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Handelsblatt Wirtschaftsclub Olympia 2032 an Rhein und Ruhr? Das „Wir“-Gefühl entscheidet

Die Metropolregion Rhein/Ruhr will olympische Sommerspiele. Geht das in Deutschland überhaupt noch? Eine hochkarätige Diskussionsrunde ist davon überzeugt – bei aller Kritik.
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Michael Mronz, Christian Rickens, Thomas Geisel, Lisa Schmidla und Walter Schneeloch (von links) erörterten das Konzept, Chancen und Risiken des Konzepts hinter der möglichen Olympia-Bewerbung. Quelle: Tim Frankenheim für Handelsblatt
Eifrige Diskussion

Michael Mronz, Christian Rickens, Thomas Geisel, Lisa Schmidla und Walter Schneeloch (von links) erörterten das Konzept, Chancen und Risiken des Konzepts hinter der möglichen Olympia-Bewerbung.

(Foto: Tim Frankenheim für Handelsblatt)

DüsseldorfEs könnte durchaus bessere Zeiten geben, um sich für die Ausrichtung Olympischer Spiele zu begeistern. Nationale und internationale Sportverbände stecken in einer großen Vertrauenskrise, es geht um Korruption, Geldwäsche, Doping. Die Olympische Idee, die Pierre de Coubertin 1894 wiederbelebte und die als „Treffen der Jugend der Welt“ vor allem der Völkerverständigung dienen soll, wird mehr denn je angezweifelt. Und genau jetzt will eine privatwirtschaftliche Initiative rund um den Event- und Sportmanager Michael Mronz die Spiele nach Nordrhein-Westfalen holen.

„Rhein Ruhr City 2032“ heißt das Projekt, bei dem 14 Städte gemeinsame Sache machen möchten. Doch was bringt das der Region? Eine Frage, die am Mittwochabend in Düsseldorf eine Gesprächsrunde des Handelsblatt Wirtschaftsclubs diskutierte. Mit Christian Rickens, Ressortleiter Agenda beim Handelsblatt, und Redakteur Alexander Möthe sprachen neben dem Gründer der Initiative, Michael Mronz, auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, zudem Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, und Ruder-Olympiasiegerin Lisa Schmidla.

Die Macher versprechen sich von Olympischen Spielen in der Großregion einen Schub für die gesamte Sportentwicklung, für den Hochleistungs-, aber auch für den Breitensport. 80 Prozent der benötigten Sportstätten seien schließlich bereits vorhanden, müssten zum Teil nur renoviert oder saniert werden. „Ruinen wie in anderen Austragungsorten wird es bei uns nicht geben“, warb Mronz für seine Idee. Und sprach von den Chancen, die eine solche Großveranstaltung mit sich bringen. Schließlich leben in der Region Rhein Ruhr rund zehn Millionen Menschen, die über die Olympischen Spiele vor Ort endlich mehr zusammen wachsen, die ein „Wir-Gefühl“ entwickeln könnten. Der Sport als Mittel zum Zweck.

Düsseldorfs Oberbürgermeister, der sich, wenn es denn tatsächlich zu einer offiziellen Bewerbung kommen sollte, mit 13 weiteren Bürgermeistern über die Verteilung der Sportstätten einigen muss, ist es dabei auch nicht „bange vor einer Volksbefragung“. Schließlich sei NRW schon jetzt ein sportbegeistertes Bundesland, man müsse „nur den Mut haben, ein solches Großprojekt zu stemmen“.

Die Talkrunde fand an einer der potenziellen Olympia-Sportstätten statt, der Düsseldorfer Esprit-Arena. Quelle: Tim Frankenheim für Handelsblatt
Blick in die Arena

Die Talkrunde fand an einer der potenziellen Olympia-Sportstätten statt, der Düsseldorfer Esprit-Arena.

(Foto: Tim Frankenheim für Handelsblatt)

Die letzten Bewerber, Hamburg beispielsweise oder auch München, sind an genau solchen Volksbefragungen gescheitert. Doch Mronz, Geisel und auch Walter Schneeloch, der Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, geben sich optimistisch, schließlich habe ja auch die Fußball-WM 2006, das „Sommermärchen“ gezeigt, dass man mit einem Sportevent die deutsche Skepsis überzeugen könne.
Lisa Schmidla, die bei den Spielen in Rio de Janeiro Gold im Rudern gewann, erzählte dabei anschaulich, wie es sich anfühlt, einen solchen Sieg zu erringen. „Es sei unbeschreiblich“, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Sie hofft darauf, dass die Chancen für deutsche Sportler steigen, sich bei Olympischen Spielen im eigenen Land auch besser vermarkten zu können. Denn gerade für Hochleistungssportler in Randsporten sei es immer noch schwierig, sich überhaupt zu finanzieren. Schmidla lässt den Sport derzeit ruhen, sie macht eine Ausbildung.

Was die Finanzierung der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ angeht, so ist klar, dass das Unterfangen möglichst privat werden muss - vor allem angesichts der hohen Schuldenstände vieler Städte in Nordrhein-Westfalen. Für die Bewerbungsphase sind unter anderem Evonik, die Deutsche Post und Daimler mit an Bord. Denn klar ist: „Wenn die Menschen nicht wissen, was sie von Olympischen Spielen haben“, sagt Oberbürgermeister Geisel, „dann werden wir sie für unser Projekt auch nicht gewinnen.“ Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich derzeit noch nicht für Rhein Ruhr 2032 ausgesprochen – noch können auch andere deutsche Städte ihr Interesse bekunden.

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