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Bundesliga Handballklubs leisten sich Rekordtransfers

Mit einem lukrativen TV-Vertrag starten die deutschen Handballclubs in die neue Bundesliga-Saison. Erstmals sind auch Spieler mit von der Partie, deren Ablösesumme die Millionengrenze übersteigt. Doch die Liga hat ein Problem: Die Schere zwischen armen und reichen Clubs wird immer größer.
  • Hans Weymar
Daniel Narcisse (links) soll seine Gegner künftig auch in der Bundesliga stoppen. Quelle: dpa

Daniel Narcisse (links) soll seine Gegner künftig auch in der Bundesliga stoppen.

(Foto: dpa)

KÖLN. „Air France“ ist in Kiel gelandet. So nennen die Handballfans den Olympiasieger Daniel Narcisse, weil der Franzose so steil und unvermittelt zum Sprungwurf abheben kann wie kein Zweiter. Narcisse ist die spektakulärste Verpflichtung des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. Da zudem Momir Ilic (VfL Gummersbach), das isländische Talent Aron Palmarsson (Hafnarfjördur) und Nationalrechtsaußen Christian Sprenger (SC Magdeburg) den Weg an die Kieler Förde fanden, gilt der Rekordmeister trotz der Abgänge von Nikola Karabatic, Vid Kavticnik und Stefan Lövgren erneut als Favorit auf den Meistertitel. 17 von 18 Bundesligatrainern sehen die „Zebras“ für die nächste Saison, die heute mit der Partie SG Flensburg-Handewitt gegen Frisch Auf Göppingen (das DSF überträgt ab 20 Uhr) startet, ganz vorn.

Über die Höhe der Ablösesumme, die der THW Kiel dem französischen Erstligisten Chambery Savoie für Narcisse zahlt, gibt es keine offiziellen Angaben. „Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart“, sagt THW-Geschäftsführer Uli Derad. Einige Quellen sprechen von 500 000 Euro plus erfolgsbedingte Prämien. Laut Informationen des Handelsblatts kostete Narcisse weit mehr: 1,2 Mio. Euro. 800 000 Euro sind sofort zu zahlen, 400 000 im nächsten Sommer. Damit ist Narcisse neben Karabatic, den der THW im Sommer gemeinsam mit Kavticnik für 1,5 Mio. Euro nach Montpellier verkaufte, der teuerste Handballer der Welt.

Auch die Rhein-Neckar Löwen waren bereit, diese für den Handball exorbitanten Summen für den Ausnahmehandballer von der Insel La Réunion zu bezahlen. „Wir haben 1,3 Millionen Euro für ihn geboten“, verrät Löwen-Manager Thorsten Storm. „Diese Summe ist Narcisse auch wert.“ Zudem wollten die Mannheimer dem 29-Jährigen ein Netto-Monatsgehalt von 32 000 Euro zahlen. Narcisse entschied pro Kiel, da er den Trainer Alfred Gislason schon aus Gummersbacher Zeiten kennt.

Nur der HSV Hamburg, der dritte Titelfavorit, wäre noch in der Lage gewesen, diese Kurse mitzugehen. Doch die Hanseaten, die zuvor schon den kroatischen Kreisläufer Igor Vori verpflichteten, nahmen stattdessen dessen Landsmann Domagoj Duvnjak unter Vertrag, nach einem langen Poker mit dem kroatischen Verein RK Zagreb. Die Ablösesumme liege aber „unter einer Million“, sagt HSV-Aufsichtsrat Dierk Schmäschke. Duvnjak ermöglichte den Transfer, da er angeblich eine Gehaltsreduzierung in Kauf nahm.



Kurzum – bei diesen drei Klubs scheint die Finanzkrise die Etatplanungen kaum beeinflusst zu haben. „Wir haben bislang keinerlei Ausfälle“, sagt THW-Aufsichtsrat Götz Bormann. Zudem haben die Kieler erneut alle 10 000 Dauerkarten verkauft. Die Löwen profitieren von den Geldern des dänischen Gesellschafters Jesper Nielsen, der HSV von den Millionen seines Präsidenten und Mäzens Andreas Rudolph. Der soll seit 2004 rund 15 Mio. Euro in den Klub gesteckt haben.



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