Lewis Hamilton WM-Krönung mit Plattfuß-Drama

Er ist wieder Weltmeister: Lewis Hamilton. Ohne in Mexiko zu siegen, ohne aufs Podest zu kommen. Sebastian Vettel kann es nicht verhindern. Der Ferrari-Pilot sorgte mit einem Manöver für einen unerwarteten Rennverlauf.
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Für Hamiltons Mercedes-Team war es der achte Titel seit 2014. Quelle: AP
Weltmeister Lewis Hamilton

Für Hamiltons Mercedes-Team war es der achte Titel seit 2014.

(Foto: AP)

Mexiko-Stadt Mit dem wehenden Union Jack in der Hand drehte Lewis Hamilton seine Titelehrenrunde, dankte mit belegter Stimme seinem Mercedes-Team und bekam noch im Auto die Glückwünsche von Kumpel Neymar. Der 32 Jahre alte Brite kürte sich trotz eines Plattfuß-Dramas nach einer Start-Attacke von Sebastian Vettel am Sonntag vorzeitig zum neuen Formel-1-Weltmeister. „Es war nicht das Rennen, das ich mir erhofft hatte, aber ich habe nicht aufgegeben“, sagte Hamilton. „Es fühlt sich sehr surreal an. Ich widme das meiner Familie und meinen Team.“

Hamilton rettete sich nach einem spektakulären Rennverlauf mit ganz frühen Zwangs-Boxenstopps der beiden WM-Duellanten auf Platz neun ins Ziel. Das reichte, Vettel konnte die vierte Hamilton-Krönung auch nach einer atemraubenden Aufholjagd in der Höhenluft von Mexiko-Stadt nicht länger hinauszögern. Vettel wurde Vierter, er hätte aber gewinnen müssen angesichts der Hamilton-Platzierung. Fair gratulierte der 30 Jahre alte Heppenheimer noch auf dem Weg in die Box, danach stampfte er mit dem Helm auf den Kopf ins Motorhome der Scuderia. Reden wollte Vettel erstmal nicht.

Warum Hamilton am Sonntag wieder Weltmeister wird
Show-Trend erreicht Mexiko
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Nach dem Rennen in Mexiko-Stadt wird der niederländische DJ Hardwell auftreten und für einen stimmungsvollen Abschluss sorgen. Beim Großen Preis der USA hatten bereits Justin Timberlake (Foto) und Stevie Wonder Konzerte an der Strecke gegeben.

Alonso tritt bei 24-Stunden-Rennen an
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Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso will beim 24-Stunden-Rennen von Daytona antreten, das im Januar stattfindet. Für den Spanier nicht der erste Auslug außerhalb der Formel 1: Alonso war Ende Mai bereits beim Klassiker Indy500 gefahren und hatte dafür auf den Monaco-Grand-Prix verzichtet.

Wehrlein muss um Stammplatz bangen
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Wird aus dem deutschen Formel-1-Trio 2018 ein -Duo? Für Sauber-Pilot Pascal Wehrlein sinken die Chancen, denn auch andere Fahrer spekulieren auf eine Festanstellung bei dem Traditionsrennstall. „Es gibt Diskussionen und ich hoffe, dass wir bald etwas hören werden“, sagte er. Sicher ist nur, dass Sebastian Vettel im Ferrari und Nico Hülkenberg im Renault 2018 dabei sind.

Verstappen fühlt sich ungerecht behandelt
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Beim Großen Preis der USA wurde ein Überholmanöver von Max Verstappen gegen Kimi Räikkönen als Regelverstoß gewertet. Verstappen verlor seinen dritten Platz wieder an den finnischen Ferrari-Piloten. Daraufhin bezeichnete der Fahrer die Rennkommissare als "Idioten". Die Aussage nahm er zwar zurück, inhaltlich bleibt der Niederländer aber bei seiner Kritik. Renndirektor Charlie Whiting zu Verstappens Schimpftirade: „Es wäre nett gewesen, wenn er sich entschuldigt hätte.“

Wie groß ist die Chance, dass Lewis Hamilton in Mexiko Weltmeister wird?
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Sehr groß. Der Brite hat vor dem 18. von 20 Saisonrennen 66 Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen Sebastian Vettel im Ferrari – bei noch maximal 75 zu vergebenen Punkte in den letzten drei Saisonläufen.

Konkurrenz verblasst
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Ein fünfter Platz reicht Hamilton schon, selbst wenn der Deutsche gewinnen sollte. Wird Vettel Dritter, kann sich Hamilton sogar einen Ausfall leisten.

Was spricht für Hamiltons Krönung in Mexiko-Stadt?
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Rang fünf scheint angesichts seiner derzeitigen Topform nur noch eine Formsache zu sein. Am vergangenen Sonntag sicherte er sich beim Grand Prix der USA in Austin schon seinen neunten Saisonsieg, den fünften Erfolg im sechsten Rennen seit der Sommerpause.

Den Sieg sicherte sich Red-Bull-Star Max Verstappen vor Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas und Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen.

Hamilton machte im drittletzten Grand Prix der Saison seinen vierten Titel nach 2008, 2014 und 2015 perfekt. „Danke, Danke, Danke, Danke. Viermal Danke“, funkte Team-Oberaufseher Niki Lauda Weltmeister Hamilton ins Auto. Hamilton ist nun der erfolgreichste Pilot Großbritanniens. „Ich brauche erstmal Zeit, um das sacken zu lassen“, sagte er. Hamilton zog nach WM-Triumphen zudem mit Vettel gleich, ebenfalls viermal wurde der Franzose Alain Prost Weltmeister. Fünf und mehr Titel gelangen nur Rekordchampion Michael Schumacher (7) und dem Argentinier Juan Manuel Fangio (5).

Für Hamiltons Mercedes-Team war es der achte Titel seit 2014. Die Silberpfeile gewannen 2014, 2015, 2016 und nun auch 2017 jeweils die Fahrer- und die Konstrukteurswertung. „Ich bin so happy“, sagte Teamchef Toto Wolff. „Es fällt eine unglaubliche Last ab.“

Vettel versuchte auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez noch einmal alles, es nutzte nichts. Die 50. Pole seiner Karriere war schnell ohne Wert, ausgerechnet er und Hamilton kamen sich schon nach der ersten Kurve zu nah. Zunächst zog Verstappen, von Platz zwei gestartet, spektakulär an Vettel vorbei. Vettel demolierte sich beim Versuch, sich zu verteidigen, den Frontflügel.

Teile flogen durch die Luft, aufgeschlitzt wurde Hamiltons rechter Hinterreifen aber von Vettels Restflügel. „Hat er mich bewusst getroffen?“, fragte Hamilton seine Box. Die Rennleitung schaute sich die Manöver an und entschied: Keine Strafen.

Aber es war ein Start-Drama, das dem Rennen noch mal gehörige zusätzliche Spannung verlieh. Vettel musste in der zweiten Runde in die Box, bekam einen neuen Frontflügel, Hamilton musste in der zweiten Runde in die Box und bekam neue Reifen.

Beide ließen sich die soften Reifen montieren - damit konnten sie eigentlich durchfahren. Auf den Plätzen 19 und 20 reihten sich Vettel und Hamilton ein. Für Hamilton kein Grund zur Sorge: Vettel musste mindestens Zweiter werden, um den Titelgewinn des Briten in Mexiko zu verhindern, solange dieser nicht unter die ersten zehn kommen würde. Auf Rang zwei fuhr aber Runde um Runde Hamiltons Teamkollege Bottas, der Rückstand Vettels auf den Finnen betrug zunächst über eine Minute.

Hamilton wirkte aber alles andere als beruhigt. In der 22. Runde musste er sich von Verstappen überrunden lassen und er fragte sich: Wie weit schafft es Vettel nach den Boxenstopps der Konkurrenten nach vorn. Es wurde ein Rechenspiel für die Teamstrategen. Erst recht, als Brendon Hartleys brennender Toro Rosso eine virtuelle Safety-Car-Phase auslöste.

Vettel und Hamilton jagten weiter durchs Feld. 13 Runden vor Schluss war Vettel auf Rang vier. 23 Sekunden trennten ihn aber von Räikkönen. „Mamma mia, das ist ein bisschen zuviel“, kommentierte Vettel via Boxenfunk. Hamilton schaffte es zudem zur gleichen Zeit bis auf Rang zehn und überholte dann auch noch seinen ehemalige McLaren-Kollegen Fernando Alonso.

Es reichte also nicht für Vettel. Die zweite Saisonhälfte mit zu vielen Pannen an seinem Ferrari und zu vielen eigenen Patzern machte die bis zur Sommerpause blendenden Aussichten auf den fünften WM-Triumph zunichte. Vor allem wäre es der erste mit Ferrari gewesen. Leichter wird es nächste Saison in Vettels viertem Jahr bei der Scuderia allerdings nicht. Dass dann auch mit Verstappen zu rechnen sein dürfte, machte der 20 Jahre alte Niederländer als Gewinner von Mexiko deutlich.

  • dpa
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  • Ferrari hat selbst die WM "entspannt". Wer so viele Fehler macht, ist eben nicht Nummer 1. Leider ist dadurch die F1 nicht mehr interessant gewesen.

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