Lance Armstrong fürchtet Ruin „Ich habe keine 100 Millionen“

Der geständige Doper Lance Armstrong hat mal wieder Reporter zum Interview empfangen – und dabei geklagt. Sollte er im kommenden Prozess dem US-Justizministerium unterliegen, droht ihm eine 100-Millionen-Dollar-Strafe.
1 Kommentar
Nachdem er 2013 in einem TV-Interview bekannte, gedopt zu haben, wurden dem ehemaligen Radsport-Profi Lance Armstrong alle sieben Siegtitel der Tour de France aberkannt. Quelle: ap
Vom Superstar zum Doping-Sünder

Nachdem er 2013 in einem TV-Interview bekannte, gedopt zu haben, wurden dem ehemaligen Radsport-Profi Lance Armstrong alle sieben Siegtitel der Tour de France aberkannt.

(Foto: ap)

AspenEx-Radprofi Lance Armstrong fürchtet den Ruin. „Ich habe keine 100 Millionen Dollar“, sagte der lebenslänglich gesperrte, ehemalige Seriensieger vor dem vom US-Justizministerium gegen ihn angestrengten Prozess. Armstrongs ehemaliger Teamkollege Floyd Landis und die Behörde hatten den geständigen Doper wegen Steuerbetrugs verklagt. Bei einem Schuldspruch könnte Armstrong eine Gesamtstrafe von rund 100 Millionen Dollar drohen. Der Prozess soll Ende des Jahres starten, ein genauer Termin ist allerdings noch nicht bekannt.

Nach der in den USA üblichen „Whistleblower“-Vereinbarung könnte der Kronzeuge Landis, der spät geständige und dann gesperrte Tour-de-France-Sieger von 2006, ein Drittel der Summe für sich beanspruchen. Armstrong hatte beim vom Staat finanzierten US-Postal-Team von 1996 bis 2004 seine ersten sechs Tour-Erfolge eingefahren - und dabei gegen die Doping-Richtlinien verstoßen.

Angeblich hatten die Sponsoren keine Ahnung von den vertragswidrigen Manipulationen, die Armstrong im Januar 2013 in einem TV-Interview öffentlich gemacht hatte. Daraufhin waren ihm alle sieben Toursiege aberkannt worden.

„Wenn ich verliere, sitzen wir hier nicht mehr an diesem Tisch, in diesem Haus, in gar keinem Haus“, sagte Armstrong den Reportern der englischen Zeitung „The Telegraph“ in Aspen. In Schadensersatz-Prozessen hatte Armstrong nach seiner Überführung und dem anschließenden Geständnis bereits über zehn Millionen Dollar verloren. Ihm seien nach eigenen Worten außerdem Sponsorengelder in Höhe von 75 Millionen Dollar verloren gegangen.

„Außergewöhnlich, phänomenal, unvergesslich“
huGO-BildID: 37998889 Britain's Prince William, left, and Prince harry, right, assist Kate, Duchess of Cambridge, as she cuts a ribbon outside T
1 von 19

Die Organisatoren der Tour de France haben sich für den Auftakt der diesjährigen Ausgabe der Frankreichrundfahrt etwas ganz besonderes ausgedacht. Die 198 Fahrer begannen die 3663,5 Kilometer in England. Seit den Tour-Siegen durch Bradley Wiggins im Jahr 2012 und ein Jahr später durch Christopher Froome ist die Insel der Radsporteuphorie verfallen. Den offiziellen Start der Tour hat das britische Königshaus höchstpersönlich vorgenommen. Herzogin Kate schnitt mit der Hilfe von Prinz William und Prinz Harry in Leeds das Startband durch.

496129131
2 von 19

Bereits auf den ersten Kilometer der ersten Etappe säumten Menschenmassen den Streckenrand. Die teilweise dünn besiedelten Regionen wurden von britischen Radsportfans regelrecht überrannt. Am Samstag waren nach Angaben der Polizei zwei Millionen Menschen auf den Beinen. „Außergewöhnlich, phänomenal, unvergesslich“, schwärmte Tourchef Christian Prudhomme. „Das war wie in L'Alpe d'Huez,“ Diejenigen Zuschauer, die in den 20er-Reihen keinen Platz mehr gefunden hatten, versammelten sich bei prächtigem Wetter vor den riesigen Leinwänden in den großen Parks. „Wie Woodstock, nur ohne Matsch“, schrieb das Tour-Organ „L'Equipe“.

huGO-BildID: 37998753 The pack climbs Cray pass during the first stage of the Tour de France cycling race over 190.5 kilometers (118.4 miles) with st
3 von 19

In kaum einer Sportart sind die Fans den Sportlern so nah wie beim Radsport. Vor allem an den Anstiegen, wo das Renntempo abnimmt, schreien Radsportbegeisterte die Profis nach oben. Die müssen sich oft, wie hier zu sehen, in einem engen Kanal durch die Massen drängen.

496129131
4 von 19

Bereits im vergangenen Jahr konnte er die erste Etappe für sich entscheiden und in diesem Jahr hat er wieder zugeschlagen. Der deutsche Sprintstar Marcel Kittel setzte sich auf den letzten Meter gegen Peter Sagan, Andre Greipel und Mark Cavendish durch und schlüpfte wieder ins Gelbe Trikot. Bitter für Cavendish: Etwa 200 Meter vor dem Ziel stürzte der 25-malige Tour-Etappensieger schwer. Allerdings hat er den Sturz selbst verschuldet. Im Positionskampf mit Simon Gerrans bediente sich Cavendish unfairer Mittel, die ihm letztlich selbst zum Verhängnis wurden.

Tour de France 2014 1st stage
5 von 19

Mit einem übermotivierten Manöver, bei dem Cavendish mit Kopfstößen gegen Simon Gerrans versuchte in eine bessere Position für den Schlussspurt zu gelangen, verlor der Brite das Gleichgewicht. Der große Favorit auf den ersten Etappensieg verletzte sich bei dem Sturz an der rechten Schulter. Die Diagnose: Bänderrisse in der Schulter und eine Verrenkung im Schultereckgelenk. Mit bandagiertem Arm tauchte Cavendish am Sonntag zwar noch beim Start in York auf, auf sein Rad setzte sich der 29-Jährige angesichts einer schweren Schulterverletzung jedoch nicht mehr. „Ich bin total niedergeschlagen. Ich wäre so gern weitergefahren, aber der Sturz war am Ende mein eigener Fehler“, sagte Cavendish.

Tour de France 2014 1st stage
6 von 19

Zu einem Siegerküsschen von Herzogin Kate reichte es zwar, dennoch konnte Marcel Kittel sein Glück kaum fassen. „Es ist ein Wahnsinn“, sagte Kittel, nachdem er im dramatischen Sprint der ersten Etappe triumphiert hatte. „Bevor ich es das erste Mal auf meinen Schulter hatte, habe ich mir nicht vorstellen können, wie magisch dieses Trikot ist. Das Gelbe Trikot aber das zweite Mal zu bekommen, ist noch schöner als beim ersten Mal. Ich liebe es“, sagte Kittel.

Prince Harry, Catherine and Prince William pose with Kittel of Germany on the podium after he won the first 190.5 km stage of the Tour de France cycling race from Leeds to Harrogate
7 von 19

Derart königlich das Maillot Jaune übergestreift zu bekommen, war auch für den Seriensieger eine ganz neue Erfahrung. „Mit Kate auf dem Podium zu stehen war das gewisse Extra“, berichtete Kittel vom Treffen mit der Herzogin und den Prinzen William und Harry. Der Smalltalk bleibt „streng geheim“, aber eines verriet Kittel dann doch: „Das sind ganz angenehme Leute, superlocker. Ich bin froh, dass ich das erleben durfte.“ In Frankreich stellte der 26-jährige Arnstädter trotz Weltmeisterschaft sogar König Fußball in den Schatten. „Und am Ende gewinnt der Deutsche“, titelte die Sporttageszeitung L'Equipe in großen Lettern.

Seine Doping-Vergangenheit sei komplett aufgearbeitet, teilte Armstrong mit: „Es gab staatliche Untersuchungen, juristische, und die der Anti-Doping-Agenturen. Es wurden Bücher geschrieben. Vertraut mir: Es ist alles gesagt, alles bekannt.“ Die US-Anti-Doping-Behörde USADA hatte signalisiert, die von ihr verhängte Sperre könnte nur gelockert werden, wenn der inzwischen 43 Jahre alte Texaner weitere Informationen liefert.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Lance Armstrong fürchtet Ruin - „Ich habe keine 100 Millionen“

1 Kommentar zu "Lance Armstrong fürchtet Ruin: „Ich habe keine 100 Millionen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das macht doch nichts. Dann soll er halt irgendeine deutsche Firma/Bank auf Schadenersatz verklagen, dann ist er saniert. Irgend einen Grund werden seine Anwälte schon finden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%