Nach EM-Sieg Deutsche Handballer im Partyrausch

Die deutschen Handballer feierten ihren sensationellen EM-Titel mit einer wilden Party-Nacht in der Krakauer Altstadt. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson steht vor einer großen Zukunft.

Deutschland feiert seine Handball-Helden

KrakauTief unter der Erde explodierte der isländische Vulkan. Mit weit aufgerissenen Augen stemmte Dagur Sigurdsson die goldene Meisterschale in die Höhe und schrie seine Freude heraus. „Schalalala“, gröhlte der sonst so besonnene Isländer und die deutschen Handballer stimmten voller Inbrunst mit ein.

Nach dem „Wunder von Krakau“ starteten Matchwinner Andreas Wolff und Co. im Keller des Restaurants „La Grande Mamma“ im Herzen der Altstadt eine wilde EM-Party – und sogar Sigurdsson mutierte dabei zum Feierbiest. „Ich bin überglücklich, überstolz und fassungslos. Man kann das fast nicht glauben“, sagte der 42-Jährige, noch immer überwältigt vom famosen 24:17-Erfolg seiner Rasselbande im Finale gegen völlig überforderte Spanier.

Sport-Deutschland im Freudenrausch
Kerber siegt gegen Williams
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Sensation in Melbourne: Erstmals seit mehr als 15 Jahren gewinnt eine Deutsche wieder einen Grand-Slam-Titel im Tennis. Ganz Deutschland jubelt über den Erfolg der Deutschen, die mit ihrem Sieg gegen die US-Tennis-Ikone Serena Williams auch den Grand-Slam-Rekord von Steffi Graf verteidigt (22 Titel). Williams bleibt nach ihrer erst fünften Niederlage bei einem Finale der vier Major-Events bei 21 Erfolgen stehen. Kollegin ...

Andrea Petkovic
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... Andrea Petkovic gratulierte Kerber unmittelbar nach dem Spiel: „Du bist der Wahnsinn.“ Und fügte vermutlich nicht ganz ernst hinzu: „Ich möchte dich heiraten“. Die gebürtige Jugoslawin ist gemeinsam mit Kerber im Fed-Cup-Team und spielte zuletzt im Januar gemeinsam mit der 28-Jährigen im Doppel-Finale beim WTA-Turnier in Brisbane.

Viktoria Rebensburg
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Gratulationen auch von einer anderen Siegerin: Die Tennis-Euphorie um Angelique Kerber hat am Samstag auch Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg erfasst – und das sogar während ihrer zwei Durchgänge beim Weltcup-Riesenslalom von Maribor. „Ich habe es die ganze Zeit mit dem Trainer verfolgt“, erzählte die 26-Jährige in der ARD, die mit Kerber bei dem Triumph im Finale der Australian Open intensiv mitgefiebert habe. „Schau, jetzt ist sie wieder ein Break vorne, jetzt kommt der Ausgleich“, habe Rebensburg zwischen den zwei Durchgängen mit dem Coach geplaudert. Auf Twitter gratulierte sie: „Angie, Gratulation, echt Wahnsinn! Genieß es!“ Die Ablenkung mit Tennis hat Rebensburg übrigens nicht geschadet: Sie gewann das Rennen in Slowenien.

Barbara Rittner
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Teamchefin Barbara Rittner twitterte zum Sieg ihrer Spielerin: „Wir sind Grand Slam Sieger – Angelique Kerber, du bist ein Champ!“ Die Trainerin kann selbst nicht auf einen Grand-Slam-Titel zurückblicken, hat aber in ihrer Karriere insgesamt drei WTA-Titel geholt.

Bastian Schweinsteiger
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Weltmeister Bastian Schweinsteiger richtet seine Tweets gleich an beide Konkurrentinnen: Kerber gratuliert er zum „historischen Sieg“ – und drückt gleichzeitig Bewunderung für die souveräne Reaktion der Unterlegenen aus: „Fantastische Geste nach dem Match Point und so nette Worte – du bist ein großer Champion, Serena Williams!“

Google
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Auch Google gratuliert – und kürt sogleich die „neue Gräfin des Tennis“: Ihr Grand-Slam-Sieg verhilft Kerber in die Top-Suchlisten der Suchmaschine. Schon bei ihren vergangenen Siegen sprang die Anzahl der Suchen leicht an. Doch die Sensation in Melbourne lässt den Graphen geradezu explodieren.

Große Freude über Handballer
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Bei den Handballern folgte auf das knappe 34:33 gegen Norwegen erst eine unruhige Nacht. Denn trotz des Siegs musste das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson zunächst um den Finaleinzug bangen: Die Norweger legten erst Protest gegen ihre Niederlage ein, weil einige deutsche Spieler im Siegestaumel bereits wenige Sekunden vor Schlusspfiff von der Bank auf das Spielfeld rannten. Heute morgen erst kam die Entwarnung: Norwegen zieht seinen Einspruch zurück, die Deutschen spielten damit im Endspiel der Handball-Europameisterschaft gegen Spanien – und sind tatsächlich Europameister geworden.

Tatsächlich wird sich die Handball-Welt noch lange an diesen 31. Januar 2016 erinnern. Der deutsche Höhenrausch erreichte am Sonntagabend noch einmal eine neue Dimension. Sigurdssons Team, die selbsternannten Bad Boys, schrieb ein bedeutendes Kapitel deutscher Sport-Geschichte und verschob zum Abschluss ihrer zweieinhalb Wunder-Wochen von Polen noch einmal ihre eigenen Grenzen. Einem Vergleich mit den EM-Coups der Fußballer Dänemarks 1992 und Griechenlands 2004 hält der sensationelle Titelgewinn der DHB-Auswahl locker stand.

„Wir haben ein geiles Turnier gespielt“, sagte Wolff, der das Torwartspiel gegen Spanien mit unfassbaren Paraden und 48 Prozent gehaltener Bälle neu zu definieren schien: „Wir haben als Team zusammengefunden in einer beispiellosen Form. Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt und wussten immer, dass wir Europameister werden.“ Und Sigurdsson befand: „Wir sind von Spiel zu Spiel stärker geworden.“ Das Turnier sei eine „Riesenleistung“ des gesamten Teams gewesen.

Wohl wahr: Kein Drehbuchautor der Welt hätte eine bessere Dramaturgie inszenieren können für das, was die deutsche Mannschaft in Polen abzog. Nach dem sportlich durchwachsenen Auftakt und der Niederlage gegen Spanien rechneten nur die kühnsten Optimisten mit einem derartigen Turnierverlauf. Wer konnte schon ahnen, dass Deutschland als jüngstes aller EM-Teams, eine Mannschaft ohne sechs ihrer Stammspieler, in nur zwei Wochen eine so imposante Entwicklung durchläuft, sieben Spiele in Serie gewinnt und am Ende derart souverän Europas Handball-Thron erstürmt.

Die Mannschaft weiß jetzt, wie Erfolg schmeckt
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