Saison in Gefahr Nach der großen Meisterfeier droht der der NBA der Kater

Die Basketball-Welt feiert Dirk Nowitzki und den NBA-Champion Dallas Mavericks. Doch ein böses Wort macht die Runde: Lockout. Die nächste Saison droht auszufallen. Viele Teams machen Verluste, die Spieler sind zu teuer.
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"Dirkules" im Party-Olymp
APTOPIX Mavericks Celebration Basketball
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Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks müssen in die Verlängerung: Nach dem entscheidenden vierten Sieg im Finale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA muss sich der frischgebackene Weltmeister - so nennen die Amerikaner wenig bescheiden ihre Champions - auf einen Party-Marathon einstellen. Am Tag nach Nowitzkis Krönung landeten die müden Helden in Dallas.

Hunderte Basketball-Fans bereiteten Nowitzki und Co. trotz brütender Hitze in Dallas einen begeisterten Empfang am Flughafen. Als Erster verließ Clubbesitzer Marc Cuban mit einer Zigarre im Mund das Flugzeug und präsentierte die Meistertrophäe. Ihm folgte Nowitzki mit dem Pokal des wertvollsten Spielers (MVP) im Arm. Doch damit nicht genug: „Es klingt komisch, aber ich liege im Bett. Und neben mir die Trophäe“, twitterte der steinreiche Cuban, der die Kosten für die große Siegesparade durch Dallas übernehmen will.

NBA Champions Mavericsk Basketball
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Weil er die Hände schon voll hatte, überließ "Dirkules" die Meistertrophäe seinem Teamkollegen Brendan Haywood. Bürgermeister Dwaine Caraway begrüßte die Mannschaft, die zu den wartenden Fans am Rand des Rollfeldes ging. Nowitzki klatschte durch den Zaun Anhänger ab. Die ganz große Sause soll in zwei Tagen mit der Parade der "Mavs" durch Dallas folgen. Laut Spekulationen soll sie am Rathaus starten. Ziel soll das American Airlines Center sein, die Spielstätte der Mavericks.

Dallas Mavericks at Miami Heat
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Begonnen hatte der große Triumphmarsch auf dem Spielfeld und schließlich in der Kabine der Mavericks. Mit dem 105:05-Sieg gegen die Miami Heat und dem NBA-Titel hat Nowitzki seine bislang 13 Jahre dauernde Karriere in der NBA gekrönt. Für den deutschen Superstar gab es etliche Glückwünsche und Lobeshymnen, selbst frühere Kritiker lagen dem gebürtigen Würzburger zu Füßen.

Mavericks' Nowitzki holds the Bill Russell NBA Finals MVP trophy as Kidd holds the Larry O'Brien Championship Trophy after their team defeated the Heat to win the NBA Finals basketball series in Miami
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Mehr geht nicht: Dirk Nowitzki mit dem Bill-Russell-Poakl für den wertvollsten Spielers der NBA-Saison, neben ihm sein Teamkamerad Jason Kidd mit dem Larry-O'Brien-Pokal, der Trophäe für den NBA-Sieger.

Mavericks power forward Nowitzki looks for a rebound against the Heat in Game 6 of NBA Finals in Miami
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Bevor der 105:95-Erfolg im sechsten Spiel und damit der 4:2-Sieg im Playoff-Showdown feststand, hatten die Mavericks aber ein hartes Stück Arbeit zu erledigen. Nowitzki zeigte nach seinen starken Auftritten, durch die Dallas vor heimischem Publikum mit 3:2 in Führung gegangen war, bei der Rückkehr nach Florida einen miserablen Start. Hatte er in den fünf Spielen der Serie zuvor 27 Punkte im Schnitt erzielt, verfehlte der Flügelspieler vor der Pause selbst offene Sprungwürfe und traf nur einen von zwölf Versuchen aus dem Feld.

