Olympische Kombination Gold! Höfl-Riesch bezwingt den Horror-Hang

Ein Dutzend Fahrerinnen hat der tückische Slalom-Kurs in Krasnaja Poljana aus dem Kombinationswettbewerb geworfen – aber nicht Maria Höfl-Riesch. Die Deutsche behielt die Nerven und holte sich mit einem Husarenritt Gold.
Update: 10.02.2014 - 16:58 Uhr Kommentieren
Schwarz, Rot und vor allem Gold: Maria Höfl-Riesch wiederholt ihren Kombinations-Triumph von Vancouver. Quelle: ap

Schwarz, Rot und vor allem Gold: Maria Höfl-Riesch wiederholt ihren Kombinations-Triumph von Vancouver.

(Foto: ap)

Krasnaja PoljanaMit hochgehaltener Deutschland-Fahne strahlte Maria Höfl-Riesch vom Podest. Erstes Gold in Sotschi, der dritte Olympiasieg insgesamt - und Erleichterung pur. Als der Triumph in der Super-Kombination fest stand, sank die deutsche Fahnenträgerin ergriffen auf die Knie. Die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver demonstrierte am Montag wieder einmal ihre Extra-Klasse, als es darauf ankam. „Erleichterung ist gar kein Wort dafür. Es ist die zehnfache Steigerung von Erleichterung“, gestand die 29-Jährige. Zwischenzeitlich musste sie in ihrem „Bilderbuchmärchen“ und „einem der emotionalsten Siege“ mit den Tränen kämpfen. „Gold. Noch mehr Gold.“

Innig umarmte Alpindirektor Wolfgang Maier seine Dauersiegerin, die in der Olympia-Rangliste der deutschen Alpinen an Rosi Mittermaier vorbeizog und zur dreimaligen Goldmedaillengewinnerin Katja Seizinger aufschloss. „Wir sind alle sehr emotional. Für uns Alpine ist das der optimale Einstand“, schwärmte Maier. Gelöst lobten die deutschen Olympia-Funktionäre nach dem zweiten Sieg des Teams in Sotschi die deutsche Vorzeigefahrerin. „Sie hat wieder genau im richtigen Moment einfach die Höchstleistung abgerufen. Das unterscheidet sie von anderen Athleten“, konstatierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Grundsätzlich wiederholt sich die Geschichte des letzten Jahres, wo sie bei der WM in Schladming ein Stück weit Skisportgeschichte geschrieben hat.“

So viele hatten Gold von Maria Höfl-Riesch erwartet, oder zumindest erhofft. „Extrem nervös“ sei sie gewesen, gestand die 27-malige Weltcupsiegerin. Das war ihr ungewohnterweise vor dem Finallauf sogar anzumerken. Nach Rang fünf in der Abfahrt und 1,04 Sekunden Rückstand auf die führende Amerikanerin Julia Mancuso fiel das obligatorische Brustklopfen Höfl-Rieschs vor dem entscheidenden Slalom besonders lange aus. Wie 2010 in Vancouver legte Höfl-Riesch nach der Bestzeit den Kopf in den Nacken, riss jubelnd die Fäuste in die Höhe. Und dann? Musste sie warten.

Denn es galt im Slalom: Nervenstärke zu beweisen: Zwölf Fahrerinnen warf die steile und vereiste Strecke am Hang von Krasnaja Poljana ab. Die nach der Abfahrt zweitplatzierte Lara Gut aus der Schweiz verabschiedete schon auf dem ersten Streckenabschnitt. Bangend blickten Höfl-Rieschs Augen unter dem Rand der schwarz-rot-goldenen Mütze, wie die Amerikanerin beim Kampf durch die 59 Torlaufstangen Zehntelsekunde um Zehntelsekunde verlor und am Ende hinter ihr lag. Auch ohne Sieg: das US-Girl bejubelte überschwänglich Bronze. Die Silbermedaille ging an Nicole Hosp (Österreich).

„Maria hat einfach die Coolness“
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