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Olympia-Segelrevier Rios Guanabara-Bucht immer umstrittener

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Segeln neben toten Hunden

„Mein Arm ist es nicht“, kommentiert der Paralympics-Sieger von Sydney, Heiko Kröger, den gruseligen Fund mit Galgenhumor. Der Goldmedaillengewinner von 2000, der ohne linken Unterarm geboren wurde und in diesem Sommer in Rio erneut um paralympisches Edelmetall segeln will, hatte erst vor wenigen Tagen selbst mit einem verstörenden Film für Aufmerksamkeit gesorgt.

Der 49-Jährige Steuermann aus Jersbek bei Hamburg hatte bei einem Training Ende Februar eine Kamera mitlaufen lassen. Die Aufnahmen zeigen die starke Müllbelastung des geplanten Olympia-Reviers.

Vor einem Jahr hatte ein Foto von Olympiasieger und America's-Cup-Skipper Nathan Outteridge und seinem 49er-Vorschoter Iain Jensen für Ekel gesorgt. Es zeigt das australische Duo, wie es im Training versucht, einem im Wasser treibenden toten Hund auszuweichen. Mehrere Wasseruntersuchungen hatten eine extrem hohe Belastung des Olympiareviers mit Viren und Keimen ergeben.

Im September 2015 war der Berliner 49er-Steuermann Erik Heil nach einer olympischen Testregatta mit schweren Entzündungen an Beinen und Hüfte erkrankt und musste in der Berliner Charité behandelt werden. Laborproben ergaben, dass ein multiresistenter Keim Auslöser der teils Zentimeter tiefen und schwer heilenden Wunden war.

Heil, der mit seinem Vorschoter Thomas Plößel vom 27. März bis zum 2. April vor Mallorca im Finale der nationalen Olympia-Ausscheidung um seine Rio-Fahrkarte kämpft, sagte damals: „Ich appelliere an die Olympia-Organisatoren, alles in ihrer Macht Stehende für eine Säuberung der Gewässer zu unternehmen.“

Die Organisatoren in Rio wissen, was auf dem Spiel steht, aber die Bucht ist größer als das ganze Bundesland Bremen, was schon eine Teil-Säuberung so kompliziert macht. Aber ihnen drohen im August nun hässliche Wasseraufnahmen und kritische Debatten – statt Traumbilder mit weißen Segelbooten in blauem Wasser vor der Kulisse des 395 Meter hohen Zuckerhuts.

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  • dpa
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