BMI-Brief sorgt für Ärger Spitzensport-Reform bleibt Reizthema

Wie soll in Zukunft in Deutschland der Spitzensport gefördert werden? Die Reform war und ist eine schwere Geburt. Ein Brief aus dem Bundesinnenministerium zur Trainerfinanzierung hat in Rio für Ärger gesorgt.
Unvergessliche Momente für Schwarz-Rot-Gold
Bilanz
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Die deutsche Olympia-Mannschaft das selbst gesteckte Ziel, wie 2012 in London 44-mal Edelmetall zu holen, in Rio de Janeiro knapp verfehlt. Immerhin: Mehr Goldmedaillen gab es zuletzt 1996 in Atlanta. Die größten Gewinner:

Sebastian Brendel
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Der Kanute holt gleich zweimal Gold und wird als Fahnenträger für die Abschlussfeier nominiert. Ein Vorzeigeathlet für Sportarten, die außerhalb Olympias nicht so im Rampenlicht stehen. Und Protagonist der mit sieben Medaillen so erfolgreichen Paddler.

Timo Boll
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„Megastolz“ als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier. Der Tischtennis-Star scheidet zwar schon in der zweiten Runde im Einzel aus. Er verhilft der Mannschaft aber zu Bronze - mit einem rausgesprungenen Wirbel und vielen Spritzen.

Reiter
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Gold mit der Dressur-Equipe um Isabell Werth und erneut in der Vielseitigkeit durch Michael Jung. Mit sechs Medaillen in sechs Entscheidungen eine glanzvolle Ausbeute. Die DOSB-Vorgabe - drei bis fünf Mal Edelmetall - wird übererfüllt.

Fabian Hambüchen
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Olympiasieg am Reck - was für ein Abschluss einer großartigen Karriere. „Es ist die Erfüllung eines Traums“, sagt der populäre Kunstturner. Der 28-Jährige ist nun ein heißer Kandidat für die Kür zum „Sportler des Jahres“ im Dezember.

Christian Reitz
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Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole und ein Mann der klaren Worte. In Tokio will der 29-Jährige wieder dabei sein. Im Gegensatz zu den Gewehrschützen Barbara Engleder und Henri Junghänel, die aufhören oder sich noch nicht entschieden haben.

Mannschaften
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Fußballer(innen), Handballer, Hockey-Teams, die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst - sie alle spielen um Medaillen mit und sorgen für Stimmung. Goldglanz gibt es für die Beachvolleyballerinnen und die Fußballerinnen.

Rio de JaneiroFür den deutschen Sport wird es ein heißer Herbst. Nach Kontroversen, Scharmützeln und Friedensschlüssen soll die Reform der Spitzensportförderung präsentiert werden. Bekommen die auch bei den Olympischen Spielen in Rio nicht erfolgreichen Verbände weniger und die erfolgreichen mehr Geld? Wer fällt hinten runter, wer steigt auf? Wird alles besser? Die Reform ist ein Reizthema.

Deshalb sorgte ein kurz vor Olympia vom Bundesinnenministerium (BMI) an die Verbände adressierter Brief für Ärger, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin wurde angekündigt, nur 75 Prozent der bisherigen Mittel für das Leistungssportpersonal für 2017 „in Aussicht“ zu stellen, um den Spitzenverbänden „mehr Planungssicherheit“ für die Erstellung von Trainerverträgen zu geben.

„Es ist unglücklich, so etwas kurz vor den Spielen zu machen. Ich finde das schade“, sagte Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes. „Das ist so, als ob meine Frau mir während meiner Zeit in Rio gesagt hätte, wir müssen mal über unser Zusammenleben nachdenken.“ Was den Inhalt angeht, ist Frese bereits froh über die Zusage von 75 Prozent der Mittel. „Das ist normal, dass das unter Vorbehalt geschieht. Ich hoffe, dass wir auf 125 Prozent kommen.“

So entspannt sehen es nicht alle Verbände. Schließlich ist am Jahresanfang in den erstmals geführten Strukturgesprächen zwischen DOSB und Spitzenverbänden für das Leistungssportpersonal ein erheblicher Finanzmehrbedarf ermittelt worden. „Insofern vermittelt die zum aktuellen Zeitpunkt vom BMI in Aussicht gestellte Finanzierung keine hinreichende Planungssicherheit, sondern ist ein Rückschritt für alle Spitzenfachverbände“, kritisierte Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

„Als ein elementares Strukturmerkmal der Spitzensportreform wurde stets postuliert, den Trainer und den Athleten in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu stellen“, argumentierte er. Deshalb müssten langfristige Perspektiven, eine Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen sowie eine adäquate Anzahl von Trainerstellen für die Zukunft sichergestellt werden. „Den Spitzenfachverbänden einen möglichen Abbau ihrer Trainerstrukturen bis zum Jahresende zu offerieren, erscheint mir kontraproduktiv“, meinte Kurschilgen.

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