Handball Bundesliga entzieht HSV die Lizenz

Der HSV Hamburg ist der erste Absteiger aus der Handball-Bundesliga. Der Liga-Verband HBL entzog dem insolventen Klub am Mittwoch die Lizenz zum Ende der Saison. Die Fortführung des Spielbetriebs ist offen.
Pascal Hens, Mannschaftskapitän der des HSV: Der Ligaverband HBL hat dem insolventen Handball-Bundesligisten die Lizenz zum Ende der Saison 2015/16 entzogen. Quelle: dpa
HSV Hamburg Handball

Pascal Hens, Mannschaftskapitän der des HSV: Der Ligaverband HBL hat dem insolventen Handball-Bundesligisten die Lizenz zum Ende der Saison 2015/16 entzogen.

(Foto: dpa)

HamburgDer Vorhang für die Bundesliga-Handballer des HSV Hamburg ist gefallen. Die Lizenzierungskommission des Ligaverbands HBL entzog dem Club am Mittwoch die Spielberechtigung zum Ende der Saison 2015/16. Damit sind die Hanseaten nach der am vergangenen Freitag eröffneten Insolvenz erster Absteiger.

Grundlage der Entscheidung waren laut HBL „nicht vollständig und wahrheitsgemäß vorgelegte“ Unterlagen im Lizenzierungsverfahren für die aktuelle Spielzeit. Im Kern geht es um eine Zusatzvereinbarung zur Verpflichtungserklärung des ehemaligen Vereinspräsidenten und Mäzens Andreas Rudolph über 2,5 Millionen Euro. Die Verpflichtung sei so „zumindest ganz gravierend eingeschränkt beziehungsweise sogar aufgehoben“ worden.

Die Existenz dieser Zusatzvereinbarung war der HBL erst Ende vergangener Woche durch den Hamburger Insolvenzverwalter Gideon Böhm bekannt gemacht worden. Bei einer Kenntnis dieser Vereinbarung „hätte die Lizenzierungskommission im Frühjahr 2015 keine positive Lizenzentscheidung für den HSV Handball getroffen“, hieß es in der Begründung des Ligaverbands.

Rekorde im Schatten des Fußballs
Weltrekord im Handball
1 von 12

Das Beratungsunternehmen Deloitte hat die deutschen Sportligen unter die Lupe genommen. Dabei ging es vordergründig um die wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Handball-Liga sorgte mit einem neuen Zuschauer-Weltrekord bei einem Hallen-Handballspiel für Aufsehen. 44.189 Zuschauer verfolgten die Begegnung zwischen den Rhein-Neckar-Löwen und dem HSV Hamburg in der Frankfurter Commerzbank-Arena.

Europarekord im Eishockey
2 von 12

Mit der zweiten Auflage des DEL Winter Games wurde ein neuer europäischer Zuschauerrekord im Eishockey-Ligaspielbetrieb aufgestellt. 51.125 Zuschauer verfolgten den 3:2-Sieg der Düsseldorfer EG gegen die Kölner Haie im 206. rheinischen Derby in der zum Eisstadion umfunktionierten ESPRIT arena in Düsseldorf.

Mehr TV-Zuschauer
3 von 12

Der Free-TV-Sender Servus TV übertrug 48 DEL-Partien live und lockte pro Spiel durchschnittlich 130.000 Eishockey-Fans vor die Bildschirme, wobei in der Spitze sogar über 400.000 Zuschauer erreicht werden konnten. Während der 21 Playoff-Übertragungen erhöhte sich der TV-Zuschauerschnitt auf 180.000 Zuschauer. Insgesamt bedeutet dies eine Reichweitensteigerung um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger Zuschauer im Basketball
4 von 12

In der Saison 2014/15 nahmen die Zuschauerzahlen erstmals geringfügig auf insgesamt 1,6 Millionen Zuschauer (minus ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr) ab. Die mediale Reichweite nahm aber zu, weil die Deutsche Telekom erstmals plattformübergreifend alle Spiele ausstrahlte.

Insolvenz
5 von 12

Negativschlagzeilen schrieb der TBB Trier, der im März 2015 Insolvenz anmeldete und nach 25 Jahren BBL-Zugehörigkeit den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste.

Zuschauerrekord in der 3. Liga
6 von 12

Mit insgesamt über 2,5 Millionen Zuschauern strömten so viele Fans wie noch nie in die Drittliga-Stadien. Seit der Gründungssaison 2008/09 bedeutet dies einen durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von drei Prozent.

Umsatz der 3. Liga schwächelt
7 von 12

Der Umsatzrekord der 3. Fußballliga aus der Vorsaison von 175,2 Millionen Euro war eher durch einen positiven Einmaleffekt begründet. Nichtsdestotrotz liegt die 3. Liga weiterhin deutlich vor den restlichen Profisportligen.

Über die Fortführung des Spielbetriebs nach dem Ende der momentan in Polen stattfindenden Europameisterschaft soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Alles deutete auf eine Abmeldung hin, denn die Hamburger werden kaum eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen können. Adrian Pfahl (Frisch Auf Göppingen), Jens Vortmann (SC DHfK Leipzig), Ilija Brozovic (THW Kiel) und Johannes Bitter (TVB 1898 Stuttgart) sind schon weg. An Hans Lindberg haben die Füchse Berlin konkretes Interesse angemeldet, Allan Damgaard soll in der dänischen Heimat mit Bjerringbro-Silkeborg in Verbindung stehen.

Auch weitere Leistungsträger wie der Däne Casper Mortensen und der Pole Piotr Grabarczyk, die derzeit bei der EM im Einsatz sind, dürften kaum nach Hamburg zurückkehren. Gleiches gilt wohl auch für Trainer Michael Biegler, der bei der EM das polnische Team betreut.

Die Möglichkeit, in den verbleibenden 14 Partien mit der U23-Mannschaft anzutreten, scheint keine Priorität zu haben. Die Mannschaft führt derzeit die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein an und könnte für einen unbelasteten Neuanfang in der 3. Liga stehen, den die Verantwortlichen des HSV Hamburg e.V. nicht gefährden wollen. Nach den Statuten der HBL kann der HSV für die Saison 2016/17 keinen Lizenzantrag für die 1. oder 2. Liga stellen.

Im Falle einer Abmeldung müsste auch der TV-Sender Sport1 umplanen. Die HSV-Begegnungen gegen Flensburg, Kiel, Berlin und die Rhein-Neckar Löwen waren als Live-Spiele eingeplant.

Mit dem Entzug der Spielberechtigung endet nach 14 Jahren das Kapitel Profi-Handball in der Hansestadt. In der Saison 2002/03 hatte der HSV, nachdem zuvor die Lizenz des VfL Bad Schwartau übernommen worden war, erstmals in der Bundesliga angegriffen. Höhepunkte dieser Zeit waren die DHB-Pokalsiege 2006 und 2010, der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 2007, die Deutsche Meisterschaft 2011 und der Triumph in der Champions League 2013.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Handball - Bundesliga entzieht HSV die Lizenz

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%