Olympia in Rio Bisher erfolgreichster Tag für das deutsche Team

Turn-Star Fabian Hambüchen, Vorzeige-Kanute Sebastian Brendel und Bahnradsprinterin Kristina Vogel holen Gold. Dazu kommt Silber und Bronze. Zudem glänzen die Beachvolleyballerinnen und die Fußballerinnen.
Update: 17.08.2016 - 03:10 Uhr

Der perfekte Tag: Hambüchen erturnt Gold

Rio de JaneiroDas deutsche Team hat seinen bislang erfolgreichsten Tag bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erlebt. Fabian Hambüchen beendete am Dienstag seine große Turn-Karriere mit der Gold-Medaille an seinem Spezialgerät Reck. Kurz danach siegte Bahnradfahrerin Kristina Vogel im Sprint. Zum Auftakt des elften Wettkampftages hatte schon Vorzeige-Kanute Sebastian Brendel im Canadier über 1000 Meter seinen Triumph von 2012 wiederholt. Im Kajak-Zweier fuhren Franziska Weber und Tina Dietze über 500 Meter nur um Zentimeter an Gold vorbei und wurden Zweite.

Zudem zogen die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst durch das 2:0 (21:18, 21:12) gegen die Brasilianerinnen Larissa/Talita ins Finale ein und haben Silber sicher. Gleiches gilt für die Fußball-Frauen, die erstmals bei einem olympischen Turnier das Endspiel erreichten. Nach dem 2:0 gegen Kanada in Belo Horizonte spielt die DFB-Auswahl am Freitag im legendären Maracana-Stadion in Rio um Gold.

Bronze im Wasserspringen

Wasserspringer Patrick Hausding holte Bronze vom Drei-Meter-Brett und damit die erste Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband. Boxer Artem Harutyunyan hat ebenfalls schon Bronze sicher. Der Halbweltergewichtler besiegte im Viertelfinale den Türken Batuhan Gözgec und holte die erste deutsche Olympia-Medaille seit zwölf Jahren. Es ist aber noch mehr für ihn drin. Vor den Abendwettkämpfen (Ortszeit) wies die offizielle Bilanz für das deutsche Team 25 Medaillen auf (11x Gold/7x Silber/7x Bronze).

Über allen Erfolgen stand der Tag aber noch im Zeichen der Trauer um den am Montag gestorbenen Kanu-Slalom-Trainer Stefan Henze. „Vielleicht sind wir heute auch alle ein bisschen für Stefan gepaddelt“, sagte Brendel. Die deutschen Fahnen wehten auf Bitten des Deutschen Olympischen Sportbundes an den Wettkampfstätten auf halbmast, im Deutschen Haus war ein Kondolenzbuch ausgelegt. Am Vortag war der 35-Jährige im Beisein seiner Familie drei Tage nach einem Verkehrsunfall an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen gestorben.

Macken, Marotten und Merkwürdigkeiten
Macken und Marotten: Christina Schwanitz
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Den rechten Arm mit der Kugel in die Höhe, den geflochtenen Zopf mit der linken Hand auf die Seite: Die Vorbereitung auf einen Stoß ist bei Weltmeisterin Christina Schwanitz immer gleich. „Es ist mein Ritual geworden und dient der Konzentration.“ Reichte diesmal aber nicht für eine Medaille.

Laura Siegemund
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Die im Viertelfinale ausgeschiedene Tennisspielerin Laura Siegemund läuft nach fast jedem Punkt zum Handtuch, um sich den Schweiß abzuwischen. Und verbreitet auch sonst ganz schön Hektik auf dem Platz. Taktik? „Sie nervt ja alle, die anderen sind alle gereizt“, erklärt Bundestrainerin Barbara Rittner schmunzelnd.

Isabell Werth
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Isabell Werth reitet mit uralten Stiefeln, in Rio sogar zum sechsten Olympia-Gold. „Die trage ich seit 1991“, sagt die 47-Jährige, die die erfolgreichste Reiterin der olympischen Geschichte ist. Die Vorzüge: „Die sind außen hart und innen weich.“

Laura Vargas-Koch
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Laura Vargas-Koch, Bronzemedaillen-Gewinnerin im Judo, muss vor jedem Kampf erstmal richtig Bodenhaftung haben: „Ich streife mit den Füßen über die Matte und springe dann hoch. Ich kann dadurch die Matte besser spüren.“

Frank Stäbler
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Ringer-Weltmeister Frank Stäbler (r.) schwört nach dem Wiegen am Tag vor dem Wettkampf immer auf die Fleischbrühe seiner Mama. Immerhin muss er insgesamt acht Kilo Gewicht machen. „Da die Reise nach Rio so lang ist, wird meine Mama vor Ort einkaufen und die Suppe hier kochen.“

Merkwürdigkeiten: Die Tischtennis-Spieler
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Die Tischtennis-Spieler sind die Meister Proper des Sports: Ständig wischen sie mit dem Handtuch und der Hand über den Tisch. Weil schon ein einziger Schweißtropfen die Flugbahn des Balles verändern könnte. Und weil es einfach ein Ritual ist, das die Konzentration erhöht - und die Nerven beruhigt.

Die Golfspieler
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Bei Golfspielern sind Trainingshosen und Sportshirts verpönt. „In unseren Regeln steht halt drin, dass wir immer ein Polohemd tragen müssen - ein Shirt mit Kragen“, erklärte der deutsche Spitzenspieler Martin Kaymer. „Aber du kannst auch mit Shorts spielen, nur bei uns Profis vielleicht nicht.“

Die deutschen Leichtathleten steuerten in ihren Wettkämpfen am Vormittag und Mittag (Ortszeit) kein Edelmetall bei. Drei Tage nach dem Olympiasieg von Christoph Harting und dem Bronze-Coup von Daniel Jasinski blieben die Diskuswerferinnen ohne Medaille. Mitfavoritin Julia Fischer kam nicht einmal in den Endkampf und enttäuschte als Neunte. Die frühere WM-Zweite Nadine Müller war als Sechste ebenfalls ohne Chance. Gold eroberte wie schon in London die Kroatin Sandra Perkovic.

Ringer-Weltmeister Frank Stäbler blieb ebenfalls ohne Medaille. In der Qualifikation für den Bronze-Kampf verlor der verletzte 27-Jährige gegen den Japaner Tomohiro.

Die deutschen Hockey-Herren verpassten das Finale durch ein klares 2:5 gegen Argentinien. Damit wird es nichts aus dem Gold-Hattrick. 2008 in Peking und 2012 hatten die deutschen Herren jeweils triumphiert. Sie spielen nun am Donnerstag um Bronze.

Für die deutschen Springreiter sieht es nach dem ersten Teil der Mannschafts-Wertung vielversprechend aus. Mit null Strafpunkten führen sie das Klassement an. Allerdings teilen sie sich die Spitzenposition mit den Equipen der USA, der Niederlande und von Brasilien. „Das wird noch eine ganz heiße Kiste“, sagte Bundestrainer Otto Becker.

Deutschlands Tischtennis-Frauen haben das Olympia-Finale im Teamwettbewerb gegen den hohen Favoriten China verloren. Han Ying, Petrissa Solja und Shan Xiaona gelang gegen die an Nummer eins gesetzten Asiatinnen nicht die erhoffte Sensation. Sie unterlagen mit 0:3 und gewannen die Silbermedaille. Es ist das erste Edelmetall bei Olympia für die deutschen Tischtennis-Frauen überhaupt.

  • dpa
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