätzt die Neue Zürcher Zeitung. „Es gibt Spekulationen, Blatter gehe nicht einfach dem Fifa-Frieden zuliebe, sondern kapituliere vor juristischen Untersuchungen. Der Walliser steht zwar seit Jahren einer von Korruption geprägten Organisation vor, doch kriminelle Machenschaften sind ihm noch nicht nachgewiesen worden.“

  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "WM-Vergabe: Belgien könnte Entschädigung von Fifa verlangen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%