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McLaren-Bericht der Wada Belege für Staatsdoping in Russland gefunden

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„Verleumdung eines Überläufers“

Als Kronzeuge der Anklage tritt ausgerechnet der ehemalige Chef des Moskauer Anti-Dopinglabors und langjährige Leiter der russischen Anti-Dopingagentur Rusada Grigori Rodtschenkow auf, der nach den Olympischen Winterspielen 2014 von Kremlchef Wladimir Putin noch mit einem Orden bedacht worden war. Rodtschenkow musste allerdings im vergangenen Herbst von seinem Amt zurücktreten, nachdem ihn die Wada der Vernichtung von 1.400 Urinproben russischer Athleten beschuldigt hatte, um deren mögliche Verstrickung in die Dopingpraxis zu vertuschen.

Kurz darauf setzte sich der einstige Top-Beamte in die USA ab, wo er seitdem ebenfalls ein Dopinglabor leitet. Als Grund für die Ausreise machte er freilich Sicherheitsbefürchtungen geltend. Tatsächlich starben kurz darauf in Russland reichlich unerwartet zwei führende Mitarbeiter der Rusada.

Im Mai wurden dann die Anschuldigungen Rodtschenkos öffentlich, der von systematischem Doping sprach und sich selbst als Erfinder mehrerer Steroid-Cocktails rühmte. Dutzende russischer Athleten seien mit Aufputschmitteln im Blut in Sotschi an den Start gegangen, 15 von ihnen hätten eine Medaille gewonnen, sagte Rodtschenkow damals.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe damals als „Verleumdung eines Überläufers“ zurück. Doch nun wiederholt auch McLaren die Anschuldigungen und erklärte, Russlands Sportminister Witali Mutko sei über alle Manipulationen mit den Dopingproben informiert gewesen.

Der Bericht ist damit ein Desaster für die russischen Olympiahoffnungen. Das Internationale Olympische Komitee wollte auf Grundlage des Berichts über die Zulassung der Sbornaja in Rio de Janeiro entscheiden, auch wenn IOC-Präsident Thomas Bach grundsätzlich Kollektivstrafen ablehnte.

Alarmstufe Rot herrschte im Kreml bereits kurz vor der Veröffentlichung des Wada-Berichts über das Doping in Sotschi: Denn die Informationen über einen möglichen Schuldspruch waren bereits durchgesickert. Nachdem Dopingagenturen aus zehn Ländern, angeführt von der USADA den Komplettausschluss Russlands in Rio forderten, argwöhnte Moskau eine Rufmordkampagne und stellte die Objektivität des Berichts bereits im Voraus in Frage.

Russland will Olympia-Teilnahme mit allen Mitteln erzwingen
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