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Formel 1 Silberner Doppelsieg in der Nacht von Bahrain

Beim Großen Preis von Bahrain wird Sebastian Vettel nur sechster, Platz eins und zwei gehen an Mercedes-Piloten. Die Team-Kollegen Lewis Hamilton und Nico Rosberg lieferten sich ein lange ausgeglichen Rennen.
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Mercedes gegen Mercedes: Lewis Hamilton (vorne) und Nico Rosberg. Quelle: dpa

Mercedes gegen Mercedes: Lewis Hamilton (vorne) und Nico Rosberg.

(Foto: dpa)

SakhirNach einem erbitterten Zweikampf auf der Strecke fielen sich Sieger Lewis Hamilton und Nico Rosberg lachend in die Arme. Das Silberpfeil-Duo hatte beim Großen Preis von Bahrain für den zweiten Mercedes-Doppelsieg in Folge gesorgt. In einem der besten Formel-1-Rennen der letzten Jahre stand Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull unter dem Flutlicht von Sakhir als Sechster erneut nur im Schatten der alles überstrahlenden Silberpfeile.

„Das ist der coolste Rennsport“, sagte WM-Spitzenreiter Rosberg, der trotzdem enttäuscht war: „Der zweite Platz ist der erste Verlierer. Ich war schneller, er hat den besseren Job gemacht.“ In den harten Zweikämpfen zu Beginn und am Ende der 57 Runden auf dem Wüstenkurs zeigte Ex-Weltmeister Hamilton letztlich mehr Biss als der Wiesbadener und fuhr seinen 24. Karrieresieg ein. Mercedes untermauerte mit dem dritten Sieg im dritten Saisonrennen eindrucksvoll seine derzeitige Ausnahmestellung in der Königsklasse. Hamilton zeigte sich „sehr stolz, es war ein tolles Rennen, Nico ist ein fantastisches Rennen gefahren“.

Vettel hatte am Ende eines Wochenendes voller Probleme zu keiner Zeit eine Chance auf das Podest. „Viel mehr war heute nicht drin. Wir waren auf den Geraden zu langsam“, sagte Vettel: „Wir tun uns schwer, an den Leuten vorbeizufahren. Die Strecke kommt Mercedes entgegen. Mann sieht als Blinder mit Krückstock, dass sie sehr schnell sind.“

Überraschungsdritter wurde Sergio Perez (Mexiko) im Force-India vor Daniel Ricciardo (Australien), der das teaminterne Red-Bull-Duell gegen Vettel für sich entschied. Der erneut starke Nico Hülkenberg (Emmerich) landete im zweiten Force India auf Rang fünf. „Wenn der Teamkollege aufs Podium fährt, ist man nicht glücklich“, sagte Hülkenberg.

Das Ferrari-Duo Fernando Alonso (Spanien) und Kimi Räikkönen (Finnland) musste sich mit den Plätzen neun und zehn zufrieden geben. Adrian Sutil (Gräfelfing) schied früh nach einem unverschuldeten Unfall aus.

Rosberg verteidigte seine Führung im WM-Klassement mit nun 61 Punkten vor Hamilton (50) und Hülkenberg (28). Vettel belegt mit 23 Zählern Rang fünf.

Vettel mit Motor-Schwierigkeiten

Schon vor dem Rennen hatte Sebastian Vettel Schwierigkeiten mit der Motor-Software - er musste von Startplatz zehn ins Rennen gehen. Quelle: dpa

Schon vor dem Rennen hatte Sebastian Vettel Schwierigkeiten mit der Motor-Software - er musste von Startplatz zehn ins Rennen gehen.

(Foto: dpa)

Das dritte Rennwochenende der Saison hatte für Vettel bereits am Samstag eine negative Wendung genommen. Schwierigkeiten mit der Motor-Software sorgten dafür, dass sein RB10 im Qualifying nicht konkurrenzfähig war, von Startplatz zehn musste Vettel ins Rennen gehen.

An der Spitze des Feldes kam es gleich zu Beginn zum von Mercedes angekündigten engen Duell zwischen Rosberg und Hamilton. Der Engländer erwischte den deutlich besseren Start und zog an seinem Teamkollegen vorbei. In den folgenden Kurven fuhr Rosberg wütende Attacken, doch Hamilton nutzte seinen Vorteil geschickt, verteidigte die Führung - und beide Silberpfeile fuhren gleich einen deutlichen Abstand auf die Verfolger raus.

Vettel konnte im Mittelfeld zunächst keine Plätze gutmachen, und wenig später wurde er zum wiederholten Male von seinem Auto im Stich gelassen. "Mein DRS funktioniert nicht mehr", funkte Vettel in die Box, der Weltmeister musste nun also zusätzlich auf den aerodynamischen Vorteil des Klappflügels verzichten.

In Verbindung mit den härteren Reifen sorgte dies nun endgültig für einen Geschwindigkeitsnachteil gegenüber seinem Teamkollegen, und die Box schaltete sich ein. "Lass Daniel vorbei, er ist schneller als Du", funkte der Renningenieur auch aufgrund der unterschiedlichen Strategie in Vettels Helm.

In der Folge entwickelten sich zwei voneinander unabhängige Formel-1-Rennen. Mit zeitweise mehr als 25 Sekunden Vorsprung lieferten sich Hamilton und Rosberg ein äußerst unterhaltsames Privatduell, in der 17., 18., und 19. Runde schlüpfte Rosberg jeweils vorbei, doch Hamilton konterte stets mit harten Bandagen - zu hart, wie Rosberg fand: "Sagt ihm, das ist nicht okay", funkte er an seine Crew.

Im hinteren Feld gelang es Vettel nun, einige Plätze gut zu machen. Der Hesse rutschte während der Boxenstopp-Phase wieder an Ricciardo vorbei, wenig später überholte er Räikkönens Ferrari.

Für Aufregung sorgte in der zweiten Rennhälfte erst ein spektakulärer Überschlag von Sauber-Pilot Esteban Gutierrez (Mexiko), der mit Pastor Maldonado (Venezuela/Lotus) zusammengestoßen war. Gutierrez blieb unverletzt, der Unfall löste jedoch eine Safety-Car-Phase aus, welche das Feld noch einmal zusammenrücken ließ.

In der Folge lieferte sich die Red-Bull-Piloten auf weichen Reifen ein enges Duell, Ricciardo hatte das bessere Ende für sich.

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  • sid
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