Ironman in Hawaii Favorit Frodeno ist bereit für ein epochales Rennen

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„Ich habe die Zielscheibe auf dem Rücken“

„Jeder von meinen Konkurrenten sagt, dass ich die Zielscheibe auf dem Rücken habe“, betont Frodeno. Er selbst verzichtet darauf: „Es war aber bei mir immer so, dass der Schuss nach hinten losging, wenn ich mich auf einen versteift habe.“

Zum ersten Mal seit einem Jahr treffen Frodeno und Kumpel Kienle wieder aufeinander. Der Titelverteidiger modifizierte seine Jahresplanung. Oft hatte er sein absolutes Leistungshoch eher in den europäischen Sommermonaten, 2016 stellte er im Juli beispielsweise den Langstrecken-Weltrekord auf. „Ich bin auf jeden Fall vorher noch nie mental so frisch hier angekommen, dass ich richtig was machen und trainieren wollte. Da war früher immer so eine Müdigkeit.“ Die ist weg. „Jetzt muss ich noch die letzten Stunden abwarten, ehe ich Gas geben kann“, sagt er vor dem Start an diesem Samstag um 6.35 Uhr Ortszeit (18.35 Uhr MESZ) am Dig Me Beach von Kailua Kona.

Der Sport, die Marke und das Geschäft
Sieg beim Kulttriathlon
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Im bayerischen Immenstadt feierte Triathlon-Star Jan Frodeno im August einen weiteren Sieg über die Mitteldistanz. Beim Allgäu-Triathlon meisterte er die Distanz von 1,9 Kilometer Schwimmen, 84 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen in drei Stunden und 49 Minuten. Er erreichte den besten Schwimm- und Radsplit sowie die zweitbeste Laufzeit des Tages und kann sich fortan Deutscher Meister nennen. Frodeno startete im Allgäu im Rahmen seiner Vorbereitung auf die Ironman-Weltmeisterschaft Mitte Oktober auf Hawaii, den er unter anderem 2016 gewann, wie dieses Bild zeigt.

Extrembedingungen
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Beim Ironman World Championship Triathlon treten jedes Jahr im Oktober rund 1700 Athleten aus der ganzen Welt in der Lavawüste von Kona, Hawaii, gegeneinander an. Auf der Insel herrschen extreme klimatische Bedingungen – ein Grund, warum kaum ein Sportler hier seine Bestzeiten wiederholen kann.

Schwimmen
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Dazu kommen die legendären Distanzen. Eröffnet wird der Triathlon durch den Schwimm-Split. Nach dem Sprung in den Pazifik schwimmen die Teilnehmer 3,8 Kilometer.

Radfahren
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... dann fahren sie 180 Kilometer Rad, bevor auf die Profi- und Amateursportler die wohl größte Herausforderung wartet.

Laufen
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Mit einem Laufsplit in Marathon-Weite von 42,2 Kilometer schließt der Triathlon ab. Seit 1978 treten jedes Jahr die ambitioniertesten Athleten gegeneinander an. Im Premierenjahr waren es gerade mal 15 Starter, von denen 12 ins Ziel kamen.

Weltweite Rennen
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Doch neben dem Sport steht auch das Geschäft. Der Ironman ist eine Marke, die der World Triathlon Corporation (WTC) gehört. Die WTC vergibt Lizenzen für weltweit 25 Rennen. In Deutschland gibt es mit Regensburg und Frankfurt zwei Rennen. Wegen besonderer Vorgaben, an die die ausrichtenden Städte vertraglich gebunden sind, kommt regelmäßig ein hoher Organisationsaufwand zusammen. Daraus ergeben sich für die Teilnehmer teils Startgelder von bis zu 400 Euro. Im Gegensatz zum Hawaiianischen Original ist das aber noch vergleichsweise wenig: Dort zahlen die Teilnehmer etwa 1.000 US-Dollar Startgebühr.

Quelle: body-attack.de

Parallelveranstaltungen
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Außerdem gibt es seit 2006 in zahlreichen Städten einen "Ironman-Light" über die halbe Ironman-Distanz. Die Rennserie 70.3, hier in Budapest, beträgt dann 70,3 Meilen. In Deutschland gibt es den Ironman 70.3 Germany in Wiesbaden. Ein Beweis für die Popularität sind auch die zahlreichen Ableger und Parallelveranstaltungen: Neuere Serien wie etwa die Challengeserie, den TriStar-Rennen sowie alte traditionsreiche Rennen sind ebenfalls sehr beliebt. Vor allem sind hier die Startgelder und Teilnehmerzahlen nicht so hoch. Der heilige Gral der meisten Triathleten ist und bleibt jedoch das legendäre Rennen auf Hawaii.

Gewinnen wird keiner den Ironman auf Hawaii auf den ersten 3,8 Kilometern, vorentscheiden kann sich ein Rennen aber schon dort. Denn danach werden die starken Radfahrer, aber eher schwächeren Schwimmer wie Kienle oder Sanders, versuchen, davonzufahren oder das Tempo so hoch zu halten, dass der Konkurrenz beim Laufen die Kraft ausgeht. Vor einem Jahr fuhr keiner schneller als Boris Stein, am Ende landete der 32-Jährige auf Platz sieben.

Für Lange wird es darum gehen, auf dem Rad dran zu bleiben, um beim Marathon seine Stärke auszuspielen. „Wenn ich in der Situation meiner Konkurrenten wäre, würde ich meine Taktik so auszuwählen, diesem Laufduell aus dem Weg zu gehen“, erklärt Lange. „Eine ganz wichtige Eigenschaft ist es, hier flexibel reagieren zu können“, sagt Frodeno.

Denn jeder, der acht oder mehr Stunden an seine Leistungsgrenzen und darüber hinausgeht, weiß, dass es ein Auf und Ab ist. „Man kann sich an einem Punkt so elend fühlen, dass man gerade aufgeben will. Zehn Minuten später denkt man, wie geil, da geht noch was“, sagt Lange. Und dazu dieser Mythos, dieses Rennen auf Hawaii. „Das letzte bisschen Selbstvertrauen schenkt dir die Insel nie“, sagt sogar ein Frodeno.

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  • dpa
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