NBA Finals Mavericks Heat Basketball
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Während ihr Kapitän im ersten Durchgang magere drei Punkte auf die Anzeigetafel brachte, übernahmen die Bankspieler einen Großteil der Offensivarbeit. Besonders Terry war mit seinen energischen Vorstößen und Distanztreffern von Miami kaum zu stoppen und sorgte ebenso wie JJ Barea, der insgesamt auf 15 Punkte kam, für die knappe 53:51- Führung zur Halbzeit. Einzig die nachlässige Verteidigungsarbeit am eigenen Brett hielt den Gegner im Spiel. Hier fighten Nowitzki und seine Mitspieler Tyson Chandler unter dem eignen Korb mit Udonis Haslem von den Miami Heats.

Mavericks' Nowitzki (R) shoots a basket over Heat's Haslem during Game 6 of the NBA Finals basketball series in Miami
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Nach der Pause suchte er zunächst weiter vergebens den gewohnten Rhythmus und versenkte erst Mitte des dritten Viertels seinen ersten Dreipunktewurf zum 71:65. Vor dem letzten Abschnitt baute Dallas die Führung auf neun Punkte aus und ließ die Heat auch danach nicht entscheidend herankommen. Immer wieder leisteten sich Miamis Superstars Dwyane Wade (17 Punkte) und LeBron James (21) leichte Ballverluste, so dass die „Mavs“ spätestens mit Nowitzkis Korbleger zum 103:92 eine halbe Minute vor Schluss jubeln durften.

Dallas/ BostonTexas ist im Titelrausch, Dallas feiert Dirk Nowitzki und seine meisterlichen Mavericks. Zur Parade werden am Donnerstag 250.000 Fans erwartet, wenn der Most Valuable Player und sein Team durch die Millionen-Metropole ziehen. Doch wenn die Jubelarien beendet, Konfetti und Rausch in den kommenden Tagen verflogen sind, wird auch in Dallas die Realität einkehren - und somit die Angst, dass es keine Saison 2011/12 in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA gibt.

Am 30. Juni endet der Arbeitstarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft NBPA. Sollte bis dahin kein neues Arbeitspapier unterzeichnet werden, können die Bosse vom 1. Juli an die Spieler aussperren. Selbst Nowitzki würde in Dallas von Team-Besitzer Mark Cuban vor die Tür gesetzt werden. Und das, nachdem beide während der Meister-Feierlichkeiten in den höchsten Tönen voneinander geschwärmt hatten. „Mark hat immer zu mir gehalten, ist mit mir durch dick und dünn gegangen. Er ist der Beste“, meinte Nowitzki.

Doch im „big business“ geht's nicht um große Gefühle sondern ums große Geld. Nach Liga-Angaben haben 22 Teams in der gerade beendeten Saison Verluste gemacht. Insgesamt beziffert die NBA das Jahres-Minus auf rund 300 Millionen Dollar (208 Millionen Euro), die NBPA bezweifelt diese Zahlen. In der vergangenen Woche trafen sich beide Seiten in Dallas - ein Ergebnis blieb aus.

„Es war nicht hitzig, aber eine gute, ehrliche und robuste Unterhaltung. Und das ist eine gute Sache“, sagte Commissioner David Stern diplomatisch. Ex-Profi Charles Barkley indes wurde deutlicher: „Es wird schmutzig, und das ist schade, denn wir haben gerade eine großartige Saison hinter uns. Ganz ehrlich - es würde mich überraschen, wenn wir nächste Saison Basketball spielen.“

Der Gesamtumsatz Liga beträgt knapp vier Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro). Stern will unter anderem die Gehälter der Profis um 700 bis 800 Millionen Dollar kürzen, was die Spieler selbst natürlich ablehnen. Zudem ist eine feste Gehalts-Obergrenze von 45 Millionen Dollar (31,2 Millionen Euro) im Gespräch.

Nowitzki könnte in der Bundesliga antreten
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