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Gold in Berlin Als Jesse Owens dem Rassenwahn davonlief

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Luz Long stirbt an der Front

„Du musst dich qualifizieren“, sagte Long. „Aber wie?“ entgegnete Owens, immer noch durcheinander nach seinen Fehlversuchen. Da gab Long, der Owens Fehlversuche verfolgt hatte, ihm den entscheidenden Tipp für seinen Anlauf zum letzten Versuch.

Anschließend lieferten sie sich einen dramatischen Wettkampf. Owens siegte mit 8,06 Metern vor Long, der mit 7,87 Metern ebenfalls den Olympischen Rekord übertraf. „Luz zog mich mit sich zu den Tribünen“, schilderte Owens den Moment seines Sieges. „Er hielt meinen Arm hoch und rief ´Jesse Owens! Jesse Owens!„. Und die Zuschauer antworteten: “Jesse Owens! Jesse Owens.„ “Bis zum Ende der Spiele waren wir jeden Tag zusammen„, erzählte Jesse Owens. In seinem Buch berichtet er von ihren Gesprächen über Sport, Kunst, das Leben. “Luz glaubte nicht an die Überlegenheit der weißen Rasse. Doch er liebte sein Vaterland und war bereit, dafür zu kämpfen. Ich verstand nicht, wie er mit Hitler zurechtkommen konnte. Er verstand es selber nicht. Wir kamen nicht zu abschließenden Antworten. Wir waren nur zwei unsichere Männer ihn einer unsicher gewordenen Welt.„ Nach den Spielen schrieben sie einander Briefe. Sie sahen sich niemals wieder. Als Soldat an der nordafrikanischen Front schrieb Luz Long seinen letzten Brief: Darin erzählte er ihm von seinen Sorgen. Owens zitiert in seinem Buch aus diesem Brief: “Lieber Freund Jesse! … Ich fürchte nur, für die falsche Sache zu sterben. Ich hoffe, dass meine Frau und mein Sohn überleben werden. Ich bitte dich als meinen einzigen Freund außerhalb Deutschlands, dass du sie eines Tages besuchen wirst, um ihnen zu sagen, warum ich dies tun musste und wie schön die Zeit war, die wir gemeinsam erlebten. Luz.„ Luz Long wurde am 10. Juli 1943 auf Sizilien schwer verwundet und starb vier Tage später in einem britischen Lazarett. Owens traf nach dem Krieg Longs Sohn Kai. “Ich liebte Luz Long wie ich meine Brüder liebte„, erzählte Jesse Owens noch vierzig Jahre nach Berlin bei den Spielen von Montreal. Vier Jahre später starb er, 67 Jahre alt, an Lungenkrebs. Ihre Freundschaft aber lebt weiter als Erinnerung daran, dass der Mensch wichtiger ist als die Politik.

 

 

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