Formel 1 Wehrlein 2017 beim Formel-1-Team Sauber

Nachfolger von Nico Rosberg bei Mercedes? Pascal Wehrlein fliegt endgültig aus dem Kandidatenkreis. Der Worndorfer bleibt aber in der Formel 1. Wehrlein will künftig beim Sauber-Team um Punkte kämpfen.
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Nach dem Rosberg-Rücktritt wurde viel darüber spekuliert, ob Pascal Wehrlein der neue Teamkollege von Lewis Hamilton wird. Jetzt ist der junge Deutsche aus dem engeren Kandidatenkreis geflogen. In der kommenden Saison wird er bei Sauber unter Vertrag stehen. Quelle: AFP
Pascal Wehrlein

Nach dem Rosberg-Rücktritt wurde viel darüber spekuliert, ob Pascal Wehrlein der neue Teamkollege von Lewis Hamilton wird. Jetzt ist der junge Deutsche aus dem engeren Kandidatenkreis geflogen. In der kommenden Saison wird er bei Sauber unter Vertrag stehen.

(Foto: AFP)

HinwilSauber statt Silberpfeil: Mercedes traut Pascal Wehrlein die Nachfolge des zurückgetretenen Formel-1-Weltmeisters Nico Rosberg nicht zu und schickt den 22-Jährigen für eine weitere Lehrzeit zu Sauber. Nach seinem Debütjahr beim mittlerweile insolventen Hinterbänklerteam Manor erhält der Worndorfer für die neue Saison einen Vertrag beim Schweizer Privatteam. Mit dem Wechsel des Mercedes-Zöglings zu Sauber ist zugleich der Weg des finnischen Williams-Piloten Valtteri Bottas zu den Silberpfeilen endgültig vorgezeichnet.

„Eine neue Herausforderung in einem neuen Team, die ich mit Spannung und großer Vorfreude erwarte. Unser Ziel ist, dass wir uns als Team im Mittelfeld etablieren und regelmäßig in die Punkte fahren können“, erklärte Wehrlein hoffnungsvoll. Er wird an der Seite des Schweden Marcus Ericsson starten. „Dafür werde ich mein Bestes geben und Sauber in jeglicher Hinsicht unterstützen.“

Die Karriere eines verdienten Weltmeisters
Das Renndebüt
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12. März 2006, Sachir, Bahrain. Rosberg (2. v. r.) schafft es als Siebter in die WM-Punkte und fährt die schnellste Rennrunde. Da ist selbst Vater Keke baff: „Die schnellste Runde im ersten Formel-1-Rennen zu schaffen, ist nicht gerade normal.“ Und was sagt der Sohn? „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich gleich am ersten Rennwochenende so sehr freuen kann. Es ist toll.“ Dabei ist der damals 20-Jährige mit seinem Williams in der ersten Runde noch ins Heck des BMW-Sauber von Landsmann Nick Heidfeld (r.) gefahren. „Nach der ersten Kurve dachte ich, es ist gelaufen“, meint Rosberg.

Das Podiumsdebüt
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16. März 2008, Melbourne, Australien. Mit 22 Jahren schafft es Rosberg (r.) erstmals aufs Podest eines Formel-1-Rennens. „Das ist der Wahnsinn, hier oben zu stehen auf dem Podium. Ich freue mich tierisch“, sagt Rosberg. Er wird Dritter. Schneller sind nur der spätere Weltmeister 2008 und jetzige Mercedes-Stallrivale Lewis Hamilton (M.) im McLaren sowie Heidfeld.

Der Wechsel
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Nach vier Jahren bei Williams unterschreibt Rosberg bei Mercedes, Anfang 2010 geht es los. Der deutsche Autobauer stellt nach Jahrzehnten wieder ein Werksteam – und Rosberg ist zunächst der deutsche Starfahrer. Bis zum 23. Dezember 2009. An diesem Tag verkündet Mercedes das Comeback des erfolgreichsten Piloten in der Formel-1-Historie: Michael Schumacher. Jahre später gibt Rosberg zu: „Ein Schock“ sei es gewesen, als ihm mitgeteilt wurde, wer da sein neuer Teamkollege würde.

