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Nach Kritik aus der Politik Weißrussland darf Eishockey-WM ausrichten

Deutsche Politiker hatten gefordert, Weißrussland die Ausrichtung der Eishockey-Weltmeisterschaft zu entziehen. Nun aber hat das Land sein Konzept präsentiert - und es wurde ohne Diskussion angenommen.
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Vorrunde in Finnland: Victor Kostyuchyonok (links) und Dmitri Milchakov (Torhühter) von Weißrussland können Kanadas Ryan O'Reilly nicht aufhalten. Quelle: dpa

Vorrunde in Finnland: Victor Kostyuchyonok (links) und Dmitri Milchakov (Torhühter) von Weißrussland können Kanadas Ryan O'Reilly nicht aufhalten.

(Foto: dpa)

Helsinki Die umstrittene Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 in Weißrussland wird wie geplant in dem osteuropäischen Land stattfinden. Die Präsentation des WM-Konzeptes am Wochenende beim Kongress des Weltverbandes IIHF in Helsinki verlief ohne Diskussionen und damit ohne Abstimmung über die geplante Austragung.

„Wir haben darüber gesprochen. Ich habe mich zu Wort gemeldet, weil ich im Vorfeld mit der Politik im regen Austausch war. Sonst hat sich aber niemand geäußert“, berichtete der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Uwe Harnos, am Sonntag nach dem obligatorischen Kongress am Rande der WM in Finnland und Schweden.

„Unsere Meinung ist im Moment die, dass man hingehen, aber auch Klartext reden sollte“, hatte Harnos bereits im Vorfeld gesagt. Laut Harnos habe das für den Sport zuständige Innenministerium dem DEB signalisiert, „dass es keine Direktiven“ gibt.

Zahlreiche deutsche Politiker verschiedener Fraktionen, unter anderem Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), hatten nach der Hinrichtung von angeblichen U-Bahn-Attentätern im Frühjahr gefordert, Weißrussland die WM wieder zu entziehen. Damit war aber ohnehin nicht zu rechnen. „Es ist nicht die Aufgabe von Sportorganisationen und Athleten, sich wie Politiker zu verhalten“, hatte IIHF-Präsident René Fasel während des Kongresses gesagt. „Wir dürfen nicht als Marionetten für Politiker und Aktivisten missbraucht werden.“

Auch der DEB vertritt den Standpunkt, gerade wegen der massiven Kritik nach Weißrussland zu gehen. „Ich denke, es ist der bessere Weg, statt das Ganze zu boykottieren, sich den Begebenheiten zu stellen“, sagte Harnos. Er ermutigte die Sportler, ihre Meinung klar zu äußern: „Meine persönliche Sicht ist, dass der Sport zwar unpolitisch ist, sich auf diesen Standpunkt aber nicht zurückziehen kann. Das gilt auch für die Sportler. Die muss man reden lassen, wie sie empfinden.“

  • dpa
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