Jamaikas Bobfrauen bei Olympia Puma rüstet die weiblichen „Cool Runnings“ aus

„Cool Runnings“, Teil zwei: Erstmals haben sich die jamaikanischen Bobfahrerinnen für olympische Winterspiele qualifiziert. Ausrüster ist Puma. Der fränkischen Sportmarke beschert das einen Publicity-Schub.
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Der Frauen-Zweierbob aus Jamaika ist erstmals für Olympia qualifiziert. Quelle: AP
Jazmine Fenlator-Victorian und Carrie Russell

Der Frauen-Zweierbob aus Jamaika ist erstmals für Olympia qualifiziert.

(Foto: AP)

HerzogenaurachCarrie Russell erinnert sich noch gut, als sie das erste Mal in Kanada in der Kälte war. „Ich habe es nicht mehr als zwei Minuten draußen ausgehalten“, sagt die Jamaikanerin. Inzwischen machen der Athletin Minusgrade nichts mehr aus, im Gegenteil. Die Hälfte des Jahres verbringt Russell irgendwo auf der Welt im Eiskanal.

Die Sportlerin von der Karibikinsel ist Teil eines ambitionierten Projekts: Drei Leichtathletinnen aus Jamaika treten in drei Wochen bei den olympischen Winterspielen in Südkorea an, um eine Medaille im Bobfahren zu gewinnen. 30 Jahre nach der legendären Teilnahme der jamaikanischen Männer bei Olympia in Calgary hat sich dieses Jahr erstmals ein Frauenteam aus dem kleinen Land qualifiziert.

Dem fränkischen Sportkonzern Puma beschert das weltweit unerwartete Publicity. Die Fotos von den Athletinnen mit dem Raubtierlogo werden zigtausendfach in sozialen Medien geteilt. Der Turnschuh-Hersteller sponsert den jamaikanischen Bobverband schon einige Zeit, konnte aber nicht wirklich damit rechnen, dass die Damen aus den Tropen tatsächlich bei Olympia mit dabei sein würden. Den aufwendigen und teuren Sport beherrschen klassische Wintersportnationen wie Deutschland, die Schweiz, Kanada oder die USA.

Für Puma ist es ein absoluter Glücksfall. Ohne die Jamaikanerinnen würde das Label in Südkorea überhaupt keine Rolle spielen. Ganz im Gegensatz etwa zum Lokalrivalen Adidas, der unter anderem das deutsche Olympia-Team einkleidet. „Die Geschichte ist toll“, freut sich denn auch Puma-Chef Bjørn Gulden. „Natürlich liegen unsere Prioritäten im Sommer“, meint der Manager. Doch eine solche Gelegenheit dürfe sich Puma keinesfalls entgehen lassen.

Puma rüstet seit Jahren das jamaikanische Leichtathletik-Team mit Sprintstar Usain Bolt aus. So entstand auch der Kontakt zu den Bobfahrerinnen, die ebenfalls erfolgreiche Läuferinnen sind: Ganz vorne die Pilotin Jazmine Fenlator, dahinter die Anschieberinnen Carrie Russell und Audra Segree. Begleitet werden die Athletinnen von ihrer deutschen Trainerin Sandra Kiriasis, Olympiasiegerin und siebenfache Weltmeisterin. Die ehemalige Bobfahrerin ist zuversichtlich. „Es ist Großes drin“, betont sie, in jedem Fall ein Platz unter den ersten Zehn.

Mit dabei ist auch Dudley Stokes, der Steuermann des olympischen Bob-Teams von 1988. Seine Geschichte diente als Vorlage des Films „Cool Runnings“, durch den die jamaikanischen Bobfahrer weltweit berühmt wurden. Auch er glaubt fest an das Damenteam: „Ich denke, dass sie besser abschneiden werden, als wir das jemals geschafft haben.“

Pumas innige Beziehung zu Jamaika
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