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Olympia Doping "Entschuldungspauschale" im Kreuzfeuer

Dopingbelastete DDR-Trainer sollen keine "zweite Chance" bekommen. Diese Forderung stellen elf ehemalige Dopingopfer des DDR-Systems in einer öffentlichen Erklärung auf.
DDR-Dopingopfer protestieren. Foto: AFP Quelle: SID

DDR-Dopingopfer protestieren. Foto: AFP

(Foto: SID)

Elf staatlich anerkannte Opfer des DDR-Dopings haben sich mit Nachdruck gegen eine zweite Chance von dopingbelasteten DDR-Trainern ausgesprochen. Es dürfe keine "Entschuldungspauschale" geben, fordern die Dopingopfer, zu denen unter anderem Andreas Krieger und Ines Geipel gehören, in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.

Darin greifen sie auch Innenminister Wolfgang Schäuble, den Sportausschuss-Vorsitzenden im Bundestag, Peter Danckert, sowie Dosb-Präsident Thomas Bach persönlich an. Ihnen werfen sie "Betrug am Sport und feiste Desinformationspolitik" vor.

Der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) will mit Zustimmung von Schäuble und Danckert betroffene Trainer freisprechen, wenn sie nach 20 Jahren geständig sind, ihre Taten bereuen und einen Sinneswandel nachweisen können. Dem Entwurf einer entsprechenden Erklärung stimmten die unabhängige Anti-Doping-Kommission des Verbandes sowie das Dosb-Präsidium bereits zu. "Wie ist es möglich, dass die Steiner-Kommission zu Empfehlungen kommt, ohne dass dabei Geschädigte des DDR-Dopingsystems in transparenter Weise einbezogen wurden", fragen die Opfer.

Sechs Bundestrainer aus der Leichtathletik wollen die Erklärung als Erste unterschreiben. Auch bei dem in die Diskussion gekommenen Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich könnte sie zum Tragen kommen.

Keinen Freifahrtschein ausstellen

Dagegen protestieren die Opfer: "Wir lehnen es ab, dass durch eine solche Erklärung zahlreiche Verantwortliche einen rückwirkenden Freifahrtschein für angetanes Unrecht, Zugriffe und Verfehlungen im Sport erhalten sollen." Es gehe nicht darum, erlittene Sportschäden künstlich in die Zukunft zu verlängern, sondern "weiterhin um Klärung, konkrete Beteiligungen und Verantwortung, also darum, die Zukunft des Sports zu sichern."

Die elf ehemaligen DDR-Athleten kritisieren zudem das aktuelle deutsche Anti-Doping-System an. Das viel gebrauchte Argument, die betroffenen Trainer seien in den vergangenen 20 Jahren in Sachen Doping unauffällig geblieben, sei gemessen am Zustand des deutschen Anti-Doping-Systems "nicht nur gezielt scheinheilig, sondern unstatthaft. Jeder, der in diesem Land dopen will, kann das unbehelligt tun."

© SID

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