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You‘ll never walk alone Die Geschichte einer Fußball-Hymne

Fans vom FC Liverpool singen das Lied im Stadion, genauso wie Anhänger von Borussia Dortmund. „You’ll never walk alone“ vereint Fußball-Freunde auf der ganzen Welt – dabei hat der Song gar nichts mit Fußball zu tun.
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EssenEs sind Zeilen, die verbinden. „Wenn du durch einen Sturm gehst, dann halte den Kopf hoch und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit“, lautet frei übersetzt die erste Strophe. Das gilt für viele Situationen im Leben, auch beim Fußball. Vor jedem Heimspiel stimmen die gut 80.000 Fans von Borussia Dortmund das Lied an, um die Mannschaft anzufeuern. Und das schon seit über 20 Jahren.

Aber wo kommt der Song eigentlich her? Schauspieler und BVB-Fan Joachim Król hat sich auf die Spurensuche gemacht. In einer Dokumentation, die am Donnerstag in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen sein wird, zeigt er die ungewöhnliche Geschichte einer Fußball-Hymne, die nie für den Sport gedacht war.

Geschrieben haben sie die Amerikaner Richard Rogers und Oscar Hammerstein für das Broadway-Musical „Carousel“, das 1945 Premiere hatte. „You’ll never walk alone“ ist das Finale des Stücks, in dem es um den ruppigen, gewaltbereiten Karussellarbeiter Billy geht, der sich das Leben nimmt und nach 15 Jahren im Himmel für einen Tag auf die Erde zurückkehren darf.


Das Musical ist angelehnt an das Theaterstück „Lilion“ des ungarischen Schriftstellers Ferenc Molnár, der es 1909 schrieb – dem Gründungsjahr des BVB. Es war Zufall, dass das Schlusslied seinen Weg auf die Fußball-Tribünen fand. „Ich wusste: Den müssen wir machen“, erinnert sich Gerry Marsden, Lead-Sänger der Band „Gerry and the Pacemakers“, nachdem er das Original zum ersten Mal gehört hatte.

Eigentlich war die Band bekannt für ihre Rock’n’Roll-Stücke, doch die neue Version der Ballade kletterte 1963 in den Charts sofort auf Platz eins. „Der FC Liverpool machte es zu seiner Stadion-Hymne, und ich werde den Verein auf ewig dafür lieben“, sagt Marsden, der selbst Liverpool-Fan ist. „Einige sagen mir, das Lied sei wie ein Gebet.“

Auch Jürgen Klopp lässt sich von der Hymne inspirieren, und das schon seit vielen Jahren. „Richtig eingesetzt, macht das Lied den Unterschied“, stellt er klar. Der ehemalige Dortmund-Trainer wechselte vor zwei Jahren zum FC Liverpool, doch der Fan-Gesang auf der Tribüne vor dem Spiel blieb der gleiche.

„Ist es schlimm, dass das Lied nichts mit Fußball zu tun hat?“
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