Das Poledebüt
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14. April 2012, Shanghai, China. Er fährt erstmals den besten Startplatz raus. Nicht Schumacher, sondern Rosberg verschafft auch Mercedes einen historischen Moment mit der ersten Pole seit dem Comeback als Werksteam. Rosberg: „Das ist der absolute Hammer, ein gigantisches Gefühl.“ Die bis dato letzte Pole als Mercedes- Werksfahrer hatte am 11. September 1955 der letztlich fünfmalige Champion Juan Manuel Fangio geholt.

Das Siegdebüt
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15. April 2012, Shanghai, China. Sieg im 111. Rennen seiner Karriere. Rosberg ist 26 Jahre alt und der erste siegreiche Mercedes-Werksfahrer seit dem legendären Fangio in den 50er Jahren. „Ich bin unglaublich happy. Der Hammer“, sagt er nach dem Großen Preis von China.

Neuer Teamkollege
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Ende 2012. Mercedes gibt bekannt: Hamilton wird der neue Teamkollege von Rosberg. Das deutsche Team mit dem Hauptwerk im englischen Brackley holt einen Briten als Nachfolger für Schumacher. Und einen Weltmeister. Auch eine Ansage an Rosberg.

Erste WM-Niederlage
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23. November 2014, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Rosberg führt einen aussichtslosen Kampf. Hamilton gewinnt die WM. „Es ist schwer. Die Enttäuschung sitzt schon tief. Ich muss das jetzt erst einmal verarbeiten“, sagt Rosberg. Technische Probleme an seinem Mercedes machen alle Hoffnungen zunichte. Beachtenswert: Rosberg hätte seinen maladen Wagen auch einfach abstellen können, er will dieses Rennen aber zu Ende bringen. Er will nicht aufgeben, auch wenn nur Rang 14 dabei herausspringt.

Für Wehrlein und die Formel 1 wird 2017 eine Saison der Fragezeichen. Mit der umfassenden Regelreform werden die Autos und Reifen deutlich breiter, bestehende Kräfteverhältnisse könnten sich verschieben. Sauber ist finanziell zwar solider aufgestellt als Manor, wird es als Vorletzter der Konstrukteurwertung 2016 aber weiter schwer haben.

„Pascal hat in seiner bisherigen Laufbahn sein Talent unter Beweis gestellt - im Formelsport sowie auch in der DTM“, sagte Teamchefin Monisha Kaltenborn über den Nachfolger des geschassten Brasilianers Felipe Nasr. „Pascal wird in Zukunft sicherlich weitere Karriere-Höhepunkte feiern können. Wir möchten ihm bei uns die Chance geben, sich weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen in der Königsklasse des Motorsports zu sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass Marcus und Pascal eine solide Fahrerpaarung für 2017 bilden.“

Wehrlein will den nächsten Schritt in seiner Motorsport-Karriere machen, nachdem er für die Nachfolge von Rosberg offensichtlich als noch nicht reif genug bewertet wurde. Der DTM-Champion von 2015 hatte in der vergangenen Saison sein Formel-1-Debüt für Manor gegeben und beim Grand Prix von Österreich seinen bislang einzigen Punkt geholt. Der Wechsel zu Sauber ist für Wehrlein nun zumindest geografisch ein Katzensprung. Von seinem Wohnort Worndorf bis zur Teamzentrale in Hinwil sind es gerade einmal knapp 80 Kilometer Luftlinie.

Die Auflösung der Nachfolge von Rosberg bei den Silberpfeilen soll indes nur noch eine Frage weniger Tage sein. Bis zuletzt war auch über einen Wechsel Wehrleins zu Mercedes spekuliert worden. Das Silberpfeil-Team wird dem Vernehmen nach Williams-Fahrer Bottas als zweiten Piloten neben Lewis Hamilton verpflichten. Abgesehen von der noch offenen Zukunft des Manor-Teams wären dann alle Cockpits für 2017 vergeben.

  • dpa
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