„Erschütternde Wahrheit“ Killerproteine im amerikanischen Football

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70.000 Schläge gegen den Kopf

Bald kann Dr. Omalu den Zusammenhang zwischen der Krankheit CTE (Chronisch traumatische Enzephalopathie) und den Stößen beim Football beweisen. Mehrere Spieler sterben an CTE. In seiner Naivität und Unwissenheit über die Macht der National Football League (NFL) glaubt Dr. Omalu, eine seriöse Debatte darüber anzustoßen, wie man den Sport sicherer machen könnte.

Stattdessen sieht er sich Anfeindungen ausgesetzt. In „Erschütternde Wahrheit“ mauschelt gar das FBI mit dem Football-Verband, um Omalu und seinen Chef (Albert Brooks) zu diskreditieren und kaltzustellen.

Der Film behandelt den Zeitraum von 2002 bis 2012. Die NFL beteiligt sich mal ernsthaft, mal alibimäßig an Studien und Aufklärungsarbeit zum Thema. 2011 erstritten 5000 Akteure einen Vergleich von der Dachorganisation wegen Verheimlichung. Einer von ihnen: Lawrence Phillips, der sich vor einigen Wochen im Gefängnis das Leben nahm.

Philips war mehrmals straffällig geworden. Seine Familie stellte sein Gehirn einem auf CTE-Forschung spezialisierten Zentrum zur Verfügung. „Der Tag, der früher der Kirche gehörte, gehört jetzt der NFL“, sagt ein Protagonist. Wenn die Berechnungen des Film-Omalus stimmen, erleidet ein Footballspieler von der Jugend bis zum Schluss einer langen Profilaufbahn 70.000 Schläge gegen den Kopf.

Auf die Frage, warum er sich den Film nicht ansehen werde, antwortete Richard Sherman von den Seattle Seahawks: „Ich sehe jeden Sonntag einen Erschütterungs-Film.“ Laut dem US-Magazin „Time“ stiegen die von NFL-Akteuren gemeldeten Gehirnerschütterungen in der abgelaufenen Saison um 30 Prozent auf 271 – die höchste Ziffer in vier Jahren. Die neue Spielzeit startet am 8. September. 

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