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Langlauf International Langläufer Filbrich will Startrecht einklagen

Jens Filbrich will eine Ausnahmegenehmigung erklagen, die es ihm ermöglicht, trotz zu hoher Hämoglobinwerte bei internationalen Wettkämpfen starten zu dürfen.

Seine erhöhten Blutwerte sollen Langläufer Jens Filbrich nicht mehr an einem Wettkampfstart hindern. Deswegen soll der Internationale Sportgerichtshof CAS dem 26-Jährigen auf juristischem Wege zum permanenten Startrecht im Weltcup verhelfen. Der Deutsche Skiverband (DSV) wird noch in dieser Woche den CAS anrufen, um die vom Internationalen Skiverband FIS bislang verweigerte Ausnahmegenehmigung wegen Filbrichs kritischer Blutwerte zu erhalten.

Die zunächst vereinbarte Telefonkonferenz zwischen der FIS und dem DSV hatte zuvor nicht zur außergerichtlichen Klärung des Problems geführt. Filbrich war am 27. November in Kuusamo wegen eines Hämoglobinwertes von 17,0 - dem laut FIS-Reglement maximal tolerierbaren Wert - der Start verwehrt worden. Zudem wurde der Olympia-Dritte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt. Ein Dopingtest brachte ein negatives Ergebnis.

Pfüller: "Jens ist ein sauberer Athlet"

"Leider hat die FIS die entstandene Diskussion durch unhaltbare Vorwürfe noch einmal zusätzlich verschärft. Es bleibt uns gar keine andere Wahl, als die Angelegenheit unseren Rechtsanwälten zu übergeben", sagte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller: "Wir stehen voll hinter Jens Filbrich, weil wir wissen, dass er ein sauberer Athlet ist. Und wir werden alles tun, damit Jens seinen Sport ohne fragwürdige Einschränkungen ausüben kann."

Der Chef der Medizinischen Kommission der FIS, Bengt Saltin, hat eine Ausnahmegenehmigung für Filbrich bislang abgelehnt. "Filbrichs Werte sind während der Saison und im Jahresschnitt nicht permanent auf diesem hohen Level", sagte der Schwede kürzlich und stützte seine Aussage auf die ihm zur Verfügung stehenden Proben Filbrichs aus den letzten neun Jahren.

Genetische Ursachen für erhöhten Hämoglobinwert

Dagegen bestätigt ein unabhängiges medizinisches Gutachten der Universitätsklinik Tübingen, dass Filbrichs hoher Hämoglobinwert auf genetische Ursachen zurückzuführen ist. In ähnlich gelagerten Fällen hatte die FIS in jüngster Vergangenheit mehrere Ausnahmeregelungen erteilt.

"Wir werden jetzt versuchen, beim CAS eine einstweilige Anordnung zu erreichen, die es Jens trotz seiner hohen Blutwerte ermöglicht, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen", erklärte DSV-Rechtsberater Werner Scheuer: "Unser Ziel muss es sein, dass die von uns vorgelegten Nachweise und unabhängige Gutachten von der FIS anerkannt werden."

Filbrich befindet sich derzeit mit dem deutschen Weltcup-Kader in Kanada. Im 30-km-Rennen von Vernon belegte er den vierten Platz, am 15. Dezember (20.00/MEZ live bei Eurosport) startet er im 15-km-Freistilrennen in Canmore erneut. "Es muss eine Lösung gefunden werden, damit er laufen kann und nicht permanent in der Gefahr lebt, ein Berufsverbot zu bekommen", forderte Bundestrainer Jochen Behle aus Kanada.

© SID

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