Rennsport VW prüft Einstieg in die Formel 1

Die Gerüchteküche bezüglich eines Formel-1-Einstieg durch Volkswagen brodelt immer mal wieder. Der Motorsport-Beauftragte legt der Konzernleitung nun einen konkreten Plan vor - und setzt auf Marketingeffekte.
  • Franz W. Rother
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Ein Volkswagen Beetle auf einer Motorsport-Rennstrecke. Quelle: dpa

Ein Volkswagen Beetle auf einer Motorsport-Rennstrecke.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWie der Motorsport-Beauftragte des Konzerns, Wolfgang Dürheimer, der WirtschaftsWoche sagte, werde er in Kürze dem Vorstand ein Motorsport-Konzept vorlegen, das auch eine Beteiligung an der höchsten Rennklasse vorsieht. „Ich werde mein Konzept noch in diesem Jahr dem Konzernvorstand vorstellen und Vorschläge einbringen, die nicht nur die Rennserien betreffen, die wir heute bedienen“, sagte Dürheimer. „Gemessen an den geplanten Verkäufen des Konzerns in Amerika, in Asien und dem mittleren Osten, sind wir dort im Motorsport noch nicht ausreichend repräsentiert. Das gilt es aus meiner Sicht zu korrigieren.“

Dafür wäre nach Ansicht des ehemaligen Entwicklungsvorstands von Porsche die Formel 1 die beste Lösung. Sie habe „mit Abstand die größte Bedeutung“, so Dürheimer. „Sie dominiert die Rennszene in Europa und Asien“. Details zum Wiedereinstieg wollte Dürheimer nicht nennen. Wie die WirtschaftsWoche aus VW-Kreisen erfuhr, ist daran gedacht, zunächst als Motorenlieferant einsteigen.

Wolfgang Dürheimer, der Motorsport-Beauftragte von Volkswagen. Quelle: dapd

Wolfgang Dürheimer, der Motorsport-Beauftragte von Volkswagen.

(Foto: dapd)

Porsche hatte in den 80er Jahren als Motorenlieferant von McLaren 25 Grand-Prix-Siege eingefahren und drei Weltmeisterschaften gefeiert. Das Dürheimer-Konzept sieht angeblich vor, zu einem späteren Zeitpunkt die Mehrheit an einem Rennstall zu erwerben. Ein möglicher Kandidat könnte die Scuderia Toro Rosso aus dem Besitz des österreichischen Unternehmers Dietrich Mateschitz (Red Bull) sein.

Der Einstieg in die Formel 1 wird im Konzern schon seit bald zwei Jahren immer wieder diskutiert. Bislang scheiterte die Realisierung am Widerstand von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

Auch in den USA sieht das Dürheimer-Konzept ein stärkeres Engagement vor. Dort setzt Dürheimer allerdings nicht auf die Formel 1, weil sie dort „weit weg von der Wahrnehmbarkeit“ sei. „Dafür gibt es dort Indy und Nascar-Rennen. Diese Rennserien müssen im Zusammenhang mit einer künftigen Strategie untersucht werden.“

Am Wochenende beteiligt sich Audi mit mehreren Exemplaren des neuentwickelten Kundensportwagens Audi R8 Grand-Am an der 50. Ausgabe des Langstrecken-Klassikers „24 Stunden von Daytona“. Eingesetzt werden die Autos allerdings von zwei Privatteams.

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