Blinder bei Extrem-Hindernislauf Nichts für Weicheier

Es wird wieder eine Grenzerfahrung für den Bad Homburger Sportler Harald Lange. Er ist fast blind, macht aber am Samstag beim Braveheart Battle mit – einem der härtesten Extremläufe Europas. 
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Der blinde Extremsportler Harald Lange bereitet sich m Wald bei Bad Homburg auf seine kommenden sportlichen Herausforderungen vor. Quelle: dpa
Blinder Extremsportler Harald Lange

Der blinde Extremsportler Harald Lange bereitet sich m Wald bei Bad Homburg auf seine kommenden sportlichen Herausforderungen vor.

(Foto: dpa)

Bad Homburg/MünnestadtRund um die Kurstadt Bad Homburg im hessischen Hochtaunuskreis war in den vergangenen Monaten ein Jogger mit eigenwilligen Trainingsmethoden zu beobachten. Er robbte unter Dornenhecken durch, schleppte einen Baumstamm durch den Wald, schlängelte sich durch einen Bachlauf unterhalb einer Straße hindurch - und blieb dort stecken. „Ich konnte mich glücklicherweise selbst befreien. Denn dort hätte mich keiner gesucht“, erzählt Harald Lange.

Der Bad Homburger Sportler ist seit seiner Geburt fast blind und sucht mal wieder die Herausforderung. An diesem Samstag (7. März) lautet sie: Braveheart Battle im unterfränkischen Münnerstadt - ein fast 30 Kilometer langer Hindernislauf für die laut Veranstalter „ganz Harten“. Der Startschuss fällt Punkt 11.00 Uhr.

Damit beginnen Stunden des Leidens. Die Strecke bietet heftige Steigungen und rutschige Böschungen, doch das ist nicht das Schlimmste. Die etwa 3000 Teilnehmer - die Veranstaltung ist seit einem Jahr ausverkauft - müssen sich durch eiskaltes Wasser kämpfen, über brennende Hindernisse springen, eine über sechs Meter hohe Wand aus Strohballen erklimmen und durch Schlammlöcher kriechen. Der Notarzt war bei den vergangenen Veranstaltungen stets gut beschäftigt, auch Lange hat er schon behandelt.

Der Bad Homburger war vergangenes Jahr das erste Mal dabei. An einem Baumstamm war der Lauf für ihn fast zu Ende. Er sah ihn nicht und rannte dagegen - sein Kopf blutete. „Er ist dem Notarzt quasi von der Liege gehüpft, um ins Ziel zu kommen“, erinnert sich die Sprecherin des Veranstalters, Ursula Schemm. Mit einem Verband um den Kopf schleppte er sich nach knapp vier Stunden über die Ziellinie.

Lange ist sich nicht ganz sicher, ob ihm das dieses Jahr auch gelingen wird. Das kalte Wasser, durch das er gleich mehrfach waten, schwimmen und tauchen muss, macht ihm Sorgen. „Da ist die Muskulatur wie eingefroren. Aber ich bin kein Weichei“, sagt der 34-Jährige, der in Frankfurt als Tagungsmanager im Landesschulamt arbeitet.

„Weil es Spaß macht“
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