Fed Cup Grand-Slam-Siegerin Kerber gleicht aus

Auf den Auftritt von Angelique Kerber hatten alle gespannt gewartet. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus Melbourne präsentierte sie sich im Fed Cup dem deutschen Publikum – und sorgte für großen Jubel.
Update: 06.02.2016 - 16:48 Uhr
In Melbourne holte Kerber ihren ersten Grand-Slam-Sieg – eine Woche später gleicht sie für das deutsche Fed-Cup-Team die Niederlage ihrer Teamkollegin Petkovic aus. Quelle: ap
Ausgleich

In Melbourne holte Kerber ihren ersten Grand-Slam-Sieg – eine Woche später gleicht sie für das deutsche Fed-Cup-Team die Niederlage ihrer Teamkollegin Petkovic aus.

(Foto: ap)

LeipzigDank Australian-Open-Königin Angelique Kerber dürfen die deutschen Tennis-Damen weiter auf eine erfolgreiche Saison im Fed Cup hoffen. Die Spitzenspielerin besiegte am Samstag Timea Bacsinszky mit einer Klasse-Leistung leicht und locker 6:1, 6:3 und sorgte damit für den ersten deutschen Punkt im Viertelfinal-Duell mit der Schweiz. Zuvor hatte Andrea Petkovic das Auftakteinzel in der Leipziger Messehalle klar mit 3:6, 4:6 gegen Belinda Bencic verloren.

„Da gibt es nichts zu meckern“, lobte Teamchefin Barbara Rittner Kerber bei Sat.1. „Da ist eine unglaubliche Entwicklung passiert. Sie ist jetzt wirklich die Nummer eins, die man sich wünscht.“

Am entscheidenden Sonntag trifft zunächst die Weltranglisten-Zweite Kerber im Topduell auf die Schweizer Nummer eins Bencic. Für das vierte Einzel sind Petkovic und Bacsinszky vorgesehen – Änderungen in der Aufstellung sind aber noch möglich. Die deutschen Damen wollen in dem bedeutenden Team-Wettbewerb zum dritten Mal nacheinander mindestens das Halbfinale erreichen. Gegner wäre am 16./17. April Titelverteidiger Tschechien oder Rumänien.

Sport-Deutschland im Freudenrausch
Kerber siegt gegen Williams
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Sensation in Melbourne: Erstmals seit mehr als 15 Jahren gewinnt eine Deutsche wieder einen Grand-Slam-Titel im Tennis. Ganz Deutschland jubelt über den Erfolg der Deutschen, die mit ihrem Sieg gegen die US-Tennis-Ikone Serena Williams auch den Grand-Slam-Rekord von Steffi Graf verteidigt (22 Titel). Williams bleibt nach ihrer erst fünften Niederlage bei einem Finale der vier Major-Events bei 21 Erfolgen stehen. Kollegin ...

Andrea Petkovic
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... Andrea Petkovic gratulierte Kerber unmittelbar nach dem Spiel: „Du bist der Wahnsinn.“ Und fügte vermutlich nicht ganz ernst hinzu: „Ich möchte dich heiraten“. Die gebürtige Jugoslawin ist gemeinsam mit Kerber im Fed-Cup-Team und spielte zuletzt im Januar gemeinsam mit der 28-Jährigen im Doppel-Finale beim WTA-Turnier in Brisbane.

Viktoria Rebensburg
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Gratulationen auch von einer anderen Siegerin: Die Tennis-Euphorie um Angelique Kerber hat am Samstag auch Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg erfasst – und das sogar während ihrer zwei Durchgänge beim Weltcup-Riesenslalom von Maribor. „Ich habe es die ganze Zeit mit dem Trainer verfolgt“, erzählte die 26-Jährige in der ARD, die mit Kerber bei dem Triumph im Finale der Australian Open intensiv mitgefiebert habe. „Schau, jetzt ist sie wieder ein Break vorne, jetzt kommt der Ausgleich“, habe Rebensburg zwischen den zwei Durchgängen mit dem Coach geplaudert. Auf Twitter gratulierte sie: „Angie, Gratulation, echt Wahnsinn! Genieß es!“ Die Ablenkung mit Tennis hat Rebensburg übrigens nicht geschadet: Sie gewann das Rennen in Slowenien.

Barbara Rittner
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Teamchefin Barbara Rittner twitterte zum Sieg ihrer Spielerin: „Wir sind Grand Slam Sieger – Angelique Kerber, du bist ein Champ!“ Die Trainerin kann selbst nicht auf einen Grand-Slam-Titel zurückblicken, hat aber in ihrer Karriere insgesamt drei WTA-Titel geholt.

Bastian Schweinsteiger
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Weltmeister Bastian Schweinsteiger richtet seine Tweets gleich an beide Konkurrentinnen: Kerber gratuliert er zum „historischen Sieg“ – und drückt gleichzeitig Bewunderung für die souveräne Reaktion der Unterlegenen aus: „Fantastische Geste nach dem Match Point und so nette Worte – du bist ein großer Champion, Serena Williams!“

Google
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Auch Google gratuliert – und kürt sogleich die „neue Gräfin des Tennis“: Ihr Grand-Slam-Sieg verhilft Kerber in die Top-Suchlisten der Suchmaschine. Schon bei ihren vergangenen Siegen sprang die Anzahl der Suchen leicht an. Doch die Sensation in Melbourne lässt den Graphen geradezu explodieren.

Große Freude über Handballer
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Bei den Handballern folgte auf das knappe 34:33 gegen Norwegen erst eine unruhige Nacht. Denn trotz des Siegs musste das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson zunächst um den Finaleinzug bangen: Die Norweger legten erst Protest gegen ihre Niederlage ein, weil einige deutsche Spieler im Siegestaumel bereits wenige Sekunden vor Schlusspfiff von der Bank auf das Spielfeld rannten. Heute morgen erst kam die Entwarnung: Norwegen zieht seinen Einspruch zurück, die Deutschen spielten damit im Endspiel der Handball-Europameisterschaft gegen Spanien – und sind tatsächlich Europameister geworden.

Kerber musste mit einem 0:1-Rückstand des Teams auf den Platz. Den Druck meisterte die Kielerin eine Woche nach ihrem Endspiel-Erfolg von Melbourne problemlos. Von Müdigkeit nach ihrem Terminstress der vergangenen Tagen war erst einmal nichts zu sehen. Nach nur 30 Minuten holte sie sich gegen Bacsinszky – immerhin die Weltranglisten-15. – den ersten Satz.

Im zweiten Durchgang lag sie beim 1:2 erstmals zurück. Bacsinszky änderte den Spielrhythmus. Doch Kerber hatte auch darauf eine passende Antwort parat. Nach 74 Minuten profitierte die Sensationssiegerin von Melbourne beim vierten Matchball von einem Doppelfehler und umarmte wenig später jeden Einzelnen aus ihrem Team.

Zweieinhalb Stunden vor ihrem Match hatte Kerber mit einem kleinen Hüpfer bei der Teampräsentation als Letzte umjubelt den Platz betreten. Breit grinsend winkte sie ins Publikum. Zuschauer hielten Banner mit „Kerberazzi on Tour“, „Angie Kerber Superstar“ und „Glückwunsch Angie – We love you“ in die Höhe. Den ersten Satz ihrer Tennis-Freundin verfolgte Kerber noch in der Box, ehe sie sich auf ihren Auftritt vorbereitete.

Petkovic hatte enttäuscht. Die 28-Jährige leistete sich gegen die Nummer elf der Tennis-Welt gerade mit der Vorhand zu viele Fehler und war deutlich unterlegen. Auch das Daumendrücken von SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel brachte nichts. „Es war schon eine elektrisierendere Stimmung in der Halle als sonst. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich deswegen schlechter gespielt habe als sonst“, sagte die Darmstädterin.

Eine frühe 2:0-Führung im ersten Satz brachte Petkovic keine Sicherheit. „Es ist mir irgendwie aus der Hand geglitten“, sagte die Hessin. Der zweite Durchgang verlief ausgeglichener. Doch am Ende standen mehr als doppelt so viele unerzwungene Fehler als bei der Schweizerin in der Statistik.

Die Bundestrainerin hatte Petkovic trotz einer Erstrunden-Niederlage bei den Australian Open das Vertrauen geschenkt. Über ein mögliches weiteres Einzel wollte die deutsche Fed-Cup-Spielerin noch nicht reden. „Ich weiß ja noch nicht, ob ich spiele“, sagte sie.

  • dpa
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