Großer Preis von Bahrain Arabischer Frühling stört Rennzirkus

Menschenrechte gegen Wirtschaftsinteressen: Während in Bahrain Tausende gegen die Regierung protestieren, verdient der Golf-Staat prächtig am dortigen Formel-1-Rennen. Die Rolle der Rennserie dabei ist höchst umstritten.
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Ein Demonstrant auf den Straßen des Wüstenstaats Bahrain. Quelle: Reuters

Ein Demonstrant auf den Straßen des Wüstenstaats Bahrain.

(Foto: Reuters)

BerlinEinnahmen von 500 Millionen Dollar und noch mehr Prestige stehen auf dem Spiel für den kleinen Golf-Inselstaat Bahrain, wenn dort ab heute der Formel 1-Rennzirkus seine Runden dreht. Im vorigen Jahr wurde das Rennen der Boliden auf dem Höhepunkt der Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen die sunnitischen Herrscher noch abgesagt. Dieses Wochenende sollen Vettel, Schumacher und Co. in dem selbst ernannten Golf-Finanzzentrum wieder auf die Gaspedale treten.

Bahrain ist geostrategisch extrem wichtig wegen seiner zentralen Lage im Persischen Golf. Doch auch nach dem Einzug von Panzern und Soldaten der Nachbarn aus dem Golf-Kooperationsrat über die Brücke, die Bahrain mit Saudi-Arabien verbindet, vor gut einem Jahr kamen die Proteste der Schiiten gegen den sunnitischen Herrscher nicht zu einem Ende. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen, Hunderte Oppositionelle inhaftiert, darunter auch Ärzte und Krankenschwestern, die verletzte Demonstranten behandelt haben. Folter soll nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen an der Tagesordnung sein und Todesurteile wurden gegen Oppositionsvertreter verhängt.

Dennoch keimen die Proteste kurz vor dem Formel 1-Rennen an diesem Wochenende wieder auf. Allein am Freitag demonstrierten landesweit Zehntausende, um die mediale Aufmerksamkeit am Rande des Grand Prix wissend. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, verlangte die Freilassung von Hunderten Gefangenen und ein Ende des „unhaltbaren Zustands“, dass Bahrains schiitische Bevölkerungsmehrheit „nicht zu ihren Rechten kommt“. Farida Ismail, die Mutter eines getöteten Aktivisten, klagt: „Hier hat sich nichts geändert an der Politik der eisernen Faust.“ Dennoch werde die Formel 1 nun in Bahrain abgehalten.

Es geht um Millionen, nicht um den Sport

Gestern aber sagte das deutsche MRS-Team die Teilnahme am zum Rahmenprogramm gehörenden Porsche-Supercup wegen Sicherheitsbedenken ab. Vier Mechaniker aus dem Team Force India um den deutschen Rennfahrer Nico Hülkenberg wurden auf ihrem Rückweg von der Rennstrecke in Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften verwickelt, als in der Hauptstadt Manama nah an ihrem Bus ein Molotow-Cocktail landete. Daraufhin reiste ein Teammitglied ab. Der britische Polizei-Berater Bahrains, John Yates, sagte: „Ich wäre ein Narr, wenn ich sagen würde, dass wir vollständige Sicherheit garantieren können“.

Hamilton thront über allen - Vettel nur Verfolger
Bahrain F1 GP Auto Racing
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Platz 1 - Lewis Hamilton

Der McLaren-Mercedes Pilot hat die ersten drei Rennen der Saison auf dem Treppchen beendet - jeweils als Dritter. Dafür gab es je 15 Punkte, insgesamt folglich 45. Das reicht momentan für die Führung des Briten in der Gesamtwertung.

Bahrain Formula One Grand Prix
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Platz 2 - Jenson Button

Brite folgt auf Brite, Ex-Weltmeister auf Ex-Weltmeister, McLaren-Pilot auf McLaren-Pilot: Hamiltons Teamkollege Jenson Button kommt dank des Siegs zum Auftakt in Australien und Rang zwei zuletzt in China auf auf 43 Punkte. In Malaysia gab's keine Zähler.

Formel 1 - GP Bahrain
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Platz 3 - Fernando Alonso

Ferrari war vor Saisonstart eigentlich abgeschrieben. Nun liegt Ex-Weltmeister Alonso auf Rang drei der Gesamtwertung - mit allen Chancen. Der Überraschungssieger von Malaysia ergatterte im vergangenen Rennen magere zwei Pünktchen, kommt insgesamt auf 37 Zähler.

Bahrain Formula One Grand Prix
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Rang 4 - Mark Webber

Endlich ist der Australier Webber noch einmal vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Vettel. Drei vierte Plätze zu je 12 Zählern holte er bisher. 36 Punkte bedeuten den vierten Rang in der Gesamtwertung.

Bahrain Formula One Grand Prix
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Platz 5 - Sebastian Vettel

Der amtierende Doppelweltmeister schaut der Spitze derzeit noch zu sehr hinterher. Dem Auto fehlt die Geschwindigkeit - trotz Rang zwei in Australien und Platz fünf in China. In Malaysia warf ihn ein Reifenschaden aus den Punkten. Red Bull muss sich insgesamt noch steigern, damit mehr rausspringt als die bisherigen 28 Punkte.

Bahrain Formula One Grand Prix
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Platz 6 - Nico Rosberg

Gut lachen hat Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Der Deutsche holte in China zuletzt den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. In den ersten beiden Rennen ging er leer aus, die 25 Punkte für den Triumph sind folglich die bislang einzigen.

China Formula One Grand Prix
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Platz 7 - Sergio Perez

20 Grand Prixs absolvierte der Sauber-Pilot in seinem Leben bisher. Ein kleiner Durchbruch folgte in seiner jetzigen zweiten Saison: In Australien wurde der Mexikaner Achter, in Malaysia sensationell Zweiter - in China holte er jedoch keine Punkte. 22 Zähler macht das für den Youngster.

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3 Kommentare zu "Großer Preis von Bahrain: Arabischer Frühling stört Rennzirkus"

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  • Wer spricht hier von Empörung?
    Und welches business meinen Sie?
    Im Westen eingekaufte Mörderbanden, die im Auftrag der Regierung "für Ordnung" sorgen.
    Oder meinen Sie die Firma Heckler und Koch, mit deren Waffen diese Leute ausgerüstet sind?
    Oder meinen Sie das Business der Firma Academi?

    Oder meinen Sie gar, dass man zu Stahlgebelle (Ernst Jünger) auch noch rumgurken sollte?

  • Stimmt, nach einer Woche haben die Toten ganz sicher vergessen dass sie tot sind.

  • Was soll die Empörung? Eine Woche später ist doch eh alles vergessen, so läufts business.

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