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Samsung und die Olympischen Spiele

Ohne den Konzern wären die Winterspiele in Pyeongchang nicht denkbar.

(Foto: Reuters)

Olympia So wichtig ist Samsung für die Winterspiele

Südkoreas größter Konzern ist immer dabei, wenn es um großen Sport geht: Die Winterspiele wären ohne Samsung gar nicht denkbar.
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PyeongchangPlötzlich war die Sorge groß: Könnten die Spiele noch wie geplant stattfinden? Diese Frage schien vor einem Jahr ernsthaft im Raum zu stehen, als das größte Konglomerat Südkoreas gerade der Korruption überführt worden war. Um sich der Genehmigung einer geplanten Firmenfusion zu versichern, waren aus der Chefetage von Samsung rund 37 Millionen US-Dollar an eine Freundin der damaligen Präsidentin geflossen. Für den Olympiatopf war fast das Dreifache an Unterstützungen versprochen worden. Doch würde man sich beim größten Sportfest der Welt, wo es doch um fairen Wettbewerb geht, noch mit so einem Sponsor schmücken wollen?

In Pyeongchang war die Sorge eine andere. Lee Hee-beom, der Chef des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2018, erklärte damals auf einer Pressekonferenz: „Ich glaube nicht, dass wir durch diesen kürzlichen Skandal Auswirkungen spüren werden.“ In anderen Worten: Das Geld werde sicher fließen, Samsung habe sich längst verpflichtet. Außerdem habe der Konzern kurz zuvor seine Rolle als Top-Sponsor der Olympischen Spiele verlängert, also als Premiumpartner, der in seinem Geschäftsbereich ein olympisches Werbemonopol besitzt.

Tatsächlich blieb es dabei: Als die südkoreanische Regierung zuletzt strengere Sponsoringregeln eingeführte, um Korruption vorzubeugen, schreckten viele inländische Konzerne vor üppigen Unterstützungen zurück. Samsung aber ist als spendabelster lokaler Sponsor an Bord. Pyeongchang 2018 werden die Samsung-Spiele. Positive Sichtbarkeit ist für den Multikonzern gerade jetzt wichtig. Neben dem Bestechungsskandal, der den De-facto-Chef Lee Jae-yong für zumindest fünf Jahre hinter Gitter gebracht hat, hängt Samsung noch eine Smartphoneblamage nach. Ende 2016 ging das Flaggschiffhandy Galaxy Note 7, kurz nachdem es auf dem Markt gekommen war, in den Händen diverser Neukunden in Flammen auf. Zwar konnten die finanziellen Verluste schnell kompensiert werden – da der Konzern vielseitig produziert –, Aber der Imageschaden war enorm. Da kommt eine Veranstaltung wie die Olympischen Spiele, wodurch die ganze Welt auf das Heimatland von Samsung schaut, wie gerufen.

Während der kommenden zweieinhalb Wochen, vom 9. bis 25. Februar, wird nicht zu übersehen sein, dass in Südkorea kaum ein Weg vorbei an Samsung führt. Das Geflecht aus rund 70 Unternehmen, dessen Angebot von Konsumentenelektronik über Halbleiter, Schwerindustrie und Finanzprodukte bis zur Hotellerie und vieles mehr reicht, macht insgesamt ungefähr ein Fünftel der südkoreanischen Volkswirtschaft aus. In mehreren Industrien stemmt Samsung die gesamte Wertschöpfungskette oder beherrscht sie zumindest.

Start-ups klagen darüber, dass sie bei guten Ideen von Samsung aus dem Markt gedrängt werden. Andere brauchen Samsung, um an Kredite zu kommen. Journalisten sagen hinter vorgehalter Hand, dass man über den Namen Samsung, der direkt oder indirekt hinter diverse Anzeigen steht, lieber nicht allzu kritisch berichtet. Koreaner nennen ihr Land manchmal die „Samsungrepublik“. Diese Omnipräsenz gilt auch im Sport. Schon auf globaler Ebene ist Samsung, mit seinem nun 20 jahrelangen Sponsoring für Olympische Spiele und der langjährigen Aktivität des ehemaligen CEO Lee Kun-hee im IOC, ein Schwergewicht.

Daheim ist der Konzern noch größer. Lee Kun-hee wurde einst vom Präsidenten begnadigt, obwohl er wegen Steuerbetrugs eine Gefängnisstrafe absitzen sollte. Denn wenn jemand nach den Sommerspielen von Seoul 1988 zum zweiten Mal Olympia nach Südkorea holen könnte, dann nur ein Samsung-Boss. In Südkorea ist es sogar egal, welchem Sport man folgt – Samsung spielt immer mit, meistens als Favorit. Über das Marketingunternehmen Samsung Sports, eine Tochter des durch die Samsunggruppe kontrollierten Konzerns Cheil, wird einer der wohl sichtbarsten Sponsoringapparate der Welt gemanagt.

In der K-League, einer der stärksten Fußballligen Asiens, heißt ein Topklub Suwon Samsung Bluewings. Im Baseball, dem beliebtesten Sport im Land, ist die Mannschaft, die es zu schlagen gilt, die Daegu Samsung Lions. Im Basketball der Herren spielen die Seoul Samsung Thunders, bei den Damen die Yongin Samsung Blueminx. Die Daejeon Samsung Fire Bluefangs dominieren das südkoreanische Volleyball. Im Pferdesport, der Leichtathletik, Tennis, Taekwondo und diversen weiteren Sportarten gehört Samsung zu den wichtigsten Sponsoren. Die boomenden E-Sports, wo sich Computergamer per Netzwerk im Wettbewerbsmodus messen, sind längst mit dem Samsung-Logo versehen.

Hinzu kommen diverse Sportverbände sowie nationale und internationale Wettbewerbe, bei denen das Konglomerat zu den wichtigsten Geldgebern gehört. Samsung hat Fußballtopklubs wie Real Madrid, Juventus Turin oder den FC Chelsea gesponsert, ebenso die US-amerikanische Basketballliga NBA und die Footballliga NFL. Zu den berühmtesten Einzelpersonen zählen Usain Bolt, Michael Ballack, David Beckham, LeBron James und Maria Scharapowa.

Angesichts dieser sportlichen Strahlkraft der Marke Samsung lässt sich sogar halbwegs von Debakeln wie jenem mit den brennenden Smartphones oder der Korruptionsaffäre um die Regierung ablenken. Der Aktienpreis von Samsung Electronics etwa, dem bekanntesten Unternehmen der Familie, ist im letzten Jahr trotz aller Turbulenzen deutlich gestiegen. Das wäre anderen Betrieben unters solchen Umständen wohl nicht gelungen. Noch deutlicher, wie sich diverse Unternehmen der Samsunggruppe gegenseitig zuspielen, werden die Spiele von Pyeongchang zeigen. An diversen Wänden werden Flatscreens hängen, an Ständen elektronisches Sportzubehör von Smartwatches bis zu intelligenten Schwimmanzügen vorgeführt. Auf dem Olympiagelände lassen sich auch erstmals testweise olympische Wettbewerbe live über Virtual-Reality-Brillen verfolgen.

All diese Innovationen gehen auf dasselbe Konto, wie nicht zu übersehen sein wird. Und wüsste man es nicht besser, könnte man auch den olympischen Fackellauf dazurechnen. Diesmal präsentiert von Samsung.

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