Olympia Handballer stürmen ins Halbfinale

Deutschlands Handballer greifen nach der Olympia-Medaille: Gegen den WM-Zweiten Katar gelang ein klarer Sieg. Gegner im Halbfinale am Freitag ist Olympiasieger und Weltmeister Frankreich
Die Revanche für die knappe Niederlage im WM-Viertelfinale 2015 gegen den Gastgeber und späteren Finalisten ermöglichte auch eine titelverdächtige Abwehrleistung. Quelle: dpa
Nach dem Sieg

Die Revanche für die knappe Niederlage im WM-Viertelfinale 2015 gegen den Gastgeber und späteren Finalisten ermöglichte auch eine titelverdächtige Abwehrleistung.

(Foto: dpa)

Rio de JaneiroDie erste Olympia-Medaille seit 2004 ist nah: Handball-Europameister Deutschland ist mit einer titelreifen Leistung ins Halbfinale von Rio de Janeiro gestürmt. Dank einer Abwehr wie aus einem Guss demütigte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson den WM-Zweiten Katar am Mittwoch mit 34:22 (16:12). Gegner im Halbfinale am Freitag ist Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, der zuvor Gastgeber Brasilien mit 34:27 (16:16) ausgeschaltet hatte. Erfolgreichste deutscher Torschützen waren Kapitän Uwe Gensheimer (St. Germain), Tobias Reichmann (Kielce) und Fabian Wiede (Füchse Berlin) mit jeweils fünf Treffern.

Nicht nur Kampf und Leidenschaft, auch Spielkunst bot der Olympia-Zweite von 2004 gegen die Weltauswahl Katars mit vielen eingebürgerten Handballstars, darunter fünf Europäern. Die Revanche für die knappe Niederlage im WM-Viertelfinale 2015 gegen den Gastgeber und späteren Finalisten ermöglichte auch eine titelverdächtige Abwehrleistung.

Im sechsten Vergleich gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zum vierten Mal gegen Katar. Zahlreiche andere deutsche Sportler wie Ruderer und Schützen jubelten der Mannschaft ebenso zu wie die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes mit Präsident Alfons Hörmann.

Vogel schafft's hauchdünn, Hambüchen krönt Turn-Karriere
Großes Karriereende
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Fabian Hambüchen krönt seine Turn-Karriere mit dem Olympiasieg am Reck. Der erfolgreichste Deutsche der Turn-Geschichte siegt vor dem Amerikaner Danell Leyva und dem Briten Nile Wilson. Es ist das erste Turn-Gold für die Deutschen seit dem Erfolg von Andreas Wecker aus Berlin bei den Spielen 1996 in Atlanta.

Strandgold?
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Laura Ludwig und Kira Walkenhorst erreichen an der Copacabana das Endspiel des Beachvolleyball-Turniers. Das Duo aus Hamburg schaltet im Halbfinale die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Talita aus. Damit spielt erstmals ein deutsches Beach-Frauenteam bei Olympischen Spielen um Gold.

Das erste Finale im Fußball
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Deutschlands Frauen (im Bild Torschützin Sara Däbritz) machen mit einem Jubiläumssieg den erstmaligen Einzug ins Olympia-Finale perfekt. Auf dem Weg ins Endspiel gegen Brasilien-Bezwinger Schweden besiegt der Europameister Kanada mit 2:0 und feiert den 300. Erfolg der Länderspiel-Geschichte.

Hauchdünn zu Gold
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Kristina Vogel sprintet bei den Bahnrad-Wettbewerben zu Gold. Die Erfurterin bezwingt im Finale die Britin Rebecca James – und verliert im Zieleinlauf des zweiten Durchgangs ihren Sattel. Im Keirin verpasst Weltmeister Joachim Eilers hingegen eine Medaille.

Bronze sicher
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Artem Harutyunyan beschert dem Deutschen Boxsport-Verband die erste olympische Medaille seit zwölf Jahren. Der Halbweltergewichtler aus Hamburg zieht durch einen 3:0-Punktsieg gegen den Türken Batuhan Gözgec ins Halbfinale ein und hat Bronze bereits sicher.

Keine Chance gegen China
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Die deutschen Frauen verpassen die Final-Sensation gegen Favorit China. Die Silbermedaille bei den Rio-Spielen ist aber ein großer Erfolg. Han Ying (l.), Petrissa Solja (r.) und Shan Xiaona verlieren das Endspiel mit 0:3 gegen die Seriensiegerinnen aus China.

Im kühlen Nass
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Hier sehen Sie einen deutschen Medaillengewinner mal anders...

Den besseren Start erwischte die DHB-Auswahl, obwohl für den erwartet starken Rückraum Katars der Ex-Kubaner Rafael Capote zunächst aus allen Lagen traf. Dann gelangen gleich drei Blocks. Dank einer sehr guten Abwehrleistung und starken Paraden von Torwart Andreas Wolff konnte sich der Europameister Mitte der ersten Halbzeit absetzen. Zwar kam Katar immer wieder heran, die Vier-Tore-Führung zur Halbzeit war hochverdient. Eine bärenstarke Abwehr ermöglichte leichte Ballgewinne und Kontertore.

Zu Beginn der zweiten Hälfte setzte das Team wichtige Wirkungstreffer und baute die Führung zum 20:13 (35.) aus. Die Abwehr weiter stabil, Wolff steigerte sich im Tor, der Angriff agierte weiter treffsicher. Mit einem Zwischenspurt von 22:17 (41.) auf 29:18 (51.) wurden die Weichen auf Sieg gestellt.

Der für den verletzen Christian Dissinger nachnominierte Steffen Fäth kam zwölf Minuten vor Schluss zu seinem Olympia-Debüt. Dissinger hat seine Operation in Rio de Janeiro gut überstanden und drückte der Mannschaft vom Krankenbett aus die Daumen. „OP gelaufen. Mir geht's den Umständen entsprechend nicht so gut“, schrieb der Rückraumspieler des THW Kiel am Mittwoch auf Instagram. Dissinger war am Dienstag wegen eines Kompartmentsyndroms im Oberschenkel operiert worden.

Vor der Partie hatte Sigurdsson ein „sehr enges Spiel“ erwartet: „Jeder kleine Zweikampf ist ein Krieg für sich.“ Gegen die körperlich robusten Katari aber hielten die Deutschen mit spielerischen Mitteln dagegen. Der Aufschwung des Teams wäre ohne Trainer Sigurdsson kaum möglich gewesen.

Nach dem Fehlen bei den Spielen in London 2012, der EM 2014 in Dänemark und dem sportlichen Verpassen der WM 2015 in Katar ging es unter seiner Regie bergauf: WM-Platz sieben in Doha, wo erst eine Wildcard die Teilnahme ermöglichte, Europameister im Januar 2016 und nun - sieben Monate später - das olympische Halbfinale. „Unsere Reise geht weiter“, verkündete Sigurdsson nicht ohne Stolz.

  • dpa